Brantl-Areal in Roding: Zweiter Anlauf für das Gruben-Ende

Von Christoph Klöckner · 26. April 2023 um 04:30

In diesen Tagen folgt der nächste Anlauf für eine Bebauung des ehemaligen Brantl-Areals durch die Raiffeisenbank Chamer Land. Der angepasste Bebauungsplan gehe in Kürze in die öffentliche Auslegung durch die Stadt Roding, teilt Bankvorstand Reinhard Paulus mit.

Ein erster Bebauungsversuch scheiterte in der Auslegungsphase des Bebauungsplans, da zu viele Einsprüche durch Nachbarn und Regierung offenbar wurden.

Ob die seit drei Jahren bestehende Grube nach diesem Anlauf gefüllt werden darf und derBau der Wohngebäudestarten kann, wird sich zeigen. „Unser Ziel ist es, Baurecht zu erhalten – erst dann können wir uns über die Umsetzung Gedanken machen“, so Paulus. Aufgrund der deutlich veränderten Rahmenbedingungen sei jedoch ein Baubeginn in diesem Jahr unwahrscheinlich, betonte er.

Geänderte Vorzeichen

Grundsätzlich hatten die Vorstände bereits im Oktober 2022 klar gemacht, dass sie weiterhin an einer Bebauung interessiert seien, doch der Zeitpunkt dafür noch ausstehe. Sie begründeten diese Zurückhaltung mit den geänderten Vorzeichen zum eigentlichen Baustart, der für 2020 vorgesehen war. Bei den massiv gestiegenen Baupreisen müsse geschaut werden, ob der Neubau aktuell ökonomisch umsetzbar sei, hieß es vonseiten der Bank. Es könne auch sein, dass der Baugrund längerfristig brach liegen werde. Verkaufen werden man das Grundstück aber nicht.

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Zuletzt hatte Paulus darauf hingewiesen, dass sich wenig im Vergleich zum ersten Bauantrag verändert habe – nur seien die Gebäude gedreht worden. Der Bankvorstand mit Reinhard Paulus und Thomas Koch hatte im Oktober seine Enttäuschung über die Stadt und über den Verlauf der Planungen deutlich gemacht. Die hatte nach dem ersten Scheitern einen Planer für das Projekt eingesetzt, den die Bank auch zuvor unter Vertrag hatte, ihn jedoch dann vom Auftrag entbunden hatte, weil er aus Sicht der Bank ungenügende Arbeit ablieferte.

Das Landratsamt Cham macht auf Nachfrage klar, dass sie als Genehmigungsbehörde dem ersten Baugesuch nicht widersprochen hätten: „Wir wurden im Rahmen des ersten Bebauungsplanverfahrens in der frühzeitigen Behördenbeteiligung angehört. In unserer dazu abgegebenen städtebaulichen Stellungnahme haben wir keine gravierenden Einwände vorgebracht.“ Die Verwirklichung des Projektes werde im Interesse der Innenstadt grundsätzlich durchaus positiv gesehen, so Fabian Koller vom Landratsamt. Die Stadt Roding habe das Landratsamt zum aktuellen Bebauungsplanverfahren am 6. April um Stellungnahme gebeten: „Diesen prüfen wir derzeit und nehmen bis Mitte Mai Stellung.“ Die Stadt stelle derzeit für das Gebiet einen Bebauungsplan auf.

Belange abwägen

Dieser müsse Bestandskraft erlangen, um die dort vorgesehenen Baumaßnahmen zu ermöglichen, so Koller. Eventuelle Konflikte mit einem Altstadtentwicklungsgebiet müsse die Stadt als Trägerin der Planungshoheit im Bauleitplanverfahren dabei berücksichtigen und die jeweiligen Belange gegeneinander abwägen.

In bis dahin beispielloser Weise hatten die Vorstände der Raiffeisenbank, Thomas Koch und Reinhard Paulus, im Oktober 2022 ihre Enttäuschung über die Stadt deutlich gemacht. -Foto: Klöckner