In Mainburg steigt mitten in der Stadt ein Jubiläumsfest

Vor 70 Jahren erhielt Mainburg die Stadtrechte verliehen. Das feierte man am Wochenende mit einem um einen Tag verlängerten Altstadtfest auf dem Marktplatz mit einem Festakt zu Beginn.
„Dorf war ich, Markt wurde ich und Stadt werde ich jetzt genannt“, zitierte Bürgermeister Helmut Fichtner zu Beginn des Festaktes einen unbekannten Dichter. Um das sei es den Mainburger lange Zeit gegangen: die Stadtrechte.
Er erinnerte daran, dass die Kommune mehrere Anläufe unternahm, um erfolgreich zu sein. Im Sommer vor 70 Jahren war es endlich so weit: „Das feiern wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, denn die machen ja das Leben in einer Stadt aus.“
Im Beisein vieler Stadträte, ehemaliger Bürgermeister und Ratsmitglieder betonte Fichtner, dass Mainburg eine abwechslungsreiche Orts- und Stadtgeschichte vorzuweisen habe. Das Jubiläum sei Anlass gewesen, all das wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Ein Lesebuch für alle
Das hat zwei Jahre lang die aus Mainburg stammende Historikerin Claudia Erdenreich unternommen. Bei der Vorstellung ihres Buches „Mainburg im Wandel“ betonte sie, dass es zur frühen Ortsgeschichte kaum historische Quellen gebe. „Die Stadt hat einfach zu oft gebrannt.“ Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem neunten Jahrhundert – das nächste, was die Historikerin fand, ist nach ihren Worten 500 Jahre jünger.
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Anders sei es aber, was die Stadtgeschichte betrifft. Erdenreich berichtet von einem großen Fest anlässlich der Stadterhebung, das eine Woche gedauert hat. Das zeige, dass der Titel „Stadt“ den Mainburgern damals wichtig gewesen sei, obwohl keine direkten Vorteile mehr damit verbunden waren. Das sei im Mittelalter, als damit das Recht, eine Stadtmauer hochzuziehen, verbunden war, noch anders. Sicherlich sei ihr Werk historisch fundiert – „vor allem wollte ich aber ein Lesebuch für alle schreiben“.
Fotofundus genutzt
Sie berichtete, dass sie im Rahmen ihrer Recherchen im Stadtmuseum auf einen besonderen Schatz gestoßen sei. Gemeint ist der Nachlass des Fotographen Josef Geschwendtner, der der Kommune über tausend Fotos von allen möglichen Anlässen hinterlassen hat. Vor allem sie würden das Buch bebildern.
Erdenreich ist sich sicher, die Geschichte der Stadt umfassend dargestellt zu haben. Es gehe da auch um Spezialthemen wie den Hopfen, außerdem werden etwa denkmalgeschützte Gebäude in den Fokus genommen. Auf Nachfrage verriet Erdenreich, dass das Buch ab 1. August in Mainburg, unter anderem bei der Stadt oder der Stadtbücherei, zum Preis von 24 Euro zu erwerben sei.
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Zur Zeit der Stadterhebung war es laut Fichtner üblich, eine Patengemeinde zur Seite gestellt zu bekommen. Das war seinerzeit für Mainburg Landshut, das stellvertretenden Bürgermeister Thomas Haslinger zum Festakt entsandte. Der verlies dafür sogar eine laufende Stadtratssitzung, um die Freunde aus Mainburg zu beglückwünschen.
Das tat auch Landrat Martin Neumeyer, der einen Blick auf Mainburgs Kultur gewährte. Als Faschingsfreund beeindrucke ihn besonders die Faschingsgesellschaft Narrhalla, dazu bezeichnete er die Stadt als Zentrum der Blasmusik.
Danach startete das Altstadtfest – und das in der Tat mit viel Musik, die vor allem heimische Formationen darboten.

