Hallenbad Parsberg erhöht Preise – Landkreis Neumarkt ändert seine Grenzen

Der Landkreis wächst: In naher Zukunft wird er um eine bisher zu Amberg-Sulzbach gehörende Fläche bei Lauterhofen erweitert. Das kündigte der Kreisausschuss in seiner aktuellen Sitzung an.
Grund für diese – auch für die meisten Kreisräte überraschende – Änderung ist eine neue, digitale Vermessung des Gebiets zwischen Kastl und Lauterhofen. Dabei hatte sich herausgestellt, dass die bestehende Grenze zwischen den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Neumarkt nicht mehr erkennbar sei, da sich die Flurstückgrenzen verändert haben. Das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung legte den beiden Landkreisen deshalb nahe, ihre Grenzen zu begradigen.
386 Quadratmeter mehr
Neue Einwohner oder Gewerbe bekommt Neumarkt dadurch aber nicht: Bei dem betreffendem Stück handelt es sich um 386 Quadratmeter Wiese. „Wir freuen uns, jetzt ein paar Schmetterlinge als Neumarkter begrüßen zu können“, sagt Landkreis-Sprecher Michael Gottschalk. Die Mitglieder des Kreisausschusses stimmten der Anpassung einstimmig zu.
Hallenbad Parsberg wird teurer
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Entwicklung im Hallenbad Parsberg. Die Einrichtung macht aktuell etwa 210000Euro Verlust im Jahr. Grund dafür sind laut Sachbearbeiter Martin Pechl vom Liegenschaftsamt die hohen Personalkosten und die seit Corona gesunkenen Besucherzahlen. Deshalb möchte das Bad den Eintritt erhöhen: Erwachsene sollen künftig vier statt drei Euro zahlen, Kinder 2,50 statt 1,50Euro. Damit würde das Bad zwar nicht in die schwarzen Zahlen kommen, so Pechl, aber das jährliche Defizit könne um 6000 Euro verringert werden. Die Kreisräte stimmten einstimmig zu.
Naturschutzgebiet Dietfurt
Weitaus heftiger wurde um Grenzziehungen bei Dietfurt gerungen: Die Stadt möchte ihr Gebiet in mehreren Ortsteilen erweitern – in Bereichen, die aktuell innerhalb der Schutzzone des Naturparks Altmühltal liegen. Zum Ausgleich soll eine gleich große Fläche aus dem Stadtgebiet zur neuen Schutzzone werden. Insgesamt sollen 11,9 Quadratkilometer getauscht werden.
Gewerbeflächen und Feuerwehrgerätehaus
„Die Stadt Dietfurt bemüht sich bereits seit 2003 um eine Erweiterung ihres Gebiets außerhalb des Kernortes“, berichtet Anja Kreitmeier von der Unteren Naturschutzbehörde. Die Gründe dafür seien je nach Standort unterschiedlich: In Mühlbach will die Stadt neuen Wohnraum schaffen, in Ottmaring möchte ein landwirtschaftlicher Betrieb sein Gebiet erweitern, in Zell soll bestehendes Gewerbe vergrößert werden und in Hebersdorf braucht die Freiwillige Feuerwehr den Platz für ein neues Gerätehaus.
Gewinn für Naturschutz
Die Naturschutzbehörde überprüfte die betroffenen Gebiete zusammen mit Vertretern der Naturschutzverbände. Das Fazit laut Kreitmeier: „Es handelt sich um größtenteils naturschutzfachlich unbedeutendere Flächen direkt an bestehender Bebauung.“ Wenn diese gegen ein zusammenhängendes, hochwertiges Areal eingetauscht würden, sähe sie das sogar als Verbesserung für den Naturschutz. Die entsprechende Fläche bietet die Stadt Dietfurt im Süden des Ortsteils Griesstetten an.
„Salami-Taktik“ befürchtet
Nur bei der Erweiterung in Haahof erhoben Naturschützer Einwände, da eine Erweiterung der Bebauung die Aussicht ins Labertal stören und in das ökologische Gefüge des Waldrandes eingreifen würde. Einige Kreisräte befürchteten hier eine „Salami-Taktik“ der Dietfurter, bei der in künftigen Jahren noch weitere Forderungen folgen könnten. Landrat Willibald Gailler warb für die Änderungen: „Dietfurt möchte das schon so lange und wir sollten uns nicht verschließen.“ Schließlich gab der Ausschuss einstimmig grünes Licht. Die endgültige Entscheidung fällt der Kreistag.