Sozialverband VdK: Neuer Geschäftsführer mit einem Herz fürs Soziale wird gesucht

Von Christoph Klöckner · 6. Juli 2024 um 11:00

Wer hier arbeitet, muss viel Sinn fürs Menschliche haben und darf nicht zu nah am Wasser gebaut sein, denn manches Schicksal geht zu Herzen. Und so eine Kämpferin oder einen Kämpfer fürs Soziale sucht der Sozialverband VdK für die Kreisgeschäftsstelle in Cham, denn der Stuhl der Geschäftsführung ist vakant.

Die Stelle des Kreisgeschäftsführers für Cham ist beim VdK seit Mitte Juni ausgeschrieben. Im April dieses Jahres hat der bisherige Geschäftsführer nach gut drei Jahren seinen Hut genommen und sich Richtung Süden verabschiedet. Jan-Philipp Nöldner wäre gerne noch geblieben, erläutert der VdK-Kreisvorsitzende Maximilian Heigl den Weggang des Juristen – doch sei er der Liebe gefolgt.

„Seine Lebensgefährtin, die Lehrerin ist, hat eine Festanstellung in Freising bekommen. Deshalb ist er hier weggegangen“, so Heigl mit Bedauern, denn die Zusammenarbeit mit ihm habe sehr gut funktioniert.

Jan-Philipp Nöldner ist jetzt dort gelandet, wo viele Briefe und Telefonate des VdK Cham auch landen – als Referent bei der Rentenversicherung in Landshut. Und nun ist der VdK auf der Suche nach einer neuer Führung für die Kreisgeschäftsstelle. „Es hat schon einige Bewerber gegeben und die Neubesetzung wird wohl in nächster Zeit erfolgen, doch bislang steht noch kein Nachfolger fest“, sagt Heigl: „Wir sind noch in der Findungsphase!“

Die Kreisgeschäftsstelle sei aber gut aufgestellt, unter anderem mit drei Sozialrechtsberatern, um die Anliegen der Mitglieder auch aktuell gut und termingerecht zu bearbeiten.

Laut Ausschreibung des Vollzeitjobs braucht es dafür neben Berufserfahrung ein Jurastudium oder eine Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellter, als Verwaltungsfachwirt, Sozialwirt oder Fachwirt für Gesundheit und Soziales.

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Für ein Verdienst zwischen 52000 und 59000 Euro gilt es, als Leiter der Kreisgeschäftsstelle vor allem die Aufgaben im Geschäftsbereich des VdK-Kreisverbands Cham mit seinen 9600 Mitgliedern sowie Organisation und Qualitätssicherung einschließlich Durchführung der Sozialrechtsberatung und -vertretung zu erfüllen. In der Geschäftsstelle muss die oder der Neue ein Team mit acht VdK-Beschäftigten führen. Daneben soll sie oder er sich um die Gewinnung, Unterstützung und Beratung von Ehrenamtlichen im Kreisverband und um die 25 Ortsverbände kümmern.

Schließlich soll die Geschäftsleitung auch Ehrenämter , etwa VdK-Lotsen, Pflegebegleiter und Berater für Barrierefreiheit, unterstützen und fördern. In der Öffentlichkeit soll der Geschäftsführer des Verbands auch dessen sozialpolitischen Ziele auf regionaler Ebene in Gremien, gegenüber Politik, Behörden und sonstiger Einrichtungen vertreten, auch Veranstaltungen organisieren, Vorträge halten, neue Mitglieder gewinnen, die Pressearbeit und Werbung übernehmen. Verlangt wird also einiges, neben den üblichen „Talenten“, die solche Ausschreibungen beinhalten, wie ein gutes Organisations- und Netzwerktalent, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen.

Versprochen wird ein Arbeitsplatz mit viel Sinnhaftigkeit, bei dem man sich für soziale Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Solidarität bei einem starken, neutralen, parteipolitisch sowie konfessionell unabhängigen Verband einsetzen kann. 31 Tage Urlaub plus Schließtage von Weihnachten bis Neujahr zusätzlich, außerdem eine Gleitzeitregelung, eine 38,5-Stundenwoche mit Urlaubs-und Weihnachtsgeld, Erholungsbeihilfe, Dienstalterszulagen und betriebliche Altersvorsorge kommen als Zuckerl dazu, wie kostenlose Dinge wie Obst und Kaffee im Büro oder auch Gesundheitsangebote.

Und natürlich ein krisensicherer Arbeitgeber, denn die Aufgaben wachsen stetig wie auch die Zahl der Hilfesuchenden rund um die Themen Rente, Pflege oder auch Behinderungen, wie Maximilian Heigl bestätigt. Entsprechend sei auch die Mitgliederentwicklung im Landkreis. Er hoffe, dass die vakante Stelle bis Oktober besetzt werden könne. Der Hauptschwerpunkt der Arbeit im Landkreis Cham liege neben den Kernaufgaben rund um die Rente und Schwerbehinderung bei Fragen zur Pflegeversicherung.

Dazu käme, seit Verena Bentele VdK-Präsidentin sei , eine zunehmende Einmischung in die Politik aus der sozialen Sicht des Verbands, um Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen. Themen wie Altersarmut trotz Rente, die etwa auch den Landkreis massiv treffe, hätten sich verschärft. Hier habe die Politik zugunsten der Arbeitgeber mit der Agenda 2010 rentenbeitragsfreie Minijobs geschaffen und damit zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Was hier nicht eingezahlt werde, fehle im Alter vor allem den Frauen, die solche Arbeit annähmen, ohne an die Rente zu denken.

Mit Sorgen sehe er die neue Rentenidee, mit Schulden an der Börse zu spekulieren, um Renten und Beiträge abzusichern. Wenn von der Politik die Rede sei, dass Milliarden in der Rentenkasse fehlen würden, müsse auch gesagt werden, dass daraus viel Geld zweckentfremdet abgeflossen worden sei. So würden daraus Gelder für Menschen aus aller Welt bezahlt, die aber nie in die Rentenkasse eingezahlt hätten, sagt Heigl: „Migration ist schön und gut, aber doch nicht auf Kosten der Rentenversicherung!“