Keine Einladung zum Landtags-Sommerfest für Gloria von Thurn und Taxis – Kommt sie trotzdem?

Von Christian Eckl · 20. Juni 2024 um 15:16

Ilse Aigner lädt jährlich in den Hof von Schloss Schleißheim, doch die prominente Regensburgerin hat heuer keine Einladung bekommen. Ihr Sohn sei als Vertreter des Hauses Thurn und Taxis allerdings eingeladen. Ob Äußerungen der Adeligen für die Streichung von der Gästeliste verantwortlich waren, wollte eine Sprecherin des Landtags nicht sagen. Doch Gloria bleibt eine Hintertür.

Ist es ein Affront? Oder ein normaler Vorgang? Die Gästeliste für den Sommerempfang der Landtagspräsidentin Ilse Aigner ist draußen. Diesmal fehlt ein prominenter Name: Gloria von Thurn und Taxis steht nicht darauf. Die Münchner Abendzeitung berichtete zuerst über den Vorgang. Bereits im März hatte sich das Blatt auf die Adelige eingeschossen – und in einem Bericht auch Aigner nahegelegt, ihren Worten in Sachen Demokratiefeinde Taten folgen zu lassen. Entsprechend aufmerksam las man in der Redaktion dann offenbar auch die Gästeliste.

Doch ob tatsächlich Äußerungen der Regensburgerin oder gar eine bekannt gewordene Spendengala für die rechte WerteUnion von Hans-Georg Maaßen auf Schloss St.Emmeram in Regensburg maßgeblich waren? Das ist vom Landtagsamt nicht zu erfahren. Dort heißt es auf Anfrage der Mediengruppe Bayern lediglich: „In diesem Jahr wird Gloria von Thurn und Taxis keine Einladung erhalten.“

Doch anders als Gloria wird ihr Sohn Albert von Thurn und Taxis auf der Gästeliste geführt. Wie das Landtagsamt bestätigte, wird das Oberhaupt der Familie (geschätztes Vermögen: 1,2 Milliarden Euro) eine Einladung für das Fest erhalten.

Auf die Frage, ob Äußerungen Glorias zur Entscheidung beigetragen haben, weicht das Amt aus. „Der Einladungsverteiler für den Empfang in Schleißheim wird jedes Jahr neu erstellt, damit im Laufe der Zeit möglichst viele Menschen in Bayern die Chance haben, dabei zu sein“, so eine Sprecherin. Für den Bayerischen Landtag sei er insbesondere die Gelegenheit, „das Engagement der Ehrenamtlichen in Bayern zu würdigen – insofern gibt es keinen Anspruch auf Einladung, zumal das Haus Thurn und Taxis mit Fürst Albert vertreten sein kann“, heißt es weiter. Man habe keine Person von der Einladungsliste gestrichen, die mit Äußerungen in eine bestimmte politische Richtung aufgefallen ist.

Begleitung zum Empfang mitbringen

„Nein“, lautet die knappe Antwort auf die Frage, ob weitere Namen gestrichen wurden. Die Einladung Alberts sei deshalb erfolgt, so das Landtagsamt weiter, „weil er die Geschäfte des Hauses leitet“. Allerdings: Jeder Eingeladene darf auf den Empfang eine Begleitung mitbringen. Von einer Lebensgefährtin Alberts ist nichts bekannt – bisher kam er mit seiner Mutter.

Gloria: Enttäuscht von Ilse Aigner

Diesmal allerdings wird das wohl nicht der Fall sein, denn die Adelige zeigte sich über die Causa enttäuscht. „Es ist sehr traurig, dass ich nach 40 Jahren, nachdem ich sowohl mit meinem Mann als auch als Witwe alleine zum Empfang nach Schleißheim gegangen bin, ausgeladen werde“, sagte die von Thurn und Taxis der Mediengruppe Bayern. Und das, „obwohl ich auf der Linie von Franz Josef Strauß bin, der prophetisch vorausgesagt hat, dass das Land mit Rot-Grün auf das ,Narrenschiff Utopià setzt“, zitierte sie den CSU-Politiker. Von Aigner sei sie enttäuscht. „Schade, ich hätte sie für toleranter gehalten“, sagte von Thurn und Taxis. Dabei habe sie nie extreme Positionen vertreten, sondern das, was „bis vor kurzem in Bayern noch Mainstream war“.