Emmeram-Café in Regensburg: Hier werden Ehrenamtliche zu Baristas

Von Martina Groh-Schad · 10. Juli 2024 um 10:00

Noch wird an allen Ecken und Enden im Emmeram-Forum gewerkelt, doch die Planungen für den Betrieb der neuen Begegnungsstätte am Emmeramsplatz in Regensburg laufen auf Hochtouren. Für das geplante Emmeram-Café werden nun Ehrenamtliche gesucht, die als ausgebildete Barista Pastorale das Café zum Laufen bringen sollen.

Am 24. Juli um 19.30 Uhr findet eine Informationsveranstaltung im Diözesanzentrum am Obermünsterplatz in Regensburg statt, zu der alle Interessierten an einer ehrenamtlichen Mitarbeit in dem Café eingeladen werden. „Wir wollen eine fundierte Ausbildung anbieten“, betonte Stadtdekan Roman Gerl. Das Café selbst soll auf Spendenbasis betrieben werden, was es zu einem einzigartigen Projekt in Regensburg macht. „Wir sind nicht Gewinn orientiert“, erklärte Gerl.

Niederschwelliges Kontaktangebot

Für den Anfang sollen 25 Ehrenamtliche gefunden werden, die mindestens vier Stunden pro Monat ihrer Zeit für das Café aufbringen wollen. Geöffnet werden soll mindestens am Samstag und Sonntagnachmittag. „Wir wollen mit dem Café ein niederschwelliges Kontaktangebot schaffen“, sagte Gerl. „Die Ehrenamtlichen sollen den Besucher Rede und Antwort stehen können.“ Die Freiwilligen müssten nicht katholisch sein, aber die Werte der katholischen Kirche mittragen. Als Begegnungsstätte wolle man für alle Menschen da sein. Die Speisen sollen durch einen Caterer geliefert werden. Es findet kein Alkohol-Ausschank statt. Vorbild sei das City-Pastoral in Memmingen, wo das Konzept bereits erfolgreich umgesetzt werde.

In 13 Modulen sollen die Ehrenamtlichen an drei Samstagen auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden. „Die Bedürfnisse der Menschen, die ins Café kommen, können unterschiedlich sein“, erklärte Gerl. „Wir wollen eine Ruheoase fernab vom Trubel in der Altstadt sein.“ Bei der Ausbildung sind Kurse zu geschichtlichen Aspekten rund um St. Emmeram enthalten, eine ausführliche Kirchenführung, es werden theologische Grundaussagen erörtert, die Ehrenamtlichen bekommen Kenntnisse zur Kaffee-Erzeugung und erfahren, auf welche sozialen Netzwerkpartner in der Stadt sie verweisen können, wenn Menschen in seelischen Notlagen ins Café kommen. Zudem erhalten sie ein Rüstzeug von einem Kommunikationsprofi, sie werden in Erste-Hilfe und rund um Hygiene ausgebildet.

Näher bei den Menschen

Das Schulungskonzept wurde gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Regensburg Stadt erarbeitet, die zusammen mit der Dompfarreiengemeinschaft sowie noch unbekannten Mietern in das Emmeram Forum einziehen werden. „Ein offener Ort wie das Emmeram Forum ist für uns ein Glücksfall, denn so sind wir näher bei den Menschen“, erklärte der Leiter der KEB Stadt Roland Preußl. Die Eröffnung des Emmeram-Forums sowie des Cafés ist in der Adventszeit 2024 geplant.

Ab Januar 2024 soll es in den Räumen des Cafés einen Trauertreff geben, geleitet von Dr. Wolfgang Holzschuh. Geplant ist zudem ein Treffen für pflegende Angehörige. Für das Café stehen 40 Quadratmeter und etwa 20 Sitzplätze zur Verfügung, erklärte Birgit Rieger von planschmid-Architekten. Das Café sei barrierefrei erreichbar. Langfristig solle auch der Garten des Emmeram-Forums für das Café nutzbar sein, doch dieser müsse erst saniert werden, was wiederum zeitlich von den Bauarbeiten am Glockenturm abhänge. Weitere Informationen unter www.dompfarreiengemeinschaft.de.

Auf 40 Quadratmetern soll im Emmeram Forum ein Begegnungscafé mit 20 Sitzplätzen entstehen.