Zum Jubiläum tauchen Tote am Limes auf

So mancher hat wohl schon längst darauf gewartet: Jetzt gibt es ihn jetzt – den ersten Bad-Gögging-Krimi. Sein Titel lautet: Die Toten vom Limes. Schon dessen Entstehen ist eine interessante Geschichte, mit der Tessy Haslauer und Peter Barth so einiges zu tun haben.
Anfang des vorigen Jahres gab es so manche Vorstandssitzung beim Tourismusverband im Kurort, der heuer sein 50-jähriges Jubiläum feiert. Die Mitglieder des Gremiums waren offensichtlich auf der Suche nach einem besonderen Zuckerl, das man dann beim geplanten Festakt präsentieren könne. Damals wussten Tessy Haslauer, die als Autorin von Kriminalromanen schon einen Namen hat, und ihr guter Bekannter Peter Barth noch nicht, was damit auf sie zukommen sollte.
Schließlich hatte ein Gremiumsmitglied die Idee: Es gebe doch mittlerweile jede Menge Regionalkrimis – ausgerechnet aus Bad Gögging aber noch nicht.
Die Vorsitzende des Tourismusverbandes Margit Zettl-Feldmann wusste dann auch sofort, wer diesen Plan umsetzen könnte. Sie wandte sich an die Autorin Haslauer, die, wie berichtet, schon einige Romane dieses Genres erfolgreich veröffentlich hat. Allerdings spielen all diese Geschichten im Bayerischen Wald. Inzwischen gibt es fünf Romane aus ihrer Feder.
Die 54-Jährige erhielt die Anfrage im Frühjahr 2023. Als sie erfuhr, dass der Roman pünktlich zum Jubiläum fertig sein sollte, war ihr sofort klar, dass sie das nicht alleine schaffen würde. Sie mache das nur mit einem Co-Autor, meinte sie, den sie dabei schon im Blick hatte. Hier kommt der 69-jährige Peter Barth ins Spiel. Beide kennen sich schon seit gut vierzig Jahren, und nicht nur das: Beide haben bereits eine gemeinsame Geschichte als Autoren-Duo.
Ein bekanntes Autorenduo
Vor vielen Jahren haben sie zusammen ein Theaterstück für die Gögginger Landjugend verfasst. Barth war ehemals deren Vorstand und jährliche Theateraufführungen gehören schon seit Jahrzehnten dazu. Er wusste, dass Tessy Haslauer schon immer Spaß am Schreiben hatte und so kam es damals zu dieser Zusammenarbeit, und auch jetzt erneut.
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Vorab sicherte sich Tessy Haslauer die Unterstützung des Verlages, bei dem ihre jüngsten Werke erschienen sind. Sicherlich hätte man es auch anders machen können, so dass der Tourismusverband für den Druck hätte aufgekommen müssen. „Dann hätten wir aber alles selber machen müssen“, betont Haslauer. Also Lektorat, Korrekturlesen, Layout des Buchcovers, Marketing und so weiter. Das wäre zeitlich kaum zu schaffen gewesen. Auch so war es - nach Zusage ihres Verlages - ein Wettrennen mit dem Kalender. Abgabetermin des fertigen Textes war Ende November vorigen Jahres. Das klappte, weil zwei zusammengearbeitet haben, die sich verstehen.
Wobei das so eine Sache ist. „Wir haben uns auch gestritten“, erinnert sich Barth. Allerdings seien die Differenzen bei Treffen im Biergarten, gemeinsam mit den jeweiligen Ehepartnern, schnell wieder ausgeräumt gewesen. Einen Roman zu zweit zu schreiben, sei auch für Haslauer etwas Neues gewesen. Als man gemeinsam zuerst die Geschichte grob skizziert hatte, habe man sich, kurz gesagt, die handelnden Personen unter sich aufgeteilt und jeder hat seine Teile des Romans begonnen.
In regelmäßigen Gesprächen habe man den Handlungsstrang weiterentwickelt, vonseiten des Tourismusverbandes hatte es nur eine Vorgabe gegeben: Die Handlung sollte in Bad Gögging angesiedelt sein. Um die geschichtliche Seite zu beleuchten, haben die Autoren Infos von einem historischen Verein eingeholt.
Zu Beginn habe die Geschichte nicht von vorn bis hinten festgestanden. „Wir wussten selbst lange Zeit nicht, wer der Mörder ist“, beschreibt es Barth. Haslauer liebe diese Art des Schreibens, nicht gleich alles im Vorfeld festzulegen, so dass sich das Geschehen entwickeln könne.
Text in einem Fluss
Ein wenig Mehrarbeit hatte Haslauer doch mit dem Manuskript. Denn Vorgabe des Verlages war, dass der Schreibstil im Buch gleichbleibend sein müsse, unabhängig davon, welcher der Autoren den Text verfasst hat. So habe sie die Textpassagen von Barth jeweils entsprechend bearbeitet und angepasst. Das macht dem 69-Jährigen nun überhaupt nichts aus: „Ich bin stolz, dass ich bei diesem Projekt habe mit dabei sein dürfen“, betont der Rentner. Letztendlich sei es für ihn ein Abenteuer gewesen.
Dieses könne sich durchaus wiederholen, denn beide seien nicht abgeneigt, einen weiteren Roman gemeinsam zu fabrizieren. Wenn die Verkaufszahlen stimmen, stünde eigentlich nichts dagegen. Allerdings steht noch in den Sternen, wann beide Zeit dafür finden. Ehrlicherweise warte Haslauers Verlag auf die Fortsetzung ihrer Krimireihe aus dem Bayerwald. Und Barth hat mit dem Krippenbauen ein zeitaufwendiges Hobby.
Der Roman
Inhalt: Haslauer und Barth haben nach eigener Aussage erst einmal Themen gesucht, die wichtig seien für Bad Gögging. Man sei dann auf Stichworte wie Schwefel und Moor gekommen. „Dann haben wir überlegt, wie die Römer da hineinpassen“, berichten sie. Den letzten Anstoß hätten aktuelle Bauarbeiten im Ort gemacht.
Story: Um das geht es: Bei Bauarbeiten für ein Wellnesshotel stoßen Arbeiter auf einen Toten. Schnell stellt sich heraus: Das sind alte Überreste eines Römers. Allerdings bleibt es nicht bei diesem einen Toten. Es gibt einen Mord im Heute, der das Interesse eines pensionierten Kriminalkommissars weckt. Und der geht den richtigen Ermittlern, die aus Landshut angereist sind, mächtig auf die Nerven.
Personen: Alle im Buch vorkommenden Akteure sind laut Haslauer frei erfunden. Es handelt sich jeweils um Namen, die es in Bad Gögging (hoffentlich) nicht gibt. Und doch: Wer sich genau in Neustadt a. d. Donau und Bad Gögging auskenne, dem werde die eine oder andere Marotte von bekannten hiesigen Gesichtern sehr wohl auffallen. Das habe sich so ergeben, die Auftraggeber vom Tourismusverband hätten schließlich einen Roman mit Lokalkolorit gewollt. Wer jetzt aber wissen will, ob in der Geschichte tatsächlich ein alteingesessener Bad Gögginger zum Mörder wird, muss sich das Buch, das mittlerweile mit Handel angekommen ist, schon kaufen.
Vorstellung: Einen ersten kleinen Einblick in ihren Roman wollen die beiden Autoren im Rahmen des Festakts zum Jubiläum des Tourismusverbandes am 17. Juli geben, der jedoch nur für geladene Gäste ist. Es gebe eine kurze Einführung und eine Lesung von höchsten zehn Seiten. Am 23. Juli wird es dann eine sogenannte Premierenlesung in Zusammenarbeit mit der Stadt geben. Laut Veranstaltungskalender wird es gruselig: In schaurig-schöner Atmosphäre im Römerbadpark Bad Gögging. Ab Einbruch der Dunkelheit kann man sich mit den Autoren am Originalschauplatz in die Welt von Kommissar Moser begeben. Bei schlechtem Wetter werde es im Kurhaus stattfinden. Beginn ist 20.30 Uhr.
Verkauf: Wer nicht so lange warten will, dem sei gesagt, dass „Die Toten vom Limes“ im Emons-Verlag erschienen und über den Buchhandel zu erhalten ist. Darüber hinaus soll das Buch an der Kasse der Limestherme und in der Touristinfo verkauft werden. Auch bei der Veranstaltung am 23. Juli wird der Roman zu erstehen sein.