Dauerprotest in Regensburg: Letzte Generation legt Straße für 24 Stunden lahm

Von Philip Hell · 21. Juni 2024 um 19:00

Die Letzte Generation will am Wochenende genau 24 Stunden lang protestieren. Die Klimaaktivisten blockieren dabei eine Straße am Rande der Altstadt. Das kommt auf Regensburg zu.

„Wir machen 24 Stunden Dauerprotest“, bestätigt Ronja Künkler, Sprecherin der Letzten Generation. Die Aktivisten haben eine Ungehorsame Versammlung am Jakobstor geplant. Die Letzte Generation setzt in den vergangenen Monaten verstärkt auf diese Protestform. Bislang dauerten die Aktionen nur einige Stunden – diesmal wird die Straße von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 12 Uhr, blockiert. Über Nacht wollen die Aktivisten campieren. „Jeder kann sein Zelt mitnehmen“, sagt Künkler.

Blockade in Regensburg: Polizei leitet Verkehr um

Die Polizeiinspektion Regensburg Süd bestätigt in einer Pressemitteilung, dass die Aktion 24 Stunden dauert. Von Samstag auf Sonntag sei es nicht möglich, das Jakobstor zu passieren, so Sprecherin Kerstin Stolze. Die Polizei treffe umfassende Maßnahmen, um den Verkehr umzuleiten. Autofahrer bitte man trotzdem darum, den Bereich weiträumig zu umfahren und Verzögerungen einzuplanen.

Diese Bitte richtet auch die Stadt an die Verkehrsteilnehmer. Für die Umleitung wird die Verbindung zwischen Bismarckplatz und Arnulfsplatz ausnahmsweise für den Autoverkehr freigegeben.

Demonstration in Regensburg: Verbot oder Verlegung sind nicht gerechtfertigt

Auf MZ-Anfrage teilt die Stadt mit, dass von der Versammlung keine Gefahr ausgehe, daher seien eine Verlegung oder ein Verbot nicht gerechtfertigt. Dazu komme das Grundrecht der Versammlungsfreiheit, das höchsten Schutz genieße. Dennoch habe die Stadt den Demonstranten einige Auflagen erteilt. So müssen sie beispielsweise die Kreuzung am Platz der Einheit frei halten.

In einer Mitteilung schreiben die Aktivisten, dass ein buntes und widerständiges Straßenfest entstehen solle, „das ein Stück weit die Utopie einer klimagerechten Welt aufzeigen soll.“ Der Erholungsraum Innenstadt werde durch die Versammlung vor lautem, schnellem und gefährlichem Autoverkehr geschützt. Die Versammlung hat einen ernsten Hintergrund: „Dieser Sommer eskaliert. Die Klimakatastrophe zeigt ihr schlimmstes Gesicht: Wir sehen lange Hitzeperioden und Unwetter.“ Gesellschaft und Politik müssten sich ehrlich machen und sich mit den Folgen des Klimawandels befassen.

Blockade der Letzten Generation in Regensburg: „Wir werden bleiben“

Auch das Hochwasser Anfang des Monats sei eine Form des Klimawandels, so Künkler. „Vieles passiert an Orten, die weit entfernt scheinen. Die Flut hat gezeigt: Auch wir hier vor Ort sind betroffen. Die Einschläge kommen näher.“ Angst vor einer Räumung haben die Aktivisten nicht, sagt Ronja Künkler. „Das kann natürlich passieren.“ Für sie steht fest: „Wir werden bleiben.“