Beschluss sichert Betrieb im Zentrum: Stadtrat erlaubt Elektro-Großgeräte am Stadtrand

Von Johannes Schiedermeier · 16. Juni 2024 um 05:00

Der Stadtrat pocht auf seine Gestaltungssatzung und fordert von der Raiffeisenbank einen neuen Vorschlag für die Fassade ein. Er darf keine Leuchtbuchstaben enthalten. Außerdem lässt die Stadt Furth im Wald (Landkreis Cham) künftig außerhalb des Zentrums den Verkauf von Elektrogroßgeräten zu.

Die Ansiedlung eines Elektrofachmarktes an der Mondscheinstraße betrachten Planer und Stadt als Beleg für diese erfolgreiche Strategie. Allerdings, so Bauamtsleiter Alois Stoiber, bringe gerade das Sortiment der Elektrogroßgeräte den im Zentrum ansässigen Fachmarkt an seine Grenzen, was die Lager- und Verkaufsflächen betreffe.

Lagerung und Anlieferung schwierig

Auch die Anlieferung durch Speditionen gestalte sich aufgrund der engen Verhältnisse in der Innenstadt schwierig. Nun stehe der Betreiber vor der Frage, ob er den Betrieb aufsplitten muss. Anders sei der Betrieb des Standortes wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.

In einer Stellungnahme der ISEK-Planer wurde der Stadt nun mitgeteilt, dass eine Freigabe des Sortiments am Stadtrand eine Abkehr von der bisherigen Steuerungsstrategie darstelle und nicht zielführend sei. Im Gegenteil: Nach Ansicht der Planer würde dies einem anderen Anbieter die Besetzung eines Standortes in der Stadtmitte mit dem Elektro-Sortiment unmöglich machen.

Verkauf im Sondergebiet

Dagegen sehe man eine Splittung des Standortes in zwei Zentrums-Geschäfte für möglich an. „Das entspräche vollumfänglich der Einzelhandels-Entwicklungsstrategie“, so Planer Dr. Leiner. Möglich sei es aber auch, die Elektrogroßgeräte auszugliedern aus dem Sortiment und deren Verkauf in Sondergebieten außerhalb des Zentrums zu genehmigen.

Bürgermeister Sandro Bauer befürwortete diese Möglichkeit. Es sei erlaubt, zehn Prozent der Ladenfläche und maximal 1000 Quadratmeter mit einem Randsortiment wie Fernsehern zu belegen, so der Bürgermeister.

Nicht zentrenrelevant

Es sei zu begrüßen, wenn Unternehmen da seien und hier auch bleiben, so Stadtrat Michael Engl. Deswegen befürworte er ein Verkaufsgeschäft mit Laden außerhalb des Zentrums. Bürgermeister Bauer stellte auf eine Frage von Stadtrat Macharowsky auch fest, dass jede einzelne Aufhebung einer Beschränkung einzeln vom Stadtrat zu beschließen sei.

Stadträtin Jennifer Dietl befürwortete den Vorschlag aus Sicht der SPD. Sie hoffe, dass die Firma dann tatsächlich auch ihren Innenstadt-Standort auf Dauer beibehalte. Allerdings habe man andererseits auch keine Garantie, dass jemand überhaupt in Furth bleibe.

Der Stadtrat folgte dem Verwaltungsvorschlag: Er stufte die Elektrogroßgeräte auf der Sortimentsliste einstimmig als „nicht-zentrenrelevant“ ein.