Schlossfestspiele in Regensburg mit viel internationalem Publikum – Veranstalter plant für 2025

Der Auftakt fiel ins Wasser. Das könnte Reinhard Söll, den Gründer und Veranstalter der Thurn und Taxis Schlossfestspiele, eine Menge Geld kosten. Dennoch ist er mit der Konzertwoche zufrieden.
Wieder strömten Tausende Besucher, darunter viele internationale Musikfreunde aus ganz Europa und sogar den USA, nach Regensburg, genossen Sänger, Bands und Atmosphäre.
Wegen einer drastischen Gewitterwarnung entschied sich Söll, den Premierenabend mit der Bizet-Oper „Carmen“ abzublasen. Am folgenden Tag ist sie wie geplant aufgeführt worden. Dass der extrem umstrittene AfD-Politiker Maximilian Krah, von dem sich selbst die eigene Partei distanziert, dann in der ersten Reihe Platz nahm, irritierte zahlreiche Besucher.
Zahlt die Versicherung?
Doch zurück zum Auftakt: Reinhard Söll sagt, er habe lange überlegt, ob er absagen solle. Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes habe ihm keine andere Wahl gelassen. Die betroffenen Zuschauer konnten Tickets für den Samstag eintauschen, erhielten das Geld zurück oder auch Gutscheine. Seit der Flut im Ahrtal tendiere der Deutsche Wetterdienst zum Schwarzsehen und übertreibe, beobachtet Söll. „Die gehen auf Nummer sicher.“ Seine Versicherung springe im Prinzip ein. Aber ganz klar sei das noch nicht. „Ein gewisses Risiko ist dabei, auch für den Veranstalter.“
Der 65-Jährige genoss besonders die Operngala mit der Sopranistin Asmik Grigorian, die seit Jahren bei den Salzburger Festspielen singt. „Sie ist für mich der künstlerische Höhepunkt.“ Grigorian sei dabei, eine weltumspannende Karriere zu machen.
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Das Publikum erwartet am Freitagabend Italiens erfolgreichsten internationalen Star Zucchero. Seit Ende 2023 waren die Tickets fast ausverkauft. Bei Schlagersternchen Andrea Berg wurde ausgelassen getanzt und mitgeklatscht. Die Sehnsucht nach Leichtigkeit ist in diesen Zeiten bei vielen größer als sonst. Für das Konzert der italienischen Pop- und Rocklegende Umberto Tozzi am Sonntag gibt es noch wenige Karten.
„Wir sind paralysiert“
Eine Menge leisten Hotel-Betreiberin Stephanie Birnthaler und ihr Catering-Team. Die abgesagte Premiere habe sie hart getroffen. „Dafür hat uns das Wetter jetzt entschädigt“, sagt sie. Die Resonanz der Gäste tue ein Übriges. Birnthaler und ihr Team servieren an jedem Abend ein inhaltlich zum Konzert passendes Menü – bei Zucchero etwa italienisch angehauchten, gefüllten Kalbsrücken mit Trüffelrisotto.
Einen Schatten auf die Schlossfestspiele wirft der Besuch des AfD-Politikers Krah. Als er sich niederließ, standen andere Gäste auf, die nicht in seiner Nähe sitzen wollten. Der 47-Jährige hatte im Mai in einem Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica SS-Verbrechen relativiert. „Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war“, sagte er. Frankreichs Rechtspopulisten kündigten darauf die Zusammenarbeit mit der AfD im Europaparlament auf. Die verbot ihrem Kandidaten für das EU-Parlament, bei Wahlveranstaltungen aufzutreten.
Reinhard Söll sagt dazu nur so viel: „Die Fürstin entscheidet, wen sie einlädt und wer in der ersten Reihe sitzt.“ Krah sei nicht aufgrund einer Entscheidung von Odeon Concerte dort gesessen.
Schockiert reagierten viele Regensburger auf das Auftauchen des AfD-Manns. Und bei wichtigen Partnern der Schlossfestspiele hieß es „Wir sind paralysiert.“ Eine schriftliche Stellungnahme an die Veranstalter werde folgen.
Jonas Kaufmann kommt
Reinhard Söll und Sohn Ludwig (24) planen längst die Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2025. Wieder in Regensburg gastieren wird der Opernsänger Jonas Kaufmann. Auch eine „Jedermann“-Inszenierung kündigt der Impresario an.


