Diese Baustelle verlangt Abensbergern viel ab

Durch den anstehenden Neubau der Abensbrücke bei der Münchner Straße müssen sich die Abensberger laut Bürgermeister Bernhard Resch auf eine „bisher noch nie dagewesene“ Situation einstellen. Die Verkehrssituation an dem neuralgischen Punkt solle sich dadurch aber verbessern.
Bei der Infoveranstaltung zum Projekt im Jungbräusaal nannte Resch das Ziel: der Knotenpunkt soll vor allem für Fußgänger sicherer werden. Die unübersichtliche Kreuzung verschwinde zugunsten eines Minikreisels, Querungshilfen auf allen vier Zufahrtsästen soll es laut Resch für Fußgänger künftig sicherer machen, die Straßen in diesem Bereich zu überqueren. Der Kreuzungsbereich werde außerdem barrierefrei.Dafür müsse man aber in Kauf nehmen, dass die Brücke ein Jahr lang gesperrt ist. Denn sie wird abgerissen und komplett neu aufgebaut. Somit werde die Baustelle die umfangreichste an der Stelle sein, die es in Abensberg jemals gegeben hat.
Resch erinnerte an das Jahr 1964, als letztmals in größerem Umfang an der Brücke gearbeitet wurde. Damals wurde die Fahrbahn verbreitert, die Brücke war aber nur teilweise gesperrt.
Brücke ist baufällig
An der Notwendigkeit der Maßnahme ließ Daniela Fuchs, Bereichsleiterin Straßenbau für den Landkreis am Staatlichen Bauamt, keinen Zweifel: „Die Brücke ist baufällig, eine Instandsetzung wäre nicht wirtschaftlich.“ Da über die Brücke eine Staatsstraße verläuft, ist die Behörde für die Arbeiten zuständig.
Die Brücke wird ab 4. September, dem Mittwoch nach dem Gillamoos, gesperrt. Ziel sei es, die neue Brücke zum Gillamoos 2025 freigeben zu können.
Während der gesamten Bauzeit verläuft die Umleitung für motorisierte Fahrzeuge laut Fuchs über die Bundesstraße 16 und die Straubinger Straße. Das bedeutet für Abensberger, die in der Münchner Straße und der Aumühle wohnen, einen Umweg von rund sechs Kilometern.
Auch das könnte Sie interessieren: Ein leises Servus
Kritik gab es von Versammlungsteilnehmern daran, dass die vier Parkplätze in der Abensstraße gegenüber dem Fluss künftig wegfallen. Diese müssten weichen, damit der Fahrbahnteiler Platz hat. Schon ab Baustellenbeginn stehen sie nicht mehr zur Verfügung. Das sei aber ein Nachteil für die anliegenden Gewerbebetriebe, weil es sonst keine nahen Parkplätze für ihre Kunden gebe, hieß es.
Die Vertreter des Staatlichen Bauamts und der Kommune erhielten sogleich Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg, die diese auch in die weiteren Überlegungen mitnehmen wollen. So gebe es einige Parkplätze entlang des Fußwegs zum Roten Platz. Diese könnten doch ausgebaut werden.
Änderung in Innenstadt
Die Durchfahrt durch die Abensstraße wird ab Baustellenbeginn ab dem Schulhausplatz gesperrt sein. Steinleitner wolle prüfen, ob dort während der Bauphase Parkplätze eingerichtet werden können.
Die Vertreter aus dem Staatlichen Bauamt betonten, dass der Lieferverkehr zu und von den Innenstadtbetrieben weiterhin möglich sein soll. Um das zu ermöglichen, werden unter anderem Einbahnstraßen-Regelungen in der Innenstadt aufgehoben.
Abensbergs Bauamtsleiter Peter Schmid berichtete im Nachgang der Infoveransetaltungunserer Zeitung, dass in der Kommune noch nicht alle Details festgelegt sind, wie der Verkehr in der Innenstadt während der Bauzeit organisiert werden soll. Von Resch war zu vernehmen, dass die Arbeiten von einer „renommierten Abensberger Baufirma“ durchgeführt werden.
Nur Fußgänger, Radfahrer und Rettungskräfte
Die neue Brücke zwischen Gillamooswiese und Schwefelschwammerl bleibt auch während des Neubaus der Abensbrücke für den öffentlichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Sie darf nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Für Autofahrer bedeutet die Baustelle an der Abens einen Umweg von gut sechs Kilometern, um von der einen auf die andere Flussseite zu kommen.
Auf Nachfrage berichtete Hubert Steinleitner vom Staatlichen Bauamt, dass man geprüft habe, die Brücke auch für Autos und Motorräder zu öffnen.Das sei aber zu gefährlich, weil sich Fahrzeuge und Fußgänger eine relativ enge Fahrbahn teilen müssten. Auch die Idee, nur Abensbergern diesen Weg zu erlauben, sei nicht realisierbar. Denn das sei wohl sehr schwer zu kontrollieren. Deshalb fiel die Entscheidung, dass nur Rettungsfahrzeuge die Brücke während der Bauzeit nutzen dürfen. Noch keine Entscheidung ist gefallen, ob auch Schulbusse die Brücke am Schwefelschwammerl passieren dürften. Die Umleitung über Münchener Straße, B16, Straubinger Straße und Max-Bronold-Straße bedeutet für Schulbusse eine Fahrzeitverlängerung von sechs Minuten, sagte Steinleitner. Allerdings sprachen sich während der Versammlung sowohl Vertreter des Staatlichen Bauamts als auch Bürger dagegen aus. Resch sagte zu, dieses Votum mit in die nächsten Gespräche darüber zu nehmen.

