Burglengenfelds Bürgermeister Gesche: „Für den Ruhestand bin ich noch zu jung“

Burglengenfelds (Landkreis Schwandorf) Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) hat eine bedeutsame Entscheidung getroffen: 2026 wird er nicht mehr kandidieren. Kurz nachdem er dies in einer Mitgliederversammlung bekanntgegeben hatte, stellte er sich auch Fragen der Mittelbayerischen.
Herr Bürgermeister, Ihre Entscheidung hat uns nicht überrascht, eher der Zeitpunkt. Anfang des Jahres sagten Sie, die Würfel würden erst 2025 fallen.
Thomas Gesche: Das wäre der späteste Zeitpunkt gewesen. So aber ist es besser. Man kann nun alles in Ruhe vorbereiten.
Wie lange haben Sie mit sich gerungen?
Gesche: Der Prozess lief über Monate. Das Ergebnis ist wohl überlegt und unumkehrbar.
Und wie schwer ist es ihnen gefallen, die Entscheidung dann bekannt zu geben?
Gesche: Es war schon in der Vorstands-Runde nicht leicht. Und gestern, am Dienstag, in der Mitgliederversammlung erst recht. Der Herzschlag war erhöht, was bei mir sonst eher selten vorkommt. Ja, es hat mich bewegt.
Die Reaktion war herzlicher Applaus. Ist Ihnen da ein Stein vom Herzen gefallen?
Gesche: Doch natürlich. Es war ein schönes Gefühl. Es zeigt, dass die Leute Verständnis haben und hinter einem stehen.
Den Bericht über die wegweisende Mitgliederversammlung des CSU-Ortsverbands Burglengenfeld finden Sie hier
Sie haben noch rund 20 Monate im Amt vor sich. Machen Sie sich Sorgen, dass der eine oder andere Mitarbeiter nicht mehr auf Sie hört?
Gesche: Die Gefahr sehe ich nicht. Der Kreis der Amtsleiter steht zu mir, die Leute sind loyal. Außerdem wissen alle, dass wir große Aufgaben vor uns haben. Sollte wider Erwarten jemand ausscheren, müsste ich eben Konsequenzen ziehen.
Mit Michael Schaller gibt es bereits einen Mann, der bereit wäre, in ihre Fußstapfen zu treten. Ist er ihr Wunschkandidat?
Gesche: Er ist der absolut Richtige, er ist verwurzelt in den Vereinen und vor allem ein ausgewiesener Verwaltungsexperte. In seiner Funktion hat er schon alles durchgestanden, was man durchstehen kann.
Wenn Sie aus dem Amt scheiden, sind Sie etwa 40 Jahre alt. Wie sieht ihre Zukunft aus?
Gesche: Ich weiß es noch nicht. Ich habe zwar ein paar Idee, aber spruchreif ist nichts. Ich lasse das jetzt entspannt auf mich zukommen. Aufgaben gäbe es viele spannende. Daher bin ich mir sicher, dass ich etwas finde. Für den Ruhestand bin ich jedenfalls noch zu jung.