Er wollte sich das Wehr anschau’n: Neugier brachte einen Kajakfahrer in Lebensgefahr

Von Martina Hutzler · 2. Juli 2024 um 17:00

Der Kajakfahrer, der am Montag voriger Woche an der Donau bei Bad Abbach im Landkreis Kelheim einen großen Rettungseinsatz ausgelöst hat, hat sich offenbar absichtlich in die lebensgefährliche Situation gebracht.

Wie berichtet, musste die Feuerwehr, auch mithilfe eines Höhenkletterers, am Montag, 24. Juni, einen Kajakfahrer vom Wehr Poikam retten. Er hatte sich gerade noch an eine Wehrklappe klammern und so vor dem Sturz in die Tiefe retten können. Auf Nachfrage teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK mit, dass der Teilnehmer der „Tour International Danubien“ (TID) absichtlich in die Gefahrenzone gepaddelt sei: Er habe angegeben, dass er sich das Wehr „anschauen" wollte, so das Schifffahrtsamt. Die – vorige Woche noch sehr starke – Strömung oder eine Sogwirkung habe hingegen keine Rolle gespielt.

Die Zufahrt zum Wehr ist per Sperrkennzeichen verboten – weil der Bulgare sie ignorierte, bekam er eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige, bestätigte die Regensburger Wasserschutzpolizei (WSP). Der Kajakfahrer hätte die Bootsgasse nehmen müssen, auf der kleine, nicht-motorisierte Boote das Wehr umgehen können.

Für den Feuerwehreinsatz könnte der Mann theoretisch zur Kasse gebeten werden, so die WSP. Allerdings stellt die Feuerwehr für die Personenrettung in der Regel keine Rechnung, auch wenn sich jemand selbst in Gefahr gebracht hat. Das Bergen des Kajaks, das ebenfalls an der Wehrklappe hing, wird aber eventuell in Rechnung gestellt.