Mehr Platz zum Lernen und Lehren: In der Realschule in Abensberg setzt man auf praktische Lösungen

Wie schafft man möglichst schnell Platz für mehr Schüler? Eine Frage, die derzeit viele Schulen beschäftigt, so auch die Johann-Tur-mair-Realschule in Abensberg. Hier hat man mit einem Modulbau eine gute Lösung gefunden.
Es sei ein Erfolg einer Schule, wenn man viele Schüler habe, sagte Landrat Martin Neumeyer bei der kleinen Feierstunde zur Eröffnung des Modulbaus, zu der viele Wegbegleiter geladen waren. Der Modulbau habe mit einem Provisorium oder Containern nichts zu tun.
Erst vor kurzem sei im Kreistag über eine Generalsanierung der Johann-Turmair-Realschule debattiert worden. Die Schulen forderten den Landkreis, nicht nur in Abensberg, überall im Landkreis seien die Gebäude in etwa gleich alt, das zu renovieren oder zu erweitern sei eine massive Herausforderung. „Ob das alles leistbar ist, ist die Frage. Deshalb muss man vernünftig und ehrlich mit der Sache umgehen“, so Neumeyer.
Keine Container
Auch Schulleiter Peter Spateneder meinte, dass das, was „da draußen“ stehe, weit von Containern entfernt sei. Der neue Modulbau habe auch einen pädagogischen Mehrwert. Außerhalb der Klassenzimmer, an den Fluren, gebe es nun auch Platz für Differenzierung. Die Teppichböden böten zudem eine ganz andere Raumatmosphäre, dämpften den anhaltend hohen Geräuschpegel. Digital seien die Räume zudem voll ausgestattet. Die riesigen Glasscheiben in den Klassenzimmerwänden böten die Möglichkeit, einen Blick auf die Kinder im Flur zu haben.
„In der Summe ist es ein pädagogisch wertvolles Gebäude mit hohem pädagogischem Nutzen“, so Spateneder. Das Gebäude beweise, dass der Landkreis auch langfristig denke, denn in zehn Jahren würden für die Johann-Turmair-Realschule 1107 Schüler prognostiziert, heute sind rund 930. An allen weiterführenden Schulen werde es einen Schüleraufschwung geben. Der Modulbau wäre auch noch aufstockbar und böte dann noch mehr Platz. „Ich glaube, dass sich so manch anderer Landkreis eine Scheibe abschneiden kann“, richtete Spateneder seinen Dank an die Politik und die Verwaltung im Kreis Kelheim: „Sie haben die Bildung immer im Blick.“
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Dass die Schülerzahlen in den nächsten neun Jahren um 25 Prozent steigen, sei auch ein Geschenk: „Was kann dem Landkreis Besseres passieren, als mehr Kinder? Das löst ja auch eine ganz andere Dynamik aus“, ist Spateneder überzeugt.
Anschließend weihte Stadtpfarrer Georg Birner das Gebäude mit Ursula Prohaska, Vertrauensfrau der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Abensberg-Neustadt, ein: „Vor kurzem sprachen wir im gemeinsamen Gottesdienst vor den Prüfungen über das Symbol des Navis. Wenn es an den Schulen gelingt, den Schülern Orientierung zu geben, dann können wir als Gesellschaft dankbar sein“, sagte Birner.
Nach der Segnung schnitt Neumeyer zusammen mit Spateneder, der stellvertretenden Kreiskämmerin Christine Falk und Hochbauleiter Christian Sendlinger das rote Band durch und gab so den Bau frei.
Zimmer mit „Durchblick“
Das Rot setzt sich im Übrigen auch im Inneren fort. Auf den Fluren stehen rote Couchen mit hohen Seitenlehnen, die es ermöglichen, sich zum Lernen zurückzuziehen. Optisch verbunden sind die Gänge mit große Fenstern zu den Klassenzimmern. In dem Modulbau wird ein Stück weit das erprobt werden, was in ein paar Jahren auch an der Aventinus Grundschule in Abensberg Alltag sein wird, nämlich das Konzept von Lernlandschaften.
Nach einem kleinen Film über die Geschichte der Johann-Turmair-Realschule, die heuer 60 Jahre alt geworden ist, und dem Aufhängen eines Kreuzes in einem Klassenzimmer, konnten sich die Gäste noch bei einem Gläschen und Häppchen unterhalten. Zwölf Schüler der Talentgruppe des Fachs Ernährung und Gesundheit hatten das gesamte Catering selbst organisiert.
Mit 106 Schülern ging es vor 60 Jahren los:
Kosten und Fläche: 2,4 Millionen Euro kostete der Modulbau. Fünf Klassenzimmer mit je 66 Quadratmetern, insgesamt etwa 450 Quadratmeter (mit Technikraum, Fluren und Toiletten) sind entstanden und könnten insgesamt noch einmal dreimal aufgestockt werden.
Geschichte: Die Schule startete 1964 mit 106 Schülern. In den Neubau in der Stadionstraße zogen die erst am 1. Oktober 1964 ein, davor mussten sie im Grundschulgebäude unterkommen.

