Geschichte mit Lokalkolorit: Romanautor aus Abensberg legt nun mit zweitem Werk nach

Von Lucia Pirkl · 19. Juli 2024 um 11:00

Unheimlich und aberwitzig: Mit „Krammers Faktum“ spinnt Ray Mohra aus Abensberg seinen ersten Roman weiter.

Mutterseelenallein und festentschlossen stand Krammer einst am Bahnhof. Er wollte nur Eines: Weit weg von allem. Als Ray Mohra vor einigen Jahren sein erstes Buch „Krammers Turntable“ schrieb, floss Vieles aus seinem wirklichen Leben mit ein. „Der Anfang ist genauso passiert“, sagt er. So mancher Leser mag sich gefragt haben, wie es mit Andi Krammer, dem Protagonisten des Buchs, wohl weiterging. Nun gibt es eine Fortsetzung.

Dabei hatte der passionierte Musiker Mohra eigentlich gar keinen zweiten Teil geplant. Und doch hat er ihn jetzt geschrieben. „Krammers Faktum“ nimmt die Geschichte von Krammer 40 Jahre später wieder auf, man kann die beiden Bücher aber auch getrennt voneinander lesen.

Im ersten Roman wollte der 18-Jährige Krammer einen Mord aufklären und geriet dabei selbst in Gefahr. Im neuen Roman ist er nach Bayern gezogen, „genau wie ich“, sagt Mohra, der ursprünglich aus dem Rheinland stammt. Hier macht er, genauso wie Mohra, Musik. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten schon. Denn Krammer passieren unheimliche Dinge, „es ist eine abwitzige Geschichte“, sagt Mohra, möchte aber gleichzeitig nicht zu viel verraten.

Viel Recherche nötig

Kriminell wird es auch diesmal, aber nicht nur: „Es geht sehr bunt, sehr turbulent zu.“ Das Bunte und Völkerverständigende sei ihm wichtig gewesen, „es soll auch ein Stück weit ein Statement für mehr Offenheit, für die Akzeptanz von Unterschieden sein“, so Mohra.

Einen Schuss „Mystery, viel Humor“ und vor allem einiges an Lokalkolorit habe sein neues Werk, sagt der Wahlabensberger. Leser werden den einen oder anderen Schauplatz in ihrer Heimat wiedererkennen, vielleicht sogar die eine oder andere lebende Person aus Abensberg.

Im Gegensatz zum ersten Buch, das er in ein paar Monaten runtergeschrieben hatte, hat der zweite Roman sehr viel länger gedauert, nämlich etwa eineinhalb Jahre. Sehr viele Pausen entstanden durch die Musik. Mit der Band LiaB, Lost in a Bar, in der er Klavier spielt, bereitet Mohra gerade ein Weihnachtsalbum vor, stand viel auf der Bühne. Er schreibt aber auch Songs und hatte schon zu seinem Album „Take me to Funtown“ eine Geschichte geschrieben. Und zudem hat Mohra ja auch noch einen normalen Job.

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Und nicht nur das Schreiben, sondern etwas anderes war diesmal sehr zeitintensiv: „Die meiste Zeit ging tatsächlich fürs Recherchieren drauf“, sagt Mohra. Er sprach mit einem Kriminalkommissar in München, besuchte das Asylbewerberheim in Abensberg, betrieb viel Internetrecherche.

Einen strengen Fahrplan für die Geschichte hatte er indes nicht: „Die Geschichte entwickelt sich beim Schreiben.“ Während er sich mit dem ersten Buch auch ein bisschen was von der Seele schreiben wollte, wie Mohra verrät, sei sein Krammer mittlerweile gereift. Ein Foto von Lost-Places-Fotograf Peter Untermaierhofer, das er als Titelbild für den neuen Roman nutzen durfte, habe ihm diesmal den Impuls gegeben, wie die Geschichte um Krammer weitergehen könne.

Schreiben wird weitergehen

Nachdem die Geschichte fertig war, hat Mohra sie im Selbstverlag veröffentlicht. Auch das Cover hat er selbst gestaltet, „mit KI, aber das hat gedauert, bis es gut geworden ist“. Und er kümmert sich auch um die Werbung komplett selbst. „Einen Verlag zu finden, wäre klasse.“

Die Krammer-Reihe sei nun aber erst einmal abgeschlossen, sagt Mohra. Über einen dritten Teil denkt er nicht nach. Eines ist jedoch schon jetzt sicher: „Das Schreiben wird weitergehen. Das würde ich am liebsten viel mehr machen.“

„Krammers Faktum“: Wie schafft man einen Geist nach Bayern?:

Handlung: Spätsommer 2024: Vierzig Jahre ist es nun her, dass Andi Krammers Vater ermordet wurde, als in dessen ehemaliger Wohnung plötzlich seltsame Dinge geschehen. Ein herbeigerufener Geisterbeschwörer findet dort schließlich ein „Faktum“ und verkündet, dass der Geist des ermordeten Krammer den Kontakt zu seinem Sohn Andi sucht, der inzwischen in Bayern lebt und keine Ahnung davon hat, dass in seiner unmittelbaren Nähe ein gefährlicher Frauenkiller sein Unwesen treibt. Eine äußerst turbulente und spannende Geschichte nimmt ihren Lauf. Doch zunächst ist die Frage zu klären, wie man einen Geist nach Bayern schafft.

Buch: Das Buch „Krammers Faktum“ ist für 16 Euro auf seiner Homepage und im Buchhandel erhältlich unter der ISBN 978-3-75-831440-7.

Der Vorroman „Krammers Turntable“ ist in der neuen Aufmachung mit neuem Titelbild unter der ISBN-Nummer 978-3-75-831881-8 erhältlich.