Gelungener Auftakt: I dolci Signori verzaubern den Regensburger Schlossgarten

„Schöner kann man sich die Eröffnung der Prüfeninger Schlossgartenkonzerte nicht vorstellen“, resümiert Alex Bolland und ist begeistert über seine neue Location. Ein mediterraner Wind wehte an diesem Abend in Regensburg, das seinem Ruf als nördlichste Stadt Italiens vollauf gerecht wurde. „Passione, emozioni e musica italiana“ wurde den vor allem weiblichen Publikum von den „süßen Jungs“, was i dolci signori übersetzt heißt, versprochen. Sie blieben nichts schuldig.
Klassiker von Zucchero, Umberto Tozzi, Al Bano & Romina Power und Ricchi e Poveri durften ebenso wenig fehlen wie „Azzuro“, „Svalutation“, „Susanna“ vom großen Adriano Celentano oder „Un“Emotione per sempre“ und „Se bastasse una canzone“ von Eros Ramazotti“.
Wie einst im Sommerurlaub
Die Band startete gleich dynamisch mit dem Song „Almeno stavolta“ von Nek, der beinahe als Fußballhymne für Italien gelten könnte, wurde doch die zweite Halbzeit des EM Spiels Italien gegen Spanien gleich im Anschluss an das Konzert auf der Großleinwand übertragen. Erfolgreicher waren da die dolci signori mit ihrem Ausflug in die Disko-Ära der 70-er Jahre “. Das tanzwütige Publikum dankte es der Band mit ausgelassenem Mittanzen- und singen.
Die Anziehungskraft der italienischen Songs liege, so Band-Mitglied Richie Neckern alias Ricardo Belli, an der „Italien-Sehnsucht“ der Deutschen, nach Sonne und „Dolce Vita“, an den liebenswerten Klischees, aber auch an der emotionalen Tiefe der Musik, an der Lyrik der Sprache und der Sprachmelodie, am „Belcanto“. Kindheitserinnerungen am Strand wurden da geweckt, zum Beispiel an das warme Rieseln des Sandes zwischen den Händen, Sandburgen, Gelato und die Weite des Meeres, dazu Sommerferien, die damals unendlich lange erschienen.
Im Mittelpunkt des Geschehens auf der Bühne stehen die beiden süditalienischen Frontmänner Rocky Verardo (Gesang) und Gianni Carrera (Gitarre, Gesang), die keinen Zweifel aufkommen ließen, was sie unter musica italiana verstehen: Lebensfreude, Leidenschaft und ganz viel Emotionen. Dabei bildeten sie eine perfekte musikalische Einheit mit Ricardo Belli (Gitarre, Mandoline, Gesang), Giulio de Fabri (Bass), Bernd Meyer (Keyboard, Akkordeon, Gesang) und Michael Thomas (Schlagzeug, Percussion).
Weniger Logistik nötig
Noch sechs Tage dauert das Festival. Es gebe – so Bolland– eine abwechslungsreiche Mischung mit viel Lokalkolorit. „Open Air hat halt einfach Charme“, findet Bolland. Logistisch sei er hier besser aufgestellt, keiner müsse schwitzen, „im Zelt in Lappersdorf hätten wir jetzt schon einen Aufguss machen können“. Auch für die Künstler gebe es eine Terrasse hinter der Bühne und er müsse nun keine Containerstadt aufbauen wie beim Zeltfestival.
„Die Leute sollen sich die neue Location anschauen, sie hat einen ganz eigenen Charme und ist weiträumiger.“ Sollte es einmal tröpfeln, „merkt man das unter den Bäumen oft gar nicht, wir haben auch Regenponchos da“.
Weitere Auftritte im Schlossgarten:
Veranstaltungsort: Der Prüfeninger Schlossgarten wurde 2021 als Veranstaltungsort in Regensburg wiederentdeckt. Am Freitag kam es zu einem wahren Gipfeltreffen der Musikanten-Giganten. Denn die Kapelle Josef Menzl traf auf die Kapelle So & So.
Konzerte: Weiter geht es im Schlossgarten am Dienstag vor ausverkauftem Haus mit Martina Schwarzmann. Am Mittwoch kommt das Musik-Septett Dreiviertelblut. Am Freitag gastiert „Magic of Queen“, zum Abschluss folgt der Praktikanten-Gipfel.
Tickets: Karten gibt es noch für Dreiviertelblut, The Magic of Queen mit Markus Engelstädter und den Praktikantengipfel. Die Tickets werden im Internet unter okticket.de angeboten. Direkt vor dem Schlossgarten sind ausreichend Parkplätze vorhanden.
