Hochsaison auf dem Chamer Erdbeerfeld – Boden, Wetter und Sorte haben Einfluss auf den Geschmack

Die Erdbeersaison geht in die heiße Phase. Und auch wenn Erdbeer-Liebhaber die Früchte schon seit Monaten im Supermarkt kaufen können, schmecken sie doch frisch vom Feld am besten. Eine Expertin erklärt, welchen Einfluss das Wetter sowie der Boden auf die Früchte haben und was das Kilo kostet.
Damit die Pflanzen im Erdbeerland Baumann auch gut gedeihen, musste der Betrieb heuer das Feld wechseln, erklärt die Leiterin der Direktvermarktung, Veronika Zitzelsberger. „Der Boden war ausgelaugt“, sagt die Expertin zum ehemaligen Feld am Taschinger Berg. Das neu angelegte Feld bei Tasching (Tasching 60) sei nun von der Lage zwar ruhiger, dafür etwas abschüssig.
Sechs unterschiedliche Sorten wachsen auf dem Feld
Das Feld ist zweigeteilt. Auf der einen Seite (Tasching 60) wachsen die späten Sorten. Auf der anderen (Straße Richtung Scharlau) gedeihen die frühen. Insgesamt wachsen auf dem Feld sechs Kulturen: Sandra, Asia, Kimberly, Elianny, Destiny und Malwina.
Sie unterscheiden sich neben der Erntezeit auch im Geschmack. „Die frühen Sorten sind säuerlicher. Die späten – vor allem die Malwina – sind süßer und aromatischer“, sagt Zitzelsberger. Die Malwina sei zudem komplett durchrötet und eigne sich daher besonders gut, um eine farblich schöne Marmelade herzustellen. Die Reife der extra süßen Sorte wird in der dritten Juniwoche erwartet.
Durch die unterschiedlichen Kulturen sei die Erntezeit besonders lang – voraussichtlich bis Mitte Juli. Durch die Einteilung des Feldes in Sektoren (nach Sorten) sei unter anderem die Bewässerung einfacher und die Wege zu den reifen Früchten kürzer.
Nicht jeder Regen ist gut
Dieses Jahr gab es wetterbedingt aber ein paar „Startschwierigkeiten“, denn die Erdbeeren waren laut Zitzelsberger früh dran, doch dann kam noch einmal der Frost. Zum Schutz wurden sie deshalb mit einem Vlies abgedeckt. Und auf die Kältephase folgte der Regen. Erdbeeren benötigen viel Wasser, aber nicht, wenn sie vollreif sind, sagt die Expertin. „Ein Regentropfen ist für eine Beere, wie wenn wir uns stoßen. Es entsteht eine Art blauer Fleck“, sagt sie. Durch diese Verletzung seien die Früchte besonders anfällig für Pilze und Keime.
Durch den Starkregen blieben auch die Selbstpflücker aus. Aber: „Die Erntelust ist seit Jahren ungebrochen“, so Zitzelsberger. Und so kamen in den Regenpausen auch Kunden mit Gummistiefeln – sie ließen sich die Erdbeerfreude trotz des schlechten Wetters nicht entgehen. Als „guten Regen“ für die Früchte bezeichnet die Expertin einen langsamen Landregen.
Der Geschmack wird überprüft
Die Pflanzen werden regelmäßig kontrolliert, wobei darauf geachtet wird, wie das Pflanzgut an sich aussieht. Das heißt, ob große Lücken vorhanden sind und ob nachgepflanzt werden muss. Der Geschmack einer Beere ist oft standortbezogen, sagt Zitzelsberger. Das heißt zum Beispiel, dass das Feld, der Boden und der Dünger auf den Geschmack Einfluss nehmen.
Bei der sensorischen Prüfung werde daher untersucht, wie die Beeren geschmacklich auf dem neuen Feld heranwachsen. Die Erdbeerpflanzen werden drei Jahre im Boden bleiben. Mit der Prüfung werde denn entschieden, ob eine andere Erdbeersorte oder wieder die gleiche Kultur gepflanzt wird.
Rezept der Erdbeer-Expertin – Das kostet das Kilo
Doch wie mag Zitzelsberger die frischen Früchte am liebsten? Die Expertin trinkt gerne Erdbeermilch. Das sei ganz einfach: Erdbeeren pürieren und mit Milch aufgießen.
Was kosten die roten Früchte? Ein Kilo zum Selbstpflücken kostet im Erdbeerland 5,90 Euro. Für Vielsammler, die die Beeren beispielsweise einwecken oder einfrieren, kosten die Erdbeeren ab dem fünften Kilo 4,90 Euro. Bisher kann das Sammelgut nur mit Bargeld bezahlt werden. Die Nachfrage nach Kartenzahlung steigt jedoch, so Zitzelsberger. Daher werde zurzeit in einem Pilotprojekt das Bezahlen mit Karte an anderen Standorten getestet.
Öffnungszeiten – Standort wird für mehrere Jahre gleich bleiben
Das Beerenland Baumann hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Je nachdem, welche Sorten gerade reif sind, ist entweder das Häuschen an der Straße Richtung Scharlau oder das Häuschen in Tasching 60 geöffnet.
Auf dem neu angelegten Feld wird das Beerenland nun aber für mehrere Jahre bleiben, sagt Zitzelsberger. Zum einen, weil sich die Selbstpflücker an den neuen Standort gewöhnen, zum anderen, weil das alte Feld noch Zeit zur Regeneration braucht.
Dort kann ebenfalls gepflückt werden
Auch in Traitsching bei Erdbeeren Neuhierl sowie in Roding und in Chameregg bei Ebner können die süßen Beeren selbst gepflückt werden. Bei diesen Feldern neige sich die Saison allerdings schon dem Ende zu.
Nährstoffe
Vitamin C: Pro 100 Gramm enthalten Erdbeeren laut Bundeszentrum für Ernährung mehr Vitamin C als Zitronen odern Orangen. 150 Gramm würden bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Außerdem sind Erdbeeren reich an Folsäure, Vitamin B1 und Vitamin K.
Mineralien: Vor allem Zink, Kupfer und Mangan sind in Erdbeeren laut des Bundeszentrums enthalten.
Nährwert: Erdbeeren sind zudem kalorienarm. Sie enthalten etwa 32 Kalorien pro 100 Gramm.
Pflanzenstoffe: Auch sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole sind in den roten Beeren enthalten. Polyphenole können laut Bundeszentrum für Ernährung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, Krankheitskeime abtöten und entzündungshemmend wirken. Außerdem sollen sie die körpereigenen Killerzellen stimulieren und so helfen, bestimmten Krebserkrankungen vorzubeugen.
