Kommt eine Mückenplage an der Donau? Das unternimmt Neustadt gegen die Plagegeister

Von Jochen Dannenberg · 15. Juni 2024 um 19:00

Die Stadt Neustadt (Landkreis Kelheim) ist alarmiert. Erst gingen tagelang schwere Regenfälle über der Region nieder und ließen die Donau auf Rekordniveau anschwellen. Inzwischen ist der Donaupegel zwar deutlich gesunken, doch jetzt könnte es eine neue „Heimsuchung“ geben. Droht eine Mückenplage?

Erst wenige Tage sind seit dem Hochwasser. Die Dämme haben gehalten, der Pegel ist inzwischen um rund drei Meter gefallen. Doch jetzt könnte es ein neues Problem geben: An vielen Stellen entlang der Ufer der Donau haben sich Pfützen gebildet. Eine Ursache sind die ausgiebigen Regenfälle. Eine andere ist der hohe Grundwassertand, der verhindert, dass das Wasser abläuft. Die Pfützen sind wiederum idealer Brutplatz für Stechmücken. Sie werden fast jedes Jahr zur Plage.

Ob es dazu kommt, ist nicht klar. Die ideale Voraussetzung für die Vermehrung der Staunzen ist nämlich eine Kombination – feuchte Wiesen und Sonnenschein. Erst dann legen die Stechmücken ihre Eier ab. Dass das extreme Hochwasser der vergangenen Tage dieser Ausgangslage zusätzliche Brisanz verschafft, hat die Stadt im Blick. Deshalb waren am Donnerstagmittag Bürgermeister Thomas Memmel und Fachleute unterwegs, um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen.

Bti kommt per Drohne

„Um rechtzeitig reagieren zu können, haben wir kurz nach Fallen der Pegel in der vergangenen Woche das sogenannte Monitoring wiederaufgenommen“, erklärte Bürgermeister Memmel. Dabei werden vor allem die vom jüngsten Hochwasser betroffenen Bereiche auf Stechmücken-Larven überprüft. Wird man fündig, darf das biologische Mittel Bti eingesetzt werden, um die Mücken so umweltfreundlich und zugleich effizient wie möglich zu bekämpfen.

Derzeit ist Bti das einzige Mittel, das dafür zur Verfügung steht. Es handelt sich dabei um Eiweißkristalle, die die Larven aufnehmen und daran verenden. Das Mittel darf nur fünf Tage lang genutzt und nur dann großflächig ausgebracht werden, wenn es wirklich erforderlich ist.

Um einen genauen Überblick über die möglichen Brutstätten der kleinen Plagegeister zu bekommen, setzt die Stadt eine Drohne ein, denn durch den oftmals noch weichen Boden können schwere Maschinen noch nicht überall an die betroffenen Bereiche heranfahren. „Wenn wir die Belastung durch Stechmücken schon jetzt bestmöglich reduzieren wollen, müssen wir daher über den Luftweg an die Larven herankommen“, so Memmel, der am Donnerstag mit Mitarbeitern des Bauhofs nach Sittling gekommen war, von wo aus die erste Drohne startete. Ebenfalls vor Ort waren Biologen, die die Stellen identifiziert haben, wo das Mittel durch die Drohne dann abgeworfen wurde.

Hausmittel helfen auch

Auch Haus- und Grundstückbesitzer können etwas gegen die Mücken tun: Die Hausmücke legt ihre Eier in Gartenteiche, Vogeltränke und Gefäße, in denen sich Wasser sammelt. Es hilft, diese Gefäße abzudecken oder regelmäßig zu leeren, Mückenfallen aufzustellen oder ebenfalls Bti zu nutzen. Es sei im Baumarkt erhältlich, teilt die Stadt mit.

Hochwasser und Wärme sind eine gefährliche Mischung: Dann vermehren sich Mücken millionenfach. Foto: P. Pleul/dpa
Zeit zum Handeln: Die Stadt macht von ihrer Genehmigung Gebrauch und bringt Bti großflächig aus. Foto: Reindl