Stadt Cham geht mit Rekordfinanzen in die Zukunft: 36,2 Millionen Euro im Rücklagentopf

Von Johannes Schiedermeier · 29. Juli 2024 um 05:00

Die Stadt Cham hat so viel Geld wie nie in ihren Rücklagen: 26,3 Millionen Euro. Und auch aktuell sieht de Lage noch immer rosig aus. Dafür hat sie aber auch millionenschwere Investitionen vor der Brust, warnte Bürgermeister Stoiber den Stadtrat vor zu großer Euphorie. Das Gremium beschloss einen neuen Radweg, stellte vorsorglich Geld zur Beseitigung der Unwetterschäden bereit und gab grünes Licht für den Bau von Ladesäulen in der Quadfeldmühle.

Das Ergebnis der Jahresrechnung 2023 sei sehr positiv, hielt Bürgermeister Martin Stoiber den Ball flach. 167 000 Euro werden der Rücklage zugeführt. Damit liegen im Rücklagentopf 26,3 Millionen Euro. Die vorgesehenen 2,6 Millionen Euro Kredit mussten nicht aufgenommen werden. Die Schulden wurden auf 4,2 Millionen Euro abgebaut.

Ist Cham bald schuldenfrei?

„Das ist eine sehr gute Ausgangsposition“, so Stoiber. Gleichzeitig trat er auf die Euphoriebremse: „Sportkindergarten, Flutbrücke, Feuerwache, Seniorenheim… Das sind alles Millionenprojekte, die ins Haus stehen!“ Das gute Ergebnis sei umso höher zu bewerten, als die Stadt auch 2023 sehr viel in ihre Infrastruktur investiert.

Stadtkämmerer Christian Plötz visierte die Schuldenfreiheit an, auch wenn hinter den Krediten derzeit absolut günstige Zinssätze stünden: „Wenn es weiterhin so läuft, dann wäre das aber trotzdem eine Möglichkeit.“ Der Stadtrat nahm die Jahresrechnung ohne Wortmeldung zur Kenntnis.

Die neue „Luckner-Runde“

Tourismusleiterin Katrin Pielmeier stellte die neue „Luckner-Runde“ vor. Es werde eine familienfreundliche Fahrradtour sein. Die kurze Runde sei 27 Kilometer lang und in einer Stunde und 40 Minuten machbar. Die Runde beginnt am Marktplatz, vorbei am Geburtshaus, Biertor, Untertraubenbach, Thierlstein, Ried am Pfahl, Stadl, Brunn, Haidhäuser Altenmarkt Janahof, Tasching, Gutmaning, Hof, Chammünster und zurück Richtung Altenstadt und Badstraße in die Innenstadt.

Die 40 Kilometer sind dann eher für geübte Radler geeignet. Dabei werde der Lamberg mit einbezogen. Der Weg führe über Chammünster und Kammerdorf wieder zurück und dauere rund zweieinhalb Stunden. Der Stadtrat beschloss die Ausweisung des Weges und dessen Beschilderung.

50 000 Euro gegen Unwetter-Zerstörungen

Künftig sollen 50 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden, um nach Unwettern die Zerstörungen zu beseitigen. Der Bauhof sei nach Starkregen akut überlastet. Deswegen sollen Fremdformen zur schnellen Beseitigung eingesetzt werden können. Das stärke die Handlungsfähigkeit der Stadt. Bürgermeister Martin Stoiber legte den Bürgern den Eigenschutz ans Herz. Sie sollten sich selbst versichern.

„Wo sollten in 15 Minuten 50 Liter pro Quadratmeter hin“, fragte Stoiber. Derartige Mengen seien bei den letzten Unwettern gemessen worden. Die Stadt könne über die Kanalisation nicht alles schützen, wenn solche Mengen vom Himmel fallen. Der Stadtrat stimmte dem Betrag zu.

E.ON baut Ladesäulen

Die E.ON hat den Zuschlag für die Errichtung von Schnellladepunkten auf der Quadfeldmühle bekommen. Es sollen vier Ladesäulen mit acht Ladepunkten errichtet werden. Dazu entstehen ein kostenpflichtiges WC und ein Snackautomat. Die Investitionen wird die E-ON übernehmen und sie wird dabei gefördert. Die Sanitäranlagen und das WC sollen barrierefrei ausgebaut werden.

Die Gebühr ist noch nicht abschließend diskutiert, liegt aber nach Aussage einer Sprecherin marktüblich in etwa bei 1,50 Euro. Der Baubeginn kann erst nach Abschluss der Förderung festgelegt werden. Danach werde es rund 16 Monate dauern bis zur Errichtung. Nach 16 Jahren wird mit der Stadt ausdiskutiert, ob der Standort weiter betrieben werden soll, wenn die Förderung ausläuft, oder ob er rückgebaut wird. Bezahlt werden könne mit jeder Kundenkarte.

Der Stadtrat hat beschlossen der E.ON Drive Infrastrukture GmbH die notwendige Fläche im Bereich des bestehenden Parkplatzes zu verpachten. Damit könne man in 20 bis 60 Minuten ein durchschnittliches E-Auto voll aufladen. „Das ist schneller als bei unseren Säulen“, räumte Bürgermeister Stoiber ein.

Tourismus-Chefin Katrin Pielmeier stellte mit Bürgermeister Martin Stoiber einen neuen Radweg vor: die Luckerrunde. Beschildert werden soll sie mit einem Luckner-Emblem auf dem Fahrrad (hinten).