Nach jahrelanger Bauphase biegt die Kloster-Sanierung in Walderbach auf die Zielgerade ein

Was lange währt, wird endlich gut – das trifft auf die jahrelange Sanierung des Klosters Walderbach zu. Seit knapp zehn Jahren ist das im Kloster befindliche Kreismuseum wegen der umfangreichen Baumaßnahmen geschlossen. 2010 begannen die Vorplanungen. Einige Unterbrechungen sowie der Auszug des Kindergartens erforderten ein neues Konzept.
Bei einem Baustellenbesichtigungstermin erläuterten Claudia Dirmeier, Sachbearbeitung Grundstücksbewirtschaftung Immobilien Bayern, und Katrin Rothfischer vom staatlichen Bauamt am Donnerstag den Stand der komplexen Baumaßnahme. Einen geschichtlichen Einblick in das ehemalige Zisterzienserkloster, in dessen Konventgebäuden das Landkreismuseum untergebracht ist, gab Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx vom Landratsamt Cham.
Lesen Sie hier: Sommer-Rezept: Diese saftigen Heidelbeermuffins machen Groß und Klein glücklich
„Die gesamte Baumaßnahme mit statischer Sicherung und Instandsetzung der Innenräume liegt im Verantwortungsbereich der Immobilien Bayern“, sagte Claudia Dirmeier, zuständig für den Regionalbereich Oberpfalz. Der umfangreiche Maßnahmenkatalog werde mit dem Landesamt für Denkmalschutz und dem Landkreis abgestimmt. Schnell sei klar geworden, dass Teilsanierungen zu aufwendig wären – und so wurde die Komplettmaßnahme, für die der Freistaat mehrere Millionen investiert, in Angriff genommen.
Der Dachstuhl und die Gewölbe erhielten eine statische Ertüchtigung, Decken wurden verstärkt, Kanal und Dachentwässerung erneuert, auf Barrierefreiheit und Sicherheitsvorkehrungen geachtet.
Es erfordert Fingerspitzengefühl
Zum Schutz der Exponate wurde eine Temperierung in den Sockelleisten verbaut und zum Schutz vor UV-Strahlen und Infrarot werden an einigen Fenstern Sichtschutzfolien aufgebracht. „Präventive Konservierung nennt man das“, erklärte Kleindorfer-Marx. „Der Rückbau von ehemaligen Wohnungen und die aufwendige Sanierung der Holzböden mit Ausbau, Aufbereitung und erneutem Einbau erforderten einen gewissen Zeitaufwand“, sagte Dirmeier und betonte, dass das Bauamt eine große Hilfe sei, alles historisch hinzubekommen. „Es erfordert Fingerspitzengefühl, nicht zu sehr in die Gebäudesubstanz einzugreifen“, bemerkte Katrin Rothfischer, denn es seien auch die Vorgaben des Landesamtes für Denkmalschutz zu beachten.
Ein großer Part seien derzeit die Innentüren, die von einem Restaurator aufbereitet werden sowie die diffizile Statik für eine Stahltreppenanlage im Bereich der Orgelempore zum Dachboden. Die Holztreppen mit Blockstufen zu den einzelnen Geschossen sind bereits montiert. Zu den Räumen sind die Originaltürstöcke erkennbar. Die Elektroinstallation mit Verkabelung und Hängung der Beleuchtungskörper wird eine der letzten Arbeiten sein.
Kleindorfer-Marx freut sich, dass im Erdgeschoss, das barrierefrei gestaltet wird, an die 400 Quadratmeter für Ausstellungen in sechs Räumen und im breiten Flur zur Verfügung stehen werden. „Diese hohen Räume heißt es dann mit Ausstellungen zur Wirkung zu bringen.“ Zudem stehen für die Exponate die Räume im I. und II. Obergeschoss als Depot zur Verfügung. „Mit Blick auf eine spätere anderweitige Nutzung mussten einige Maßnahmen so konzipiert werden, dass sie problemlos zurückgebaut werden können“, sagte Rothfischer, die ein wohlwollendes Miteinander mit den Baufirmen bescheinigte.
Übergabe für Frühjahr 2025 geplant
Auf einen Fertigstellungstermin angesprochen, meinten die Verantwortlichen, dass alle Aufträge vergeben und die Firmen mit Herzblut dabei seien sowie große Fortschritte gemacht würden. „Sollten keine unerwarteten Komplikationen auftreten, planen wir die Übergabe für Frühjahr 2025 ein“.
Sobald das Objekt staubfrei sei, könne das Museum einziehen, wobei es die Depoträume bereits früher nutzen könne. Mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahme und der Eröffnung des Museums könne das Kloster Walderbach als „Fenster in die Vergangenheit“ gesehen werde, so Rothfischer. Kleindorfer-Marx kann es kaum erwarten, den ersten Besucher des Museums am digitalen Eingangsbereich zu begrüßen.


