Ein neues Projekt im Landkreis Cham will jungen Zuwanderern Brücken bauen

Landrat Franz Löffler stellte am Dienstag das Projekt „Willkommen im Landkreis Cham“ vor. Dieses, Träger ist die VHS, soll jungen Menschen aus Drittstaaten unter 35 Jahren dabei helfen, sich im Landkreis Cham besser einzuleben. Alle beteiligten Stellen unterstrichen die Bedeutung dieses neuen Projekts.
„Der Arbeitsmarkt wird immer internationaler“, bemerkte Landrat Franz Löffler. Darauf müsse man die Gesellschaft einstellen. Das neue Projekt „Willkommen im Landkreis Cham“ habe deshalb eine große Bedeutung, denn damit werde man Brücken bauen. Träger sei die VHS und hier begrüßte der Landrat Winfried Ellwanger und Projektleiterin Aleksandra Sikorska. Das Projekt fördere den Austausch und den Dialog zwischen Einheimischen und Zugewanderten vieler Nationalitäten.
Starke Partner mit im Boot
Dieses Projekt werde die arbeitssuchenden Kräfte aus Drittstaaten begleiten. Mit im Boot seien starke Partner, und so galt sein Gruß Siegfried Bäumler und Wolfgang Kürzinger von der Agentur für Arbeit, Sven Schmuderer vom Jobcenter, Isabella Bauer von der Wirtschaftsförderung des Landkreises, Richard Brunner von der IHK und Eva Liedtke von der Gesundheitsregion plus. Alle seien Unterstützer der qualifizierten Zuwanderung in den Arbeitsmarkt im Landkreis Cham. An dieser Stelle wies er daraufhin, dass zurzeit 7500 Arbeitskräfte aus dem Nachbarland Tschechien in den Landkreis Cham kommen. Sein Dank galt der VHS und allen Partnern.
Winfried Ellwanger wies darauf hin, dass die Idee für das Projekt aus einem 3er-Team heraus entstanden sei. Ziel sei es, die Integration im Landkreis voranzubringen, und man habe ein niederschwelliges Angebot benötigt. Zudem solle das Projekt ein Netzwerk bilden, und man wolle das Thema auch in die Betriebe hineintragen.
Aleksandra Sikorska erwähnte, dass der Kurs unter anderem die Themen Dialekt, Brauchtum, Tradition sowie die Region und die Geschichte des Landkreises Cham abdecke. Darüber hinaus sei auch eine Freizeitgestaltung geplant, und es werde diverse Begegnungsangebote geben. So finde zum Beispiel am Samstag, 27. Juli, „Das Fest der Kulturen – die VHS schafft Raum für Begegnungen“ in Cham statt. Geplant seien ferner Zuwanderer-Stammtische. Hier werden dann wichtige Themen wie Demokratie und Steuern diskutiert, Experten halten Vorträge und es werden spezielle Fragen geklärt.
Siegfried Bäumler stellte fest, dass die gezielte Zuwanderung dazu beitrage, den Arbeitskraftmangel zu verkleinern. Hier blickte er zurück in die 60er Jahre, als viele Arbeitskräfte unter anderem aus der Türkei und Spanien nach Deutschland gekommen waren. Allerdings sei die Integration in die Bevölkerung sehr schwierig gewesen. Daraus müsse man lernen, und dafür sei das neue Projekt gut.
Kompetenz aufbauen
Sven Schmuderer erklärte, dass man nun Menschen, bei denen die Arbeitsaufnahme stattgefunden hat, auch weiterhin unterstützen könne. Wolfgang Kürzinger stellte heraus, dass das sich bildende Netzwerk sehr wichtig sei. Nun müsse man den Mehrwert des Projekts den Unternehmen im Landkreis Cham vorstellen.
Richard Brunner betonte, dass es enorm wichtig sei, dass in der Region Kompetenz aufgebaut werde, um Menschen aus der ganzen Welt zu erreichen und ihnen auch Perspektiven aufzeigen zu können. Am Ende müsse dann die Integration der Arbeitskraft stehen. Auch Isabella Bauer und Eva Liedtke zeigten sich sehr angetan von diesem neuen Projekt.
Abschließend wurde noch darauf hingewiesen, dass nur diejenigen, die in qualifizierter Zuwanderung in den Landkreis Cham kommen, von diesem Projekt profitieren können. Voraussetzung sei, dass der Einstieg in den Arbeitsmarkt geplant ist. Landrat Franz Löffler wies daraufhin, dass man vor allem mit den Leuten aus Kirgisistan sehr gute Erfahrung gemacht habe, und demnächst werde auch eine Delegation diesem Land einen Besuch abstatten.