Schock für Regensburger Influencerin: Hundsgemeiner Gift-Angriff auf Welpe Lotty

Von Philip Hell · 23. Juli 2024 um 16:26

Lottys rechtes Ohr klappt manchmal nach vorne, wenn sie mit ihren stahlblauen Augen in die Kamera blickt. Der kleine Welpe ist derzeit das Lieblingsmotiv ihres Frauchens, der Regensburger Influencerin Anna Scherg. Mal sehen deren rund 150000 Follower, wie der 18 Wochen alte Australian Shepherd durch den Park tobt, mal sehen sie, wie der Welpe die Wohnung mit Klopapier verwüstet. Am vergangenen Samstag wurde der jungen Hundedame ihre Neugier allerdings fast zum Verhängnis.

Sie sei gerade auf der morgendlichen Gassi-Runde vor der Kindertagesstätte an der Donaulände zwischen Bayernmuseum und Villapark gewesen, als Lotty ein Stöckchen in den Mund nahm, erzählt Frauchen Anna Scherg der MZ. „Das hat sie allerdings nicht wie sonst wieder ausgespuckt. Das hat mich stutzig gemacht.“ Scherg zog ihrem Hund das Stöckchen aus dem Maul − und machte eine schockierende Entdeckung. Lotty hatte einen Knochen mit blauem Pulver erwischt. „Bei mir haben sofort die Alarmglocken geschrillt: Das muss ein Gift-Köder sein.“

Gift-Köder in Regensburg: Schnell zum Tierarzt

Sie sei sofort nach Hause geeilt und habe nach Tierärzten gesucht, die am Samstag Dienst haben. „Zum Glück hatte eine gleich um die Ecke auf.“ Die Ärztin habe Lotty mit einer Spritze zum Erbrechen gebracht, erzählt Scherg. „Danach war sie den ganzen Tag fertig. Sie hat nur noch geschlafen.“ Inzwischen geht es der jungen Lady auf vier Pfötchen wieder besser. „Sie zeigt keine Symptome.“ Es könne aber durchaus sein, dass sich der Zustand noch verschlechtert, sagt Scherg. Die Influencerin möchte nun andere Hunde-Besitzer warnen – und nicht nur die. Auch um die Kleinen in der Kindertagesstätte sorgt sie sich. „Die nehmen ja auch solche Sachen in den Mund...“

Scherg zeigte den Vorfall auch bei der Polizei an. Das bestätigt Kerstin Stolze, Sprecherin der Polizeiinspektion Regensburg Süd. Bislang seien in diesem Bereich allerdings keine weiteren Gift-Köder Vorfälle bekannt geworden.

Die Kindertagesstätte an der Donaulände wird von der Stadt Regensburg betrieben. Dort sei der Giftköder-Fund bislang nicht bekannt gewesen, sagte Sprecherin Juliane von Roenne-Styra auf Anfrage. Dementsprechend seien auch keine weiteren ähnlich gelagerten Vorfälle bekannt.

Gift-Köder: Tierschutzverein rät zu Eile

Der Tierschutzverein Tasso rät dazu, sofort zum Tierarzt zu gehen, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht. Mögliche Symptome sind Erbrechen, übermäßiges Hecheln, vermehrter weißer Speichel, blasse Schleimhäute, veränderte Pupillen und eine allgemeine Teilnahmslosigkeit.