Generalsanierung des OP-Trakts am Krankenhaus Kelheim bleibt in der Warteschleife

Von Martina Hutzler · 4. Juli 2024 um 11:30

Vor zwei Jahren ging am Krankenhaus Kelheim der neue „B-Bau“ mit Notaufnahme und Intensivstation in Betrieb. Schon damals stand als nächstes die Generalsanierung des OP-Bereichs auf dem Plan. Doch die ruht seither. Wir haben nachgefragt.

Der zentrale Operations-Bereich und zugehörige Bereiche der Chirurgie, Gynäkologie, HNO und der Urologie sollten schon vor vielen Jahren generalüberholt werden. Dem kam aber eine „Not-Operation“ in die Quere: Der alte „B-Bau“ erwies sich als marode und sogar einsturzgefährdet; er musste abgerissen und neu gebaut werden. Rund 33 Millionen Euro investierten der Landkreis und der Freistaat hierfür.

Bei einer Baustellenführung hieß es im Jahr 2020: „Weitere 40 Millionen fließen in den 2021 beginnenden nächsten Bauabschnitt, die Erneuerung des gesamten OP-Traktes im A-Bau, für die übergangsweise ein Modul-OP-Gebäude als Ersatz aufgestellt wird.“

Auch nach Übernahme der Klinikleitung durch die Caritas kam die OP-Sanierung nochmal aufs Tapet. Im November 2022 präsentierte die Beratungsfirma Oberender AG – die auch die Geschäftsführung am Krankenhaus innehat – eine Sanierungsplanung mit künftig drei (statt bislang vier) OP-Sälen, plus einem kleineren „Eingriffsraum“. Auf bis zu 19,3 Millionen Euro bezifferte Oberender-Berater Johannes Lederer alleine die Baukosten, also noch ohne die Investitionen in Medizin- und sonstige Technik sowie Innenausstattung.

Vor einem Jahr hatte Klinik-Geschäftsführerin Sabine Hehn im Kreisausschuss gesagt, dass im Jahr 2023 für diesen Bauabschnitt „hoffentlich zumindest der Spatenstich erfolgt“. Doch der ist aktuell offenbar noch in weiter Ferne. Das legen die Antworten vom Caritasverband und dem Landkreis nahe.

„Die OP-Sanierung bezieht sich auf Planungen aus dem Jahr 2008, welche sich derzeit im Abgleich mit den heutigen rechtlichen Gegebenheiten sowie Notwendigkeiten in Abstimmung mit der Regierung von Niederbayern befinden“, schreiben nahezu wortgleich Landratsamts-Sprecher Lukas Sendtner und Caritas-Sprecher Harry Landauer als Antwort auf unsere Anfrage.

Indes gab es nach unseren Informationen bis in die Endphase der Goldberg-Klinik-Ära immer wieder Planungs-Updates zur OP-Sanierung im Klinik-Aufsichtsrat sowie ein fertiges Raum- und Funktionsprogramm für diesen Bauabschnitt, das mit der Regierung von Niederbayern bereits abgesprochen war. Immerhin hat ja der OP-Trakt bereits rund 40 Jahre am Buckel. Er wurde zwar zwischenzeitlich saniert, gilt aber in technischer Hinsicht als grundlegend erneuerungsbedürftig. Unsere Frage, wie lange er noch weiterbetrieben werden kann, ließen Caritas und Landkreis unbeantwortet.

Selbst wenn bis zum Sommer die Sanierung erneut mit der Bezirksregierung abgesprochen wäre, könnte eine Generalsanierung nicht gleich starten. Dafür nötig „ist zunächst die Inbetriebnahme eines Interimsbaus, um den OP-Betrieb in der Klinik aufrecht zu erhalten“, erinnert Landratsamtssprecher Sendtner.

Auch das war vor Jahren schon geplant. Es sollten OP-Säle in Modulbauweise gekauft und auf einem eigens erstellten Plateau auf der Hinterseite des Krankenhauses aufgestellt werden. Doch dann wurde das Fundament für Krankenzimmer-Module benötigt, mit denen wiederum die Bauphase für den B-Bau überbrückt werden musste. Der Kauf der OP-Module wurde daraufhin zurückgestellt.

Im Dezember 2022 nannte Oberender-Berater Lederer im Kreisausschuss eine aktualisierte Kostenschätzung für das Errichten des Modulbaus. Sie lag bereits bei 4,3 Mio. Euro . Hierfür laufen laut Pressesprecher Sendtner derzeit erneut die „baulichen Planungen. Eine finale Beschlusslage liegt hierzu derzeit noch nicht vor.“