Vier Generationen im Hotel Eisvogel in Bad Gögging – Es begann in einer alten Scheune

Das Hotel Eisvogel ist in diesen Tagen ein bekanntes Haus im Neustädter Ortsteil Bad Gögging – und darüber hinaus. Das Familienunternehmen, in dem mittlerweile die vierte Generation mitarbeitet, feiert heuer sein 75-jähriges Bestehen. Alles begann 1949 mit drei Tischen in einer ehemaligen Scheune.
Heute gibt es einen Kurplatz, und allein in dessen Umfeld viele Restaurants und Cafés. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war das ganz anders. „Es gab kein einziges Café“, erinnerten sich Karl Zettl und seine Tochter Margit Feldmann-Zettl.
Der 81-jährige Zettl, der 2017 den Betrieb in die Hände seiner Tochter gegeben hat, aber trotzdem nach wie vor Seniorchef gerufen wird, blickt zurück: Da habe die damalige Frau seines Vaters gesagt: „Ich kann ja backen und Kaffee kochen.“ Die Idee für ein kleines Café war geboren.
Gemeinsam mit seinem Vater, der das Café dann betrieb, baute man eine alte Scheune am heutigen Standort aus und begann mit einem kleinen Gastraum mit drei Tischen. Als Interessierte fragten, wo sich denn dieses Café befände, erhielten sie zur Antwort: „Dort, wo die Kurgäste die Eisvögel beobachten.“ Damals habe es noch viele von diesen Tieren an der Abens gegeben – der Name war geboren.
Erstmals einen Tanzsaal
1952 erweiterten die Zettls erstmals, als ein Tanzsaal angebaut wurde. „Es war der erste in Bad Gögging“, betont Zettl. Den nächsten großen Sprung gab es in den 60-er Jahren, als die Raffinerien rund um Neustadt a. d. Donau entstanden. Montagearbeiter suchten immer wieder Hotelzimmer. Also baute die Familie Zettl wieder an, knapste außerdem von der Privatwohnung den einen oder anderen Quadratmeter ab, um so einige Fremdenzimmer zu schaffen. Karl Zettl war damals eigentlich noch in einer anderen Branche tätig, machte aber nach Feierabend regelmäßig im elterlichen Betrieb mit. Tage von sechs Uhr in der Frühe bis Mitternacht seien da keine Seltenheit gewesen.
1982 übernahm er schließlich das mittlerweile entstandene Restaurant mit den Fremdenzimmern. Anschließend wurden weitere Weichen gestellt. Das Restaurant wurde vergrößert, 1988 legten die Zettls den Grundstein für das Hotel, in dem sie Ostern des darauffolgenden Jahres die ersten Gäste begrüßten. Mittlerweile gibt es dort 109 Betten. In den folgenden Jahren wurden weitere Gasträume für das Restaurant geschaffen.
In Wellness investiert
Für die 56-jährige Zettl-Feldmann ist es keine große Frage, warum man regelmäßig erweitert hat. „Wir sind Unternehmer, wir wollen, dass es vorangeht.“ Der gesamte Ort hätte von wenigen Übernachtungsgästen nicht leben können.
Wenn man Gäste anlocken will, müsse man etwas bieten. Und so eröffnete 2013 der Wellnessbereich mit 15 Anwendungsräumen, einen Badhaus, einer Sauna, 25 neuen Zimmern und zwei Seminarräumen. Die Hotelzimmer wurden mehrfach saniert. Was sich bezahlt gemacht hat, weil es dafür schon Preise von Fachorganisationen gab.
Seit 2017 hat Zettl-Feldmann das Sagen im Eisvogel – an Ruhestand denkt sie sicherlich noch nicht. Trotzdem steht mit Tochter Theresa Feldmann die vierte Generation schon in den Startlöchern. Die ausgebildete Hotelbetriebswirtin arbeitet längst im Betrieb mit – und hat schon eigene Ideen für einen weiteren Ausbau. Vor allem den Wellnessbereich will sie in Zukunft erweitern.
Lange Zeit waren die Familienmitglieder praktisch die einzigen Mitarbeiter – es habe höchstens eine Aushilfe und eine Bedienung gegeben. Mittlerweile zählt die Belegschaft 81 Köpfe. Groß gefeiert werden soll das Firmenjubiläum nicht. Allerdings gebe es einige Aktionen für die Gäste im gesamten Jahresverlauf. So findet am 19. Juli ein spezielles Barbecue mit Livemusik statt. Mit dem Weingut, mit dem man zusammenarbeitet, habe man einen Jubiläumswein kreiert.

