Tream schnürt für sein Büchelkühn die Fußballschuhe: Er will Heckerfeld endlich bezwingen

Von Philipp Breu · 13. Juni 2024 um 19:00

Eigentlich ruht der Ball im Fußballkreis Schwandorf gerade. Die Relegationsspiele sind vorbei, die Auf- und Absteiger stehen fest. Auf dem Sportplatz des TuSDachelhofen steigt am Samstag dennoch ein brisantes Derby. Mittendrin: Schlager-Rapper Tream.

Musikalisch feiert der 25-jährige Timo Grabinger Erfolge am laufenden Band. Längst wird er als einer der Hauptacts für große Festivals gebucht, seine Songs wie „Lebenslang“, „Zelten auf Kies“, „Liebe auf der Rückbank“ oder „Herz macht Bamm“, erreichen ein Millionenpublikum. Sogar eine Goldene und eine Platin-Schallplatte hängen im Hotel der Familie im Schwandorfer Ortsteil Büchelkühn.

Ein echter Angstgegner

Auf dem Fußballplatz blieben die Erfolge dagegen bisher aus. Denn dort versucht er zusammen mit seinen Verwandten und Kumpels seit Jahren, den ersten Derby-Sieg einzufahren. Doch das Team aus Heckerfeld, das seinen Ursprung in der gleichnamigen Straße im Schwandorfer Stadtteil Krondorf hat, beweist sich seit jeher als echter Angstgegner. Bei allen Duellen gingen die Büchelkühner bisher leer aus.

Vor 16 Jahren fand das erste Aufeinandertreffen der beiden Gaudi-Mannschaften statt. Damals war Timo, der Büchelkühner, gerade einmal neun Jahre alt. Sein Cousin Jürgen und dessen Cousin Jonas aus Krondorf seien früher häufig bei ihnen zu Gast gewesen. „Wir haben uns immer zum Fußballspielen getroffen. Wir hatten einen eigenen Platz“, erinnert sich Grabinger.

Jürgen und Jonas hatten eines Tages die Idee, Mannschaften mit Verwandten und Kumpels aus ihren Dörfern zu bilden und gegeneinander zu spielen. Das erste Derby stieg dann auch auf dem Bolzplatz der Grabingers – auf Kleinfeld. „Da haben wir dann verloren und auch die nächsten beiden Derbys gingen an Heckerfeld“, sagt Tream.

„Söldner“ aus Regensburg heuerten in Heckerfeld an

Jahre vergingen, bis das Duell 2022 eine Neuauflage erfahren sollte. „Wir stehen seit jeher in Kontakt und haben uns schon immer vorgenommen, dass wir das Derby im Erwachsenenalter wiederholen.“ Der Spielort wechselte zum Sportplatz des TuS Dachelhofen. Doch auch auf neuem Terrain gab es die nächsten Schlappen für Büchelkühn. Das habe aber weniger an der Stärke der eigenen Mannschaft gelegen. „Es gibt einige Söldner aus Regensburg und Umgebung, die von Heckerfeld angeheuert wurden“, stichelt Tream scherzhaft.

Nun will der Musiker mit seinen Büchelkühner Jungs aber alles daran setzen, den Bock im fünften Anlauf umzustoßen und endlich als Sieger vom Platz zu gehen. Das Team habe auf jeden Fall das Zeug dazu.

Sechs Grabingers und viele jahrelange Freunde kicken mit. Manche spielen aktiv in Fußballmannschaften aus der Region, manche hauen nur zum Spaß gegen den Ball. „Wir haben auch drei bis vier Spieler dazugewonnen. Es wird ein Duell auf Augenhöhe“, mutmaßt Tream. Und noch ein weiterer Faktor könnte die Mannschaft beflügeln, so der Musiker: „Der ehemalige Trainer Reinhard Grabinger (Timos Vater, Anm. d. Red.) hat sein Amt aufgrund mehrerer Anfragen von Topclubs aus der Umgebung abgelegt, und der ehemalige Profispieler Tobias Wiesner das Amt aufgenommen.“

Bei einem Remis ist Nervenstärke vom Punkt gefragt

Ob diese Personaländerung wirklich den Erfolg bringt, wird sich am Samstag zeigen. Gleich zwei Mannschaften aus Büchelkühn und Heckerfeld werden jeweils gegeneinander antreten. Die zweiten Mannschaften spielen ab 14.30 Uhr im Modus zweimal 20 Minuten. Bei den ersten Mannschaften geht es ab 16 Uhr über die volle Distanz von 90 Minuten. Bei einem Unentschieden entscheidet dann die Nervenstärke vom Elfmeterpunkt.

Die Veranstalter rechnen mit etwa 400 bis 600 Zuschauern. Um die Verpflegung kümmert sich der TuS Dachelhofen. „Wir sind gut vorbereitet und durch die Niederlagen der vergangenen Jahre umso motivierter. Wir wollen den Sieg mehr denn je“, sagt Tream.

Obwohl es eine reine Gaudi-Veranstaltung ist, geht es auf dem Platz hochoffiziell zu – inklusive Einlauf, Schiedsrichtergespann und eigenen Trikots. Foto: Felix Reichl