Das Loch mitten in der Stadt soll endlich weg: Neuer Bebauungsplan für Brantl-Areal genehmigt

Das große Loch mitten in der Stadt soll endlich verschwinden: Mit einer Gegenstimme genehmigten die Stadträte in ihrer Sitzung am Donnerstagabend den überarbeiteten Bebauungsplan für das Brantl-Areal.
In diesem wurden viele Vorgaben der Fachbehörden eingearbeitet, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl, die aber weiß, dass es bis zu einer Bebauung noch ein weiter Weg sein kann: Es folgt nun eine erneute Auslegung, bei der zumindest wieder von Anwohnern Einsprüche zu erwarten sind, die dann erneut von der Verwaltung und im Stadtrat abgewogen werden müssen.
Lange Vorgeschichte
Es mutet mittlerweile fast an wie eine unendliche Geschichte: Seit fünf Jahren gibt es die große Baugrube an der Regensburger Straße. Ein erster Bebauungsplan des Investors, der Raiffeisenbank Chamer Land, scheiterte in der Auslegungsphase, da es zu viele Einsprüche durch Nachbarn und Regierung gab. Auf dem Areal einer ehemaligen Brauerei sollen große Wohngebäude entstehen, was auch aus Sicht der Stadt sehr wünschenswert sei, wie Riedl betonte, der Bedarf in diesem Sektor sei hoch.
Um seine nach ökonomischen Gesichtspunkten orientierten Wünsche zu verwirklichen, ohne städtebaulich anzuecken, seien in der neuen Planung zahlreiche Änderungen vorgenommen worden, erläuterte Philipp Demel vom Bauamt der Stadt. So gibt es für die Gebäude nun drei verschiedene Baufenster statt eines großen, die bezüglich der Höhe auch eigene Bezugspunkte haben, da das Gelände nicht eben ist. Maßnahmen zum Schallschutz wurden eingearbeitet, bei der Dachgestaltung soll es ein 50:50-Verhältnis zwischen Begrünung und Photovoltaik-Anlagen geben. Die obersten Geschosse zu den Straßen hin werden um mindestens 2,5 Meter zurückversetzt, um die Gebäude weniger wuchtig wirken zu lassen. Beim Kinderspielplatz, der gebaut wird, ist die neue Satzung der Stadt einzuhalten. Außerdem sind nun weitere oberirdische Stellplätze eingeplant.
Riedl: „Wir wollen nichts verhindern“
„Wir wollen wirklich nichts verhindern“, betonte Riedl, die sich zuversichtlich zeigte, dass mit den Änderungen den Bedenken der Fachstellen Genüge getan sei. Es sei nun wichtig, noch einmal in die Ausschreibung zu gehen, „um zu sehen, wer jetzt sagt, das passt, und welche Einwendungen noch kommen.“ Die Einwände würden dann wieder im Stadtrat abgewogen, letztlich werde es auch darum gehen, Kompromisse zu finden. Die Bürgermeisterin will auch noch einmal versuchen, beim Investor Illustrationen zu bekommen, wie die Gebäude aussehen sollen.
Dritter Bürgermeister Alfred Stuiber (FDP), selbst fast direkter Nachbar, betonte, er hätte gerne, dass etwas passiert, hat aber auch Bedenken: „Wir gehen mit dem offenen Bebauungsplan ein städtebauliches Risiko ein, weil wir nicht wissen, was entsteht. Und das werden große Klötze.“ Deshalb stimmte er am Ende auch als Einziger gegen den Bebauungsplan.
CSU-Fraktionsvorsitzender Rainer Gleixner mahnte, „dass wir jetzt nicht wieder von vorne anfangen können.“ Der Investor habe beim neuen Bebauungsplan „alles abgearbeitet“, was ihm an Vorgaben gegeben wurde. „Das geht schon lange genug, wenn es jetzt nicht weiter geht, wird das nie was“, sagte Gleixner.
„Investor hat sich bewegt“
Auch Rainer Schwarzfischer (CSU) sprach sich dafür aus, den nächsten Schritt mit der erneuten Auslegung zu gehen. „Der Investor hat sich bewegt“, befand er. Auch Schwarzfischer würde sich eine Visualisierung der geplanten Gebäude und deren Fassaden wünschen, da diese „die Stadt prägen werden.“
Ebenso fand es 2. Bürgermeister Dr. Reinhard Schoierer (Freie Wähler) wichtig, „dass wir jetzt weiter kommen.“ Ziel sei, dass es das Loch nicht mehr lange gäbe, fasste Riedl zusammen. Somit wurde die Bauverwaltung der Stadt beauftragt, eine erneute Beteiligung der Fachstellen sowie der Öffentlichkeit durchzuführen.
Stadtrat in Kürze
Mitterdorfer FFW-Kommandanten bestätigt: Bei der letzten Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mitterdorf wurden Thorsten Kreis zum Kommandanten, Rainer Schwarzfischer zum zweiten Kommandanten und Wolfgang Fuchs zum dritten Kommandanten gewählt. Die Stadträte bestätigten diese Wahl. Alle drei sind im Besitz aller vorgeschriebenen Lehrgänge.
Stabilisierungshilfe bei der Stadt eingegangen: Wie Kämmerer Josef Zwicknagl informierte, sind die Stabilisierungshilfe-Verfahren für die Jahre 2021 und 2022 abgeschlossen. Die Regierung habe bestätigt, dass sich die Stadt an die Auflagen und Bedingungen zur Gewährung gehalten habe. Insgesamt 2,15 Millionen Euro als Stabilisierungshilfen wurden für die beiden Jahre bestätigt, das Geld sei auch mittlerweile bei der Stadt eingegangen. Es gelte aber weiterhin, auf die Einhaltung der Invest- und Sparvorgaben im Rahmen der nächsten Haushalte als auch der laufenden Mittelbewirtschaftung zu achten, mahnte der Kämmerer.