Nach Starkregen: Rätselhafte Trockenheit in Biber-Biotop in Nittenau

Rund 50 Biber leben im Stadtgebiet von Nittenau (Landkreis Schwandorf). Besonders in einem Biotop nahe der B16 konnten sie bislang ungestört ihren Dammbauarbeiten nachgehen. Doch ihre Idylle dort ist nun gestört – das Biotop lag plötzlich in großen Teilen auf dem Trockenen. Warum – und was nun?
Anwohnern des Areals im Bereich der Wulkersdorfer Straße, das vielen Nittenauern unter dem Namen „Pfefferscheißerloch“ ein Begriff ist, ist die Veränderung schnell aufgefallen: Eigentlich hatte es in letzter Zeit genug Regen gegeben, ein Hochwasser noch dazu – doch das Biotop sei in großen Teilen von einem auf den anderen Tag ausgetrocknet: Mit dieser Beobachtung meldete sich eine besorgte Bürgerin bei der Mittelbayerischen.
Ein Problem für die Biber?
Sie wollte wissen, woran das denn liegen könne, denn so etwas sei in den vergangenen Jahren noch nie vorgekommen. Außerdem frage sie sich, ob diese Situation nicht auch ein Problem für die hier ansässigen, sehr aktiven Biber sei.
Auf Nachfrage der Mittelbayerischen gab Gunther Stangl, stellvertretender Jagdberater des Landkreises Schwandorf, Entwarnung. Der Nittenauer kennt die Stelle an der Wulkersdorfer Straße gut und weiß deshalb auch die Ursache für die plötzliche Trockenheit im Biotop: Aufgrund von Starkregen seien am Kühgaßbach, der das Areal normalerweise mit Wasser versorgt, rund 200 bis 300Tonnen Sediment mitgerissen worden. Auch Maisfelder seien dabei in Mitleidenschaft gezogen worden. Diese Veränderungen am Bachlauf hätten zu den trockenen Bereichen im Biotop geführt.
Geduld ist gefragt
Sollte man eingreifen und die angeschwemmten Schichten entfernen, damit das Wasser wieder seinen ursprünglichen Lauf nehmen kann? Davon rät Stangl ab. Die Situation werde sich von selbst regulieren, auch wenn das wohl rund 20 Jahre dauern werde, schätzt er. Ein Baggereinsatz an dieser Stelle sei viel zu teuer und unnötig.
Sorgen um die Biber müssen sich Tierfreunde ohnehin nicht machen: Laut Stangl haben sie genug Platz zum Ausweichen. Rund 50 Biber gibt es seinen Worten zufolge im Stadtgebiet von Nittenau. Und ihre Bedeutung in Sachen Hochwasserschutz sei nicht zu unterschätzen. „Die Biber regulieren Hochwasser besser als jede Schleuse“, sagt Stangl.
