Parsberg: Haus für Pflege und Soziales nimmt Gestalt an – So läuft die Sanierung

Rund 23 Millionen Euro investiert das Klinikum Neumarkt in Parsberg in ein Haus für Pflege und Soziales. Beim Baustellenrundgang hat der Pressesprecher des Klinikums, Oliver Schwindl, gezeigt, wie die Arbeiten vorangehen und erklärt, welches Konzept in den ehemaligen Krankenhausgebäuden realisiert werden soll.
Zunächst einmal gilt es aber einen Eingang zu finden. Denn während der Bauarbeiten, die im Moment vor allem in Inneren der Gebäudehülle stattfinden, ist der Haupteingang mit seiner Schiebetür verschlossen. Nur auf der Gebäuderückseite gibt es eine schmale Tür, die über einige wacklige Bretter und losem Untergrund ins Untergeschoss führt. Dort soll später einmal die Tagespflege mit 30 Betreuungsplätzen ihren Platz finden.
Deshalb wird auch der Patientengarten, der sich bisher quasi als Innenhof auf Höhe des Erdgeschosses befindet, um ein Stockwerk nach unten verlegt. „So wollen wir für dieses Untergeschoß eine natürliche Belüftung erreichen und auch gewährleisten, dass die Menschen Tageslicht haben und geschützt nach draußen können“, sagt Schwindl.
Aktuell sind die Bauarbeiter hier aber noch dabei, sämtliche Rohrleitungen zu entfernen. Wie die Räume später einmal aussehen werden, ist noch nicht zu erkennen. Es wird gesägt, gehämmert und geflext. „Die haustechnischen Installationen, also alle Elektroleitungen, Kommunikations- und Datenkabel sowie die Lüftungs- und Heizungsrohre werden komplett abgebaut“, erzählt Schwindl.
Wertstoffe aus dem Abriss werden recycelt
Weil sich die Arbeiter bei diesem Prozess vom Obergeschoss bis in den Keller vorarbeiten, ist hier unten noch viel Betrieb, während es weiter oben im Gebäude schon ganz anders aussieht. Schwindl: „Man kann schon sehen, dass alles deinstalliert wurde.“ Dabei gehen die Arbeiter sehr gezielt vor. Die Teile werden nicht nur ausgebaut, sie werden auch gleich sortiert, damit die Reststoffe getrennt voneinander entsorgt und so die Wertstoffe auch recycelt werden können.
Komplett verändert wird aber auch die Raumaufteilung. Laut Schwindl bleiben nach den Abbrucharbeiten nur die statisch tragenden Bauteile übrig. Alle sonstigen Wände werden entfernt und danach wieder aufgebaut. „Wir haben im Februar mit der Demontage angefangen und werden im Frühjahr 2025 beginnen, das Gebäude wieder herzustellen“, sagt Schwindl. Dabei werde der Gebäudebestand hochwertig energetisch saniert, damit später ein nachhaltig, ökonomischer und ökologischer Betrieb möglich sei. Die Fertigstellung des Komplexes ist zum Jahreswechsel 2025/26 geplant.
Doch nicht nur die Bauarbeiten schreiten voran, auch die Art und Weise wie das Gebäude genutzt und von wem es betrieben wird, hat inzwischen konkrete Formen angenommen. Das Klinikum wolle konsequent die Idee eines Quartiershauses nach den Richtlinien des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe (KDA) umsetzen und so laut Schwindl „ein Leuchtturmprojekt in der Stadt Parsberg und der Region darstellen“.
Schwerpunkt: „Demenz“
Die geplante Einrichtung werde 77 Dauer-Pflegeplätze mit eingestreuter Kurzzeitpflege, 30 Tagespflegeplätze, einen ambulanten Pflegedienst sowie ein Quartiersbüro bekommen. Zudem sei vor allem die vollstationäre Altenhilfe auf den Schwerpunkt „Demenzerkrankungen“ ausgerichtet.
Schwindl: „Das bauliche und das Pflege- und Betreuungskonzept sehen unter anderem vorwiegend Einbettzimmer mit Einbindung in eine Wohngruppe vor.“ Diese sollen einen Marktplatzcharakter bekommen, der ein Stadtzentrum in Miniaturform darstellt. Daneben werde es noch Wohnungen geben, die insgesamt rund zwölf Personen das Leben in einer Hausgemeinschaft ermöglichen.
Geklärt ist inzwischen auch, wer der Haus für Pflege und Soziales betreiben wird. „Wir werden zusammen mit dem BRK eine gemeinsame Gesellschaft gründen“, berichtet Schwindl. Dies habe den Vorteil, dass das Pflegepersonal zwischen den einzelnen Bereichen des Hauses wechseln kann. Dies wäre bei einem getrennt betriebenen Seniorenheim nicht möglich gewesen.




