Er lobte Infineon trotz Stellenabbau: Regensburger IG Metall schießt gegen Aiwanger

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) freut sich über „das klare Bekenntnis“ von Infineon zum Standort Bayern. Bei der Regensburger IG Metall sorgt das für Fassungslosigkeit. Die Gewerkschaft verweist auf einen angekündigten Stellenabbau.
Dicke Luft zwischen der Gewerkschaft IG Metall und dem Bayerischen Wirtschaftsminister: Eine Aussage Hubert Aiwangers (Freie Wähler) über den Halbleiter-Hersteller Infineon hat jetzt Rico Irmischer auf den Plan gerufen. Er ist Regensburger Bevollmächtigter der einflussreichen Gewerkschaft. Er sprach wörtlich von „Lobhudelei“ des Ministers gegenüber Infineon-Vorstand Rutger Wijburg. Infineon hatte kürzlich mitgeteilt, dass Hunderte Stellen im Werk Regensburg abgebaut werden.
Aiwanger: Infineon mit Bekenntnis zu Neubiberg, Augsburg und Regensburg
Das hatte Aiwanger gesagt: „Ich freue mich über das klare Bekenntnis von Infineon zu den bayerischen Standorten Neubiberg, Augsburg und Regensburg. Das Unternehmen hat allein in Bayern letzthin mehrere hundert neue Arbeitsplätze geschaffen.“ Der Gewerkschafter ist fassungslos: „Der Infineon-Vorstand hat Mitte Mai 2024 einen Arbeitsplatzabbau im mittleren dreistelligen Bereich am Standort Regensburg angekündigt.“
Nun lobe der Wirtschaftsminister „öffentlich das starke Bekenntnis von Infineon zu seinen bayerischen Standorten. Nicht nur ich, vor allem die betroffenen Beschäftigten fragen sich, in welcher Welt unser Wirtschaftsminister lebt“, so Irmischer. „Statt der Industrie nach dem Mund zu reden und in Lobhudelei zu verfallen erwarten die Beschäftigten von der Politik, die Missstände deutlich anzusprechen und sich für die Interessen der Menschen einzusetzen.“
Der Vorwurf des Gewerkschafters: Infineon habe die Segel Richtung Gewinnmaximierung auf Kosten der Belegschaft gesetzt, Arbeitsplätze in würden in Billiglohnländer verlegt. „Ich erwarte von Herrn Hubert Aiwanger, endlich die Perspektive der Arbeitnehmer und ihrer Familien einzunehmen und den Abbauplan des Infineon-Vorstandes als das zu kritisieren, was er ist: Ein unsozialer Profit-Plan auf dem Rücken der Menschen“, so Irmischer. Aiwanger hingegen verwies auf steigende Personalkosten – und an denen hat auch die IG Metall Anteil.
