Freunde der Universität Regensburg bauen eine Brücke in die Gesellschaft

Wie sehr der schon 1948, also weit vor der Gründung der Universität gestartete Verein „Freunde der Universität Regensburg“ die Entwicklung am Campus vorantreibt, wird immer wieder deutlich. Peter Küspert, der bei der Jahrestagung Vorsitzenden Dr. Jürgen Helmes vertrat, verwies jedenfalls nicht nur auf die Förderung von Wissenschaftlern. Vielmehr kündigte er die Verleihung eines weiteren Preises an.
Im Mittelpunkt der aktuellen Tagung stand freilich mit dem Habilitationspreis eine bereits sehr renommierte Auszeichnung, die seit 1992 – vom damaligen Rektor Prof. Helmut Altner angeregt – vergeben wird. Der diesjährige Preisträger, Privatdozent Dr. Jonathan Bauer, gilt als einer der aufstrebendsten Nachwuchsforscher auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie im deutschsprachigen Raum, dessen Studien inzwischen sogar weltweit Beachtung finden.
Preis an Jonathan Bauer
Dekan Prof. Dr. Patrick Nürnberger präsentierte in seiner Laudatio freilich mit Jonathan Bauer eine Persönlichkeit, die schon seit ihrer Schul- und Studienzeit immer wieder durch einen breiten „Interessenhorizont“ aufgefallen sei, ehe er über die Stationen TU Dortmund und dem Weizmann-Institut in Israel seine wissenschaftliche Karriere 2017 in Regensburg fortsetzte. Gerade hier habe Dr. Bauer parallel zu seiner Habilitation in Chemie auch eine Masterarbeit im Fernstudium absolviert. Thema: „Europäische Moderne: Geschichte und Literatur“ zur Geopoetik Paul Celans. Im Gespräch mit ihm, so Prof. Nürnberger, werde stets sehr schnell klar, „welche Neugier ihn antreibt und welche Gemeinsamkeiten ihn begeistern“.
Offenbar sei es die Faszination, das Große anhand der kleinen Bausteine verstehen zu wollen, was diesen Wissenschaftler vorantreibt – ob mit Blick auf die Lyrik innerhalb eines literarischen Kanons oder eben auf die Moleküle bei Prozessen in der Natur. Dementsprechend pflege der Privatdozent der Anorganischen Chemie auch in Regensburg seine musische und künstlerische Passion, etwa im Regensburger Kammerchor oder als Mitgründer des semiprofessionellen Vokalensembles Naumann. Die Verleihung des mit 5000 Euro dotierten Habilitationspreises wurde von einer Jazzcombo der Universität nicht minder eindrucksvoll musikalisch begleitet, und zwar durch Klaudia Salkovic-Lang (Gesang und Klavier), dem Gitarristen Jörg Lichtinger und Michael Straube (Bass).
Externen „Ruf“ abgewiesen
Der Universität Regensburg und speziell dem „Verein der Freunde“ liegt freilich auch ganz grundsätzlich das „Kaleidoskop der Wissenschaft“ am Herzen. Insbesondere der Präsident der Universität, Prof. Dr. Udo Hebel, hob das breite Themenspektrum seiner Hochschule hervor und die spannenden Forschungsfelder von Wissenschaftlern wie Prof. Dr. Stefan Schönig, der als Wirtschaftsinformatiker nicht zuletzt seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in die praktische Anwendung hineintrage. Als Mitglied der Fakultät für Informatik und Data Science gab Prof. Schönig an diesem Abend einen Einblick in das Management der Cybersicherheit im industriellen „Internet der Dinge“.
Angesichts des hohen Potentials der jüngsten Fakultät der Universität zeigte sich Rektor Prof. Dr. Udo Hebel sehr erfreut darüber, dass sich Prof. Schönig erst letzte Woche entschieden habe, das Bleibeangebot der Universität anzunehmen. Dies sei umso bemerkenswerter, als Prof. Schönig durchaus attraktive Konkurrenz-Angebote vorlagen. „Externe Rufe sind für uns immer ein besonderer Nachweis über die hervorragende Arbeit unserer Wissenschaftler“, betonte Prof. Hebel und würdigte dies als Zeichen für die Attraktivität der neuen Fakultät und der Universität als Ganzes.
Die Forschungsarbeit von Prof. Dr Sabine Koller wiederum, die anschließend über die Perspektiven und Impulse der Slavisch-Jüdischen Studien referierte, reiche nach Auffassung des Hochschulrektors weit über die reine wissenschaftliche Arbeit hinaus. Hier gehe es um gesellschaftliche Verantwortung, die der Universität sehr am Herzen liege. Prof. Koller schlage mit ihren Projekten regelmäßig eine Brücke zwischen Universität und jüdischer Gemeinde und damit von der Wissenschaft in die Gesellschaft hinein.