Die Toten vom Limes füllen den Kursaal

Jetzt hatten die Toten vom Limes in Bad Gögging ihren ersten großen Auftritt. Bei der Premierenlesung im Kursaal präsentierten die beiden Autoren Tessy Haslauer und Peter Barth erstmals längere Passagen ihres gemeinsamen Krimis.
„Wie gefährlich ist Bad Gögging?“ Diese Frage warf dabei Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel eingangs auf. Eindeutig zu beantworten ist das für die Person des römischen Centurios Gaius Stultus, der im Roman der beiden mit seiner Militäreinheit durch die moorige Gegend beim heutigen Kurort marschiert. Als er in einem Sumpfloch steckenbleibt, helfen ihm die Soldaten nicht etwa, sondern sorgen dafür, dass er endgültig untergeht.
So beginnt der Roman Die Toten vom Limes, mit diesem Kapitel starteten die beiden Autoren bei der Lesung im Kursaal, bei der fast jeder Platz besetzt war. Dass es dieses Buch jetzt gibt, ist laut Memmel auch ein Verdienst von Margit Zettl-Feldmann, Vorsitzender des Tourismusverbandes, und ihrer Kollegin im Vorstandsgremium Melanie Huber.
Von den beiden stammte die Idee, einen Roman in Auftrag zu geben – als besonderes Schmankerl zum Jubiläum des Verbandes. Mit ihm habe Bad Gögging jetzt ein Alleinstellungsmerkmal unter den Kurorten.
Bemerkenswerte Details
Nun erfuhren die Gäste bei der Lesung nicht, ob der tote Römer mit der Leiche aus dem Heute etwas zu tun hat, die im Laufe der Geschichte noch entdeckt wird. Wer das wissen will, muss sich das Buch schon kaufen. Memmel verriet immerhin, dass der Roman mit „vielen bemerkenswerten Details“ aus dem Kurort aufwartet. Barth beschrieb das in seiner Einführung folgendermaßen: „Das Buch ist praktisch ein Rundgang durch Bad Gögging, jeder Kurgast kann ihn nachgehen.“ Aktuelles aus dem Kurort ist in das Buch eingearbeitet. Und wer die Anknüpfungspunkte an das wirkliche Bad Gögging eventuell allein aus dem Text heraus nicht erkannte, erhielt per Fotos, die auf eine Leinwand geworfen wurden, zusätzliche Hinweise. Zu sehen war da etwa die Baustelle für die Wohnblöcke, die am Ortseingang entstehen. Im Roman wird dort aber ein Wellnesshotel hochgezogen.
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Nach dem Untergang des Centurios macht der Roman einen großen Zeitsprung – auf eben diese Baustelle. Dort taucht der Römer als Moorleiche wieder auf. Allerdings dauert es nicht lange, und im Park der Römerbad-Klinik findet sich auch ein Toter. Mediziner und Polizei finden heraus, dass der nur wenige Stunden tot ist.
Und: Es ist kein Unbekannter. Es ist ebender Hotelier, der das Wellnesshotel bauen lässt. Eines besaß er bereits. Die Zuhörer der Lesung erhielten das Hotel Eisvogel als Foto vorgesetzt. Im Roman heißt es Hotel Blattl – wie der Tote. Jeder, der sich in Bad Gögging ein wenig auskennt, weiß, welche Familie dort im wahren Leben residiert.
Lacher im Publikum
Haslauer hatte schon im Vorfeld der Lesung betont, dass Ähnlichkeiten von handelnden Figuren im Roman zu echten Personen rund um Bad Gögging keinesfalls Zufall sind. Und so lachen immer wieder Zuschauer laut auf, als sie im Laufe des vorgelesenen Textes ihnen bekannte Personen zu erkennen glauben.
Die gesamte Geschichte verrieten die beiden Autoren ihrem Publikum nicht. Nur so viel sagten sie zum Abschluss: Der große Höhepunkt des Romans, bei dem dann alle Rätsel gelöst werden, steigt bei der Limestherme.
Viele Besucher der Lesung waren vom Vortrag schon zur Pause so fasziniert, dass sie sich schnell ein Exemplar des Romans holen wollten, so dass die Schlange am Verkaufsstand im Foyer des Kursaals nicht kürzer werden wollte.
Unter denen befand sich die Sittlingerin Monika Zinner. Sie habe nicht lange überlegen müssen, zur Lesung zu kommen. „Wenn hier schon einmal etwas los ist, muss man schon kommen.“ Und so machte sie sich mit dem Buch in der Hand gleich auf den Weg zu den Autoren, damit diese das Werk signieren konnten. Sicherlich solle das Buch auch eine Werbung für den Kurort sein, sagte Barth im Gespräch mit dem Publikum nach der Lesung. Deshalb habe man ganz bewusst viele Sehenswürdigkeiten des Orts in die Handlung mit hineingebracht.
Da ist sicherlich dies eine gute Nachricht. So ließ Haslauer durchblicken, dass es eine Fortsetzung geben könnte. Die Lektorin des Verlags, in dem Die Toten vom Limes erschienen sind, hätte da schon eine Idee. Die Geschichte rund um den toten Römer könnte weitergestrickt werden, wenn das Hotel erst einmal gebaut und der dort drinnen ausgestellt sein könnte.

