Regensburger Kitas: Hunderte Familien werden nicht den Wunsch-Platz erhalten

Der Kampf um einen Kitaplatz treibt wieder viele Regensburger Familien um. Regensburger Eltern haben rund 2000 Kinder für die Krippen, Kindergärten und Tagesmütter angemeldet. Obwohl die Stadt Regensburg laufend ausbaut, kommt sie mit der Zahl der Plätze nicht nach.
Hauptgrund ist der Zuzug. Und natürlich fehlen nach wie vor zahlreiche Erzieherinnen, deshalb können nicht alle gewünschten Gruppen eröffnet werden. Bei den Regensburgern Eltern e.V., die vier Kitas betreiben, sind die Wartelisten lang. „Wir könnten mehr Gruppen aufmachen, als wir haben“, sagt Michael Straube aus dem Vorstand. „Wir kriegen auch Anfragen von Eltern, deren Kinder noch nicht auf der Welt sind.“ Die Verunsicherung in den Familien sei groß.
Kitas in Regensburg: 350 Kinder gingen zunächst leer aus
Zum Start im Herbst 2023 waren rund 350 Kinder zunächst leerausgegangen. Der Großteil hat aber in den Wochen danach einen Platz erhalten, allerdings oft nicht in der Wunsch-Kita. Das heißt, die Eltern müssen oft in einen anderen Stadtteil fahren und wesentlich mehr Zeit investieren.
„Die Platzsituation ist gar nicht so schlecht“, sagt Eleonore Hartl-Grötsch, die scheidende Leiterin des Amts für Tagesbetreuung von Kindern, mit Blick auf den kommenden September. Heuer gebe es bayernweit doppelt so viele Berufseinsteigerinnen wie sonst, weil die Erzieherinnen-Ausbildung an den Fachakademien von fünf auf vier Jahre verkürzt worden ist. „Das spüren wir deutlich.“ Mittlerweise hat allein die Kommune 20 Assistenzkräfte angestellt, das sind Quereinsteigerinnen aus anderen Berufen, die nach der Kindererziehung wieder arbeiten wollen, aber nicht mehr in ihrer früheren Tätigkeit. „Das hilft sehr“, sagt Hartl-Grötsch.
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Trotzdem weiß die Amtsleiterin noch nicht, ob alle Plätze zur Verfügung stehen werden. „Es ist alles auf Kante genäht.“ Hartl-Grötsch verspricht: „Wir versuchen es zu vermeiden, dass ein Kind keinen Platz bekommt.“ Eine Zusage für die favorisierte Kita werden viele nicht erhalten. „Das werden sicherlich ein paar hundert Familien sein.“ Vor allem für neuere Einrichtungen wie die städtischen Kinderhäuser Rubina und Naabstraße liegen extrem viele Anmeldungen vor.
Info-Abend am 19. Juni
Drei Klagen von Eltern konnte die Stadt abwenden. „Die Kinder haben ab September Plätze im Kindergarten“, sagt Hartl-Grötsch. „Die hätten sie aber auch ohne Klage bekommen.“ Seit August 2013 haben Kinder ab dem ersten Geburtstag bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung. In zwei der Regensburger Fälle pochten die Eltern darauf, sofort einen Platz zu bekommen, im dritten Fall wollte eine Familie ihren Nachwuchs unbedingt in der Wunsch-Einrichtung unterbringen.
„Wie finde ich den Kitaplatz, der zu meinem Kind passt?“: Bei einer Veranstaltung zu diesem Thema im Lesesaal der Stadtbücherei am Haidplatz werden Amtsleiterin Hartl-Grötsch und Ärztin Jana Langguth vom Gesundheitsamt Regensburg am Mittwoch, 19. Juni, ab 19.30 Uhr alle Elternfragen beantworten. Langguth, Sachgebietsleiterin Jugendärztlicher Dienst, spricht über den Entwicklungsstand, den ein Kind haben sollte, um in Krippe, Kindergarten oder bei einer Tagesmutter aufgenommen zu werden.
Mehr als 7360 genehmigte Betreuungsplätze gibt es in der Stadt, 4830 im Kindergarten, 1394 in der Krippe und 1137 im Hort. Beim Hort kommt der Rechtsanspruch im August 2026, zunächst für Erstklässler. Das wird die Stadt erneut fordern, denn auch in der Ganztagsbetreuung wird Fachpersonal benötigt.
Kleine Gruppe in Privathaus
Mehr als 1700 Kitaplätze, darunter auch Ersatz, sind in Planung oder werden bereits geschaffen. Ins große, neue Kinderhaus in der Hedwigstraße sind drei Gruppen bereits eingezogen, insgesamt werden es sieben. Der Container-Kindergarten am Weinweg, der während der Bauzeit das Kinderhaus ersetzt hat, bleibt. Dort kommen fünf Gruppen unter. Die Stadt lässt einen Garten anlegen. Das Kinderhaus Guerickestraße eröffnet neben den bestehenden fünf Gruppen zwei weitere.
In der Villa Sternberg an der Ecke Hemauerstraße und Sternbergstraße wird im Herbst die eingruppige Kita eines privaten Trägers aufmachen. Die städtische Kita Marienstraße erweitert von drei auf sechs Gruppen. Teilabriss und Umbau sind vorausgegangen. „Wir können jedes Jahr bis Oktober weitere Plätze vergeben, weil Leute wegziehen oder weil Kinder doch in die Schule wechseln“, sagt Hartl-Grötsch. Eltern hätten bis ganz zum Schluss die Entscheidungsfreiheit.
