Investor möchte Luxus-Ferienresort auf Bad Abbacher Freizeitinsel bauen

Hinter dem unscheinbaren Tagesordnungspunkt „wirtschaftliche und touristische Nutzungsoptimierung für das Inselbad“ verbarg sich eine faustdicke Überraschung: Ein Investor will auf der Freizeitinsel in Bad Abbach (Landkreis Kelheim) ein Luxus-Ferienresort mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro bauen. Der Marktrat ist dafür.
Tom Zeller ist Geschäftsführer der Chalet Resort Seenland GmbH. Das Unternehmen hat unter anderem die Holzkugel und das Chalet-Dorf am Steinberger See gebaut. Eine ähnliche Anlage will es auf der Freizeitinsel errichten: ein Resort mit Ferienwohnungen und Ferienhäusern für 100 bis 150 Personen. Es soll mindestens vier, eher fünf Sterne erhalten – wie die Chalets am Steinberger See.
Neben luxuriösen und hochwertig ausgestatteten Unterkünften soll es auch ein umfangreiches Wellness-Angebot geben. Geplant sind verschiedene Saunen, Dampfbäder, Massagen, Ruheräume, Whirl- und Indoorpools. Diese sollen auch der Bevölkerung offenstehen. Jeder Bad Abbacher oder Besucher soll mit einer Tages- oder Halbtageskarte die Wellness-Anlagen nutzen können.
„Ökologisches Konzept, Naturnähe und Nachhaltigkeit“
„Wichtig ist mir ein ökologisches Konzept, Naturnähe und Nachhaltigkeit“, sagt Tom Zeller. Dafür wurde das Chalet-Dorf am Steinberger See auch bereits mehrfach ausgezeichnet – für ökologische und nachhaltige Bauweise und Ausstattung. Auf der Freizeitinsel will er 20 bis 30 Ferienwohnungen mit 35 bis 40 Quadratmetern und zehn bis 20 Ferienhäuser bauen. Und auch mit besonderer Bauweise: zum Beispiel Holzhäuser auf Stelzen – darunter bleibt der Boden natürlich und unversiegelt – oder Baumhäuser. Das Gebäude des Inselbads soll bestehen bleiben und umgebaut sowie erweitert werden. Es soll als Rezeption, Frühstücksraum und Wellnessbereich dienen.
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Bei den Markträten stieß das Vorhaben auf Zustimmung und Wohlwollen: „Ich glaube, dass das dem Markt Bad Abbach unglaublich guttut“, sagte Bürgermeister Benedikt Grünewald. Vor allem der klammen Kasse des Marktes – die Gemeinde hat Schulden, der Haushalt ist auf Kante genäht und wurde erst nach Abstrichen genehmigt. „Wir müssen Einnahmen generieren, weil wir sonst nichts mehr umsetzen können“, sagte Grünewald.
Einnahmen könnten durch das geplante Ferien-Resort erzielt werden, sogar ohne zu investieren: Der Gemeinde gehört das Areal auf der Freizeitinsel. Sie kann es dem Investor verpachten. Auch Gewerbesteuer könnte in die Gemeindekasse fließen.
Bad Abbach: Unterkünfte südlich und südwestlich des Bades
Diese Aussichten erfreuten die Gemeinderäte, aber auch das Konzept an sich. Das Resort ist auf dem Gelände des Inselbades geplant, es soll also direkt am künftigen Naturbadesee gebaut werden. Ein Entwurf sieht die Unterkünfte südlich und südwestlich des Bades vor. Damit auch für die Badegäste genug Platz bleibt, könnte die Liegewiese nach Osten erweitert werden, südlich des geplanten Kunstrasenplatzes.
Genaues soll aber erst später festgelegt werden. Das Vorhaben muss auch mit den Plänen für den Naturbadesee zusammenpassen. In der Sitzung diskutierten die Räte also grundsätzlich das Bauvorhaben.
„Es bedeutet eine Steigerung des Freizeitwertes, und einen Mehrwert für Bad Abbach. Und es ist der richtige Zeitpunkt für ein Gesamtkonzept“, war Andreas Diermeier überzeugt.
„Je mehr man dem Investor zugesteht, desto höher wird die Attraktivität für uns“, mahnte Christian Hanika. Kritik gab es nur wenig: „Ich finde so etwas auf der Freizeitinsel nicht so toll“, sagte Bernhard Kiefmann. Schließlich stimmten die Räte mit 22:1 Stimmen dafür, in tiefere Gespräche mit dem Investor einzusteigen.