Aktivisten besetzen Park von Regensburger Schloss St. Emmeram

Von Juliana Ried, Christian Eckl · 7. Juli 2024 um 20:00

Etwa 25 Aktivisten haben am Sonntagnachmittag den Park von Schloss St. Emmeram besetzt, um so ihrer Forderung nach der Enteignung von Gloria von Thurn und Taxis Ausdruck zu verleihen.

„Kein Platz für Thurn und Taxis! Wir können uns Gloria nicht mehr leisten“, so lautete das Motto der Demonstration des Bündnisses „Unsere Stadt unser Park“, die in die Aktion mündete.

Der Demo-Zug mit mehr als 100 Teilnehmern begann kurz nach 14 Uhr am Emmeramsplatz, wo er nach einer Umrundung des Schlosses über den Alleengürtel um 15.30 Uhr wieder enden sollte, so war es angemeldet. Um circa 14.45 Uhr gelang es etwa 25 Demonstranten, über den Zaun zu klettern. Die meisten davon verließen das Gelände relativ schnell. Zwei besetzten einen kleinen Teich, in zwei Gummibooten in Form eines Hummers und eines Salamanders. Drei kletterten mit Hilfe von Seilen auf Bäume. Die fünf weigerten sich circa eine Stunde lang, ihre Positionen freiwillig zu verlassen. Aus diesem Grund rückten auch die Feuerwehr und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft an, wobei die Einsatzkräfte letztlich nicht tätig wurden. Die Polizei, die die Demo ursprünglich mit vier Beamten begleitet hatte, war letztlich mit mehr als einem Dutzend Einsatzkräften vertreten. Die fünf Aktivisten müssen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Ernst Ganslmeier von der Polizeiinspektion Regensburg-Süd sagte: „Das ist Hausfriedensbruch. Das wird zur Anzeige gebracht.“

Jenseits des Zauns entrollten Demonstranten ein Banner mit der Aufschrift „Unsere Stadt. Unser Park“. Eine „Küche für alle“ lieferte im Lastenrad Eintopf und Salat als „Picknick“. An der Spitze des Demozugs war zunächst ein Banner der Linksjugend Solid zu sehen, das unter anderem eine stilisierte Zeichnung von Gloria von Thurn und Taxis zeigte und die Forderung „Rechte Eliten zerschlagen“. In Erscheinung traten auch Aktivisten von „Recht auf Stadt“ und der Letzten Generation. Als weitere Hauptkritikpunkte nannten die Demonstranten, dass der Schlosspark nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stehe, dass das Schloss zum großen Teil leerstehe, während Familien nur weit draußen Wohnraum fänden, und dass Milliardäre sich mit ihrem Reichtum Einfluss erkaufen könnten. „Besetzen, enteignen, selbstverwalten“, lautete einer der Slogans, die skandiert wurden.

Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis machte gegenüber der Mediengruppe Bayern am Sonntag klar: „In diesem Land darf jeder friedlich demonstrieren und das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut. Aber das sind Straftaten, die hier begangen werden.“ Man habe Strafanzeige erstattet. Gleichzeitig machte die Adelige klar: „Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen auch im Hinblick auf die Schlossfestspiele umgehend verstärkt.“

Im Schlosspark kletterten Aktivisten unter anderem auf Bäume. Foto: altrofoto.de