Burglengenfeld: Endlich kommt die Querungshilfe in der Kallmünzer Straße

Das hat es in Burglengenfeld lange nicht gegeben: In nur 35 Minuten ist es dem Stadtrat am Mittwochabend gelungen, neun Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Im Mittelpunkt standen unter anderem zwei Straßenbauprojekte. Eines davon hat eine besonders lange Vorgeschichte.
„Berufs-, ernte-, urlaubs- und krankheitsbedingt“, so Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) einleitend, war das Gremium stark dezimiert in die letzte Sitzung vor der Sommerpause gestartet. Es fehlten nicht weniger als neun Mandatsträger – die Lücke, die Phillip Poguntke (Die Linke) hinterlassen hat, mitgerechnet.
Fast ganz oben auf der Agenda stand diesmal ein Thema, das die Räte schon über zehn Jahre beschäftigt: die Querungshilfe in der Kallmünzer Straße, kurz vor der Einmündung in die Lena-Christ-Straße. Immer wieder war die Maßnahme geschoben worden, nun soll sie realisiert werden. Dem Vernehmen nach beginnen die Arbeiten am 1. August und sollen Mitte Dezember abgeschlossen sein.
Erfolgreich mit dem Bauamt verhandelt
Stadtbaumeister Franz Haneder wartete mit umfangreichen Informationen dazu auf. Tenor: Selbst für eine vergleichsweise kleine Maßnahme muss bisweilen ein Riesenaufwand betrieben werden. Verhandlungen können sich aber durchaus bezahlt machen.
Sah es nämlich zunächst so aus, als müsste sich die Stadt schon damit zufrieden geben, dass das Staatliche Bauamt überhaupt die Erlaubnis erteilte, die Straße zu verändern, so sagte die Behörde am Ende doch eine beachtliche Kostenbeteiligung zu.
Über die Querungshilfe dürften sich viele Burglengenfelder freuen. Weil ganz in der Nähe ein neues Kinderhaus geplant ist, gewinnt die Maßnahme weiter an Bedeutung. Mehr dazu lesen Sie hier.
Die Baumeisterarbeiten wurden an die Firma Strabag vergeben, die dafür knapp 200000 Euro verlangt. Rund zwei Drittel übernimmt gemäß einer Vereinbarung der Freistaat. Nur ein Drittel, also rund 63000 Euro, bleiben damit an Burglengenfeld hängen. Allerdings kommen das Honorar für die Planung sowie die Ausgaben für die Beleuchtung und die Bepflanzung hinzu – in Summe rund 40000 Euro.
Bäume sollen Autofahrer bremsen
Am Anfang und am Ende der zwei Meter breiten Verkehrsinsel ist jeweils ein Baum vorgesehen. Haneder hat sich dafür stark gemacht, weil durch die „optische Einengung des Lichtraumprofils“ die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer erhöht werde. Außerdem würden Autofahrer den Fuß eher vom Gas nehmen.
Der Stadtbaumeister beschrieb in der Vorlage die Maßnahme bis ins Detail: Weil die an der Insel vorbeiführenden Fahrbahnstreifen 3,50Meter breit sein müssen, ist die Staatsstraße in diesem Bereich insgesamt zu verbreitern. Aus „fahrdynamischen Gründen“ erstreckt sich die Aufweitung auf eine vorgeschriebene, aber nicht benannte Länge. Ein Wassergraben neben der Fahrbahn muss verrohrt werden, außerdem gilt es die Querungshilfe zu beleuchten und einen Gehweg zu verlängern.
Die Maßnahme geht auf einen Antrag der SPD zurück. Die Bedeutung ist unstrittig und dürfte weiter wachsen, denn kürzlich wurde beschlossen, nur wenige Meter entfernt ein Kinderhaus anzusiedeln.
Beim Klingentor: Nun doch in einem Aufwasch
Auch Beim Klingentor wird derzeit viel Geld verbaut. In Abstimmung mit den Stadtwerken Burglengenfeld (SWB) werden Kanal- und Wasserleitungen saniert, anschließend sollen Straße und Gehweg erneuert werden. An Letzterem beteiligt sich auch das Bayernwerk mit 19000Euro, so dass sich der Anteil, den die Kommune zu stemmen hat, auf rund 75000Euro beschränken soll. Ferner werden Ausgaben für die Beleuchtung fällig. Haneder bezifferte sie auf circa 22700 Euro.
Mehrfach, so erinnerte der Stadtbaumeister, waren die Maßnahmen Beim Klingentor wegen „nicht zur Verfügung stehender Mittel“ verschoben worden. Dann aber habe man sich darauf verständigt, dass die SWB heuer Kanal- und Wasserleitungsarbeiten durchführen und die Stadt 2025 nachzieht, weshalb für heuer noch keine Haushaltsmittel beantragt worden sind.
Diese Strategie ist schon wieder überholt. Im Stadtrat klang durch, dass die Arbeiten nun „in einem Aufwasch“ erledigt werden sollen, was 2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) ausdrücklich begrüßte. Er plädierte jedoch dafür, bei den Bordsteinen unbedingt abgerundete Elemente einzusetzen. Scharfkantige Steine, wie sie in der Goethestraße verbaut wurden, würden bei Kontakt mit Fahrzeugfelgen schnell abplatzen. Außerdem könnten stürzende Radler schwer verletzt werden. Haneder sicherte zu, sich darum zu kümmern.
Michael Hitzek (SPD) sorgte sich, das nun geplante Vorgehen Beim Klingentor könnte zu Lasten anderer Straßenbaumaßnahmen, zum Beispiel zwischen Hub und Katzenhüll gehen. Haneder verneinte dies. Weil einige Rechnungen dafür erst 2025 aufschlagen würden, ließen sich die Mittel problemlos umschichten.
