Kommentar zu den Burgfestspielen in Neunburg: Stück „Vom Hussenkrieg“ ist aktueller denn je

Von Martin Kellermeier · 8. Juli 2024 um 12:04

Die Neunburger Burgfestspiele haben am Wochenende eine umjubelte Premiere erlebt. Und das völlig zurecht, findet MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier in seinem Kommentar. Er sieht das Stück als mahnendes Beispiel für unsere Gesellschaft.

Fast 600 Jahre liegen zwischen den Szenen der Neunburger Festspiele „Vom Hussenkrieg“ und unserer Zeit. Und doch ist das Schauspiel aktueller denn je, dominieren Krieg und Terror doch leider immer mehr die Nachrichten. Das Festspiel erfüllt daher voll und ganz seine Aufgabe: Es mahnt.

Wer auf der Tribüne im Burghof Platz nimmt, dem wird eindrucksvoll und gleichzeitig erschreckend vor Augen geführt, wie furchtbar Krieg ist. Wer will das schon erleben, dass der eigene Sohn vom Feldzug nicht mehr nach Hause kommt und man nur noch seine Kleidung in der Hand hält? Oder wer will schon in der Haut der Frauen stecken, die um das Leben ihres Mannes fürchten, weil der in den Kampf ziehen muss? Man braucht nicht im Geschichtsbuch zu blättern, um solche Szenen zu finden. Sie spielen sich gerade täglich in der Ukraine ab.

Natürlich wird darüber in den Nachrichten berichtet, teils mit verstörenden Bildern. Doch ein Schauspiel transportiert die Emotionen nochmals ganz anders. Wer die Burgfestspiele in Neunburg besucht, dem kreist auf der Heimfahrt durch den Kopf: Den Frieden schätzen und diesen sichern – das ist die Aufgabe unserer Gesellschaft.

Dieser Kommentar gehört zu folgendem Text: Festspielpremiere in Neunburg begeisterte die Gäste – Emotionen wurden lebendig