Emmeram Forum soll im Herbst eröffnen

Von Martina Groh-Schad · 20. Februar 2024 um 19:00

Auf allen Ebenen, innen wie außen, wird derzeit am Emmeram Forum in Regensburg gebaut. „Es läuft wie geplant“, freut sich Dekan Roman Gerl. Sowohl die Bauabschnitte wie auch die Kosten entwickeln sich wie vorausgesehen. Bereits im Herbst, so hoffen Gerl und die planschmid Architekten Birgit Rieger und Willi Schmid, könnte die Einrichtung schrittweise geöffnet werden.

Gerl möchte in dem sanierten Gebäude ein Kultur- und Begegnungszentrum schaffen und St. Emmeram für die Stadtgesellschaft noch stärker öffnen als bisher. „Wir wollen ganz nah bei den Menschen sein“, betont er.

Wunschtermin für die Fertigstellung des in den Jahren 1892 und 1899 gebauten Pfarr- und Mesnerhaus am Emmeramsplatz wäre der 22. September anlässlich des Fest- und Gedenktags zu Ehren des heiligen Emmeram. „Bis zum Advent hoffen wir den regulären Betrieb aufnehmen zu können.“ Ins Haus zieht auch die Katholische Erwachsenenbildung ein und bietet vor Ort ein Bildungs- und Veranstaltungsangebot an. „Es ist uns wichtig, dass das Haus belebt ist“, erklärt Gerl. Gemeinsam mit der Dompfarreiengemeinschaft St. Emmeram-St. Ulrich und der Innenstadtseelsorge will der Dekan das Haus auf 800 Quadratmetern Fläche mit sieben Seminarräumen und einem großen Veranstaltungsraum bespielen. Zudem sollen sich Dritte einmieten können.

Ehrenamtliche im Begegnungs-Café in Regensburg

Im Erdgeschoss entstehen gerade Verwaltungs- und Seminarräume sowie ein Begegnungs-Café. Geht es nach Gerl soll das Café zwar professionell betrieben werden, aber mit vielen Ehrenamtlichen arbeiten, die auch für Besucher ansprechbar sind. „Bei Bedarf sollen sie seelsorgerische Angebote vermitteln und bei touristischen Fragen weiterhelfen können.“ Neben dem Gastraum bietet das Café auch Freisitze im angrenzenden Garten, der in das bauliche Konzept einbezogen wurde. Im ersten Stock befinden sich weitere Seminarräume und im Dachgeschoss ein großer Saal, der auf Veranstaltungen, Seminare und Vorträge für bis zu 99 Personen ausgelegt wurde.

Um den Ansprüchen des Denkmalschutzes gerecht zu werden und möglichst viel der ursprünglichen Dachhülle zu erhalten, wurde nach dem Konzept Raum-in-Raum gearbeitet. „Wir haben nach modernen Grundsätzen gedämmt“, erklärt Architekt Willi Schmid und weist auf die Schächte hin, die jeweils zu den Fenstern entstehen und auch künftig einen Blick auf das ursprüngliche Deckenkonstrukt bieten. Mit eingeplant wurde auch ein Vorraum mit Platz für Stehtische und ein Catering, um das Angebot noch attraktiver zu machen.

Durch den Einbau eines Aufzugs sind alle Ebenen barrierefrei zu erreichen. „Wir sind ein inklusives Haus“, betont Gerl. Wichtig war ihm, dass der barrierefreie Eingang nicht separiert wird, sondern mit dem Haupteingang in enger Verbindung bleibt. Da hier steile Treppen nach oben führen, wurde direkt nebenan ein zweiter Eingang mit Zugang zum Aufzug geschaffen.

St. Emmeram: Alte Mauer gut erhalten

Bei den Arbeiten stießen die Architekten auf einen historisch bedeutsamen Ort für St. Emmeram. Es wurde die Apsis freigelegt, also das Fundament des früheren Altarraums der romanischen Michaelskapelle. Das Mauerwerk geht auf das Jahr 1177 zurück. „Wir wussten, dass die Apsis hier sein muss“, erklärt Schmid. Dass die gefundene Mauer derart gut erhalten ist, hat alle überrascht. Die Apsis wurde in die Planungen einbezogen und soll dauerhaft für Besucher schon von außen durch einen Glasbau sichtbar bleiben.

Die Baukosten belaufen sich auf 5,6 Millionen Euro. „Teurer darf es nicht werden“, sagt Gerl. Finanziert wird das Projekt durch die Diözese Regensburg, die Städtebauförderung, die Katholische Stiftung St. Emmeram mit Zuschüssen vom Bezirk Oberpfalz, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und der Bayerischen Landesstiftung.

Im Dachgeschoss entsteht ein Saal für Veranstaltungen, der bis zu 99 Menschen Platz bieten soll.
Die Architekten stießen auf die Apsis, das ursprüngliche Fundament des früheren Altarraums der romanischen Michaelskapelle.