Imker kämpfen mit „Zementhonig“: Er mindert die Ernte und gefährdet die Bienen

Im Landkreis Cham läuft die Honigernte derzeit auf Hochtouren. Allerdings klagen die Imker flächendeckend über Melizitose-Honig, auch bekannt als „Zementhonig“.
Er entsteht, wenn Bienen Honigtau, der von speziellen Blattläusen auf Lärchen und Fichten produziert wird, sammeln. Der darin enthaltene Zucker Melizitose kristallisiert sehr schnell und macht den Honig extrem zähflüssig bis fest, was erhebliche Probleme bei der Ernte und Verarbeitung verursacht.
Melizitose-Honig eignet sich nicht als Winterfutter
Herkömmliche Schleudermethoden sind oft ineffektiv, da der Honig in den Waben stecken bleibt und nicht extrahiert werden kann. Dies führt zu Ernteverlusten und blockierten Waben, die den Bienen keine Möglichkeit bieten, neuen Honig einzulagern. Diese Situation zwingt Imker dazu, zusätzliche Arbeit und Zeit aufzuwenden.
Melizitose-Honig eignet sich zudem nicht als Winterfutter für Bienen, da die Bienen den harten Honig kaum auflösen können und in der Folge an Darmkrankheiten erkranken können. Im schlimmsten Fall kann dies in den kalten Monaten zum Tod des Volkes führen.
So wird der Honig flüssig
Deshalb sollte der gesamte Melizitose-Honig aus dem Bienenstock entnommen werden. Um Melizitose-Honig schleuderbar zu machen, müssen Bienen ihn umtragen. Dabei nehmen sie den Honig noch mal auf und reichern ihn mit Enzymen an, die den Zucker spalten, damit der Honig nach der erneuten Einlagerung flüssig bleibt.
Imker entnehmen dazu die Waben, deckeln sie ab und legen sie kurz in warmes Wasser. Anschließend hängen sie diese zurück in den Stock, wo Licht oder Nähe zum Flugloch die Bienen dazu bringen, den Honig ins Dunkle umzutragen. Dieser Vorgang dauert bis zu einer Woche, wobei durch die energieintensive Prozedur die Bienen etwa 50 Prozent des Honigs selbst verbrauchen.
Verluste und Zeitaufwand führen zu höheren Preisen
Die Verluste durch das Umtragen und der erhöhte Zeitaufwand könnten deswegen zu einem Rückgang der lokalen Honigproduktion führen und die Preise erhöhen.