Debatte um das Bürgergeld – so viele unter 25-Jährige erwerbsfähige leben von der Stütze

Von Mittelbayerische Zeitung · 22. Juli 2024 um 16:44

Etwa vier Millionen erwerbsfähige Menschen gibt es im Juni 2024, davon sind 305.000 unter 25 Jahre alt (7,6 Prozent). Weitere 11,5 Prozent der Bürgergeld-Bezieher in Deutschland sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Wieso das ein Problem ist.

Insgesamt sind also 765000 Bezieher von Bürgergeld, die erwerbsfähig wären, unter 35. Ihnen stehen 585000 Bürgergeld-Bezieher gegenüber, die über 55 Jahre alt sind. Auf Regionalebene ist dieses Verhältnis sogar noch gravierender. Beispiel Stadt Regensburg: Von 5761 Leistungsbeziehern sind 1122 über 55, 1052 sind unter 25 Jahre alt. Der Anteil an Ausländern am Bürgergeld liegt bei 53 Prozent.

Kommentarzum Thema: Bürgergeld ist das Geld arbeitender Bürger

Dass es Änderungen beim Bürgergeld geben muss, ist wohl jedem in der Ampel-Koalition klar. Die Akzeptanz der Sozialleistung ist auf einem Nullpunkt angekommen. Daran ist die Ampel nicht unschuldig. Schon der Name verschleiert, dass es sich nicht um Geld für alle Bürger, sondern um Geld von allen Bürgern handelt, die einer Arbeit nachgehen. Die kommen sich veräppelt vor und haben das Gefühl, sie stehen morgens auf, damit andere im Bett liegen bleiben können.

Das führt zu Geburtsfehler Nummer zwei. Zwar gibt es eine Differenzierung danach, ob ein Empfänger zuvor 40 Jahre lang in die Sozialkassen eingezahlt und gearbeitet hat, oder ob er gerade aus der Ukraine eingereist ist. Älteren erwerbsfähigen Langzeitarbeitslosen werden etwa höhere Beträge beim Schonvermögen zugestanden. Gleichzeitig fragt man sich, wieso diese Menschen, die oft ein paar Jahre vor der Rente arbeitslos werden und schließlich im Bürgergeld landen, von der selben Arbeitsagentur-Mitarbeiterin betreut werden wie einer von 500000 Syrern. Letzterer gehört in ein Integrationsprogramm, das erst Deutsch vermittelt, dann in den Job. Denn wenn 700000 Stellen in diesem Land unbesetzt sind, lässt es sich schwer vermitteln, wieso noch immer Hunderttausende Kriegsflüchtlinge aus aller Herren Länder ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können.

Übrigens auch nicht, dass ein 25-Jähriger im Bett liegen bleibt, während ein 65-Jähriger noch zwei Jahre aufstehen muss, weil die Rente mit 67 angeblich alternativlos ist.