Den Verkehr im Blick: Deniz Birol tritt bei Schwandorfs Polizei in die Fußstapfen von Dieter Jäger

Für den Beruf des Polizisten interessierte sich Deniz Birol schon immer. Und so wundert es nicht, dass er nach dem Abschluss der Schule ganz zielstrebig darauf hingearbeitet hat, bei der Polizei zu arbeiten. Nun hat er die nächste Stufe auf der Karriereleiter erreicht.
Deniz Birol ist der neue Verkehrssachbearbeiter für den Landkreis bei der Schwandorfer Polizei. Der 31-Jährige tritt in große Fußstapfen. Sein Vorgänger war kein Geringerer als Dieter Jäger, den man zweifellos als ein Urgestein der Schwandorfer Polizei bezeichnen kann. Der heute 60-Jährige war aber in der Großen Kreisstadt nicht nur als Polizeibeamter bekannt, Jäger ist auch langjähriger Stadtrat, war zudem OB- und Landratskandidat und leitet seit Langem den Sportverein Eintracht Schwandorf.
Gleicher Ort, anderes Büro
Nun ist der Polizeihauptkommissar in Pension gegangen – und für den Verkehrsbereich bei der PI Schwandorf wurde ein neuer Verantwortlicher gesucht. Auf die Ausschreibung hatte sich auch Deniz Birol beworben. Vor allem wegen seiner langjährigen Erfahrung: Zuletzt war der 31-Jährige bei der Autobahnpolizei Schwandorf tätig und dort hauptsächlich für den Verkehr zuständig.
Der Wechsel von der Autobahnpolizei zur Polizeiinspektion bedeutete für ihn keine große räumliche Veränderung: Seine bisherige Dienststelle sitzt ebenfalls in dem Gebäudekomplex an der Ecke Hoher-Bogen-/Wackersdorfer Straße. So blieb Deniz Birol am gleichen Standort, zog nur von einem Büro in ein anderes. Ganz unbekannt ist ihm die Schwandorfer Dienststelle nicht, denn 2011 begann dort seine Laufbahn bei der Polizei. Seinerzeit begann er seine Ausbildung für den mittleren Dienst bei der PI Schwandorf.
Gekündigt, um zu bleiben
Im Februar 2014, gleich nach der Abschlussprüfung, kündigte er wieder – um dennoch bei der Polizei zu bleiben. Birol begann ein Studium an der Außenstelle Sulzbach-Rosenberg der Fachhochschule in Fürstenfeldbruck für den gehobenen Polizeidienst. Nach dem Studium wurde er 2016 zur Polizeiinspektion Altötting (Oberbayern) abgeordnet, wo er zweieinhalb Jahre tätig war. Gern wäre er auch noch länger geblieben, wie er selbst erklärt. Hatte er sich doch in seiner Zeit in Altötting einen Freundeskreis aufgebaut. Doch der Polizeidienst ist eben kein Wunschkonzert. Birol konnte als neuen Dienstort zwischen München und Schwandorf wählen. Und da er aus der Großen Kreisstadt stammte, entschied er sich, dorthin zu gehen.
Nach einem Übergangsjahr bei der PI Schwandorf kam er im Mai 2018 zur Autobahnpolizei. Mit der Pensionierung von Dieter Jäger habe es sich angeboten, an den Ort seines Anfangs zurückzukehren. Es sei eine sehr vielfältige Tätigkeit, findet der 31-Jährige. Deniz Birol ist unter anderem für die Verkehrsüberwachung zuständig, erstellt die Unfallstatistik für den gesamten Landkreis, plant Verkehrseinsätze oder sorgt dafür, dass Veranstaltungen wie Festumzüge auch von der verkehrlichen Seite her abgesichert werden.
An zwei Kreuzungen krachte es zuletzt mehrere Male
Er hat ebenso die Unfallschwerpunkte in und um Schwandorf im Blick. In der Großen Kreisstadt haben sich zuletzt zwei Kreuzungen als kritisch erwiesen: die Schnittstelle der Kreisstraßen SAD9 und SAD19 in Freihöls, wo es erst am 24. Mai erneut gekracht hatte, und der Knotenpunkt von Libourne-Allee und Dachelhofer Straße, wo es im Mai ebenfalls wieder einen Unfall gab. Letztere sei schon mal ein Unfallschwerpunkt gewesen, dann habe sich die Situation gebessert, und nun schepperte es in den vergangenen fünf Monaten gleich dreimal. Noch sieht Birol aber keinen Handlungsbedarf – dafür müssten sich die Unfallzahlen erst verstetigen.
In Freihöls ist das der Fall. An der Geschwindigkeit müsse an dieser Stelle nichts getan werden, da sie in den meisten Fällen nicht die Ursache für die Unfälle sei. Birol könnte sich aber vorstellen, dass im Kreuzungsbereich etwas bepflanzt wird, damit die Autofahrer, die auf der SAD9 aus Richtung Lindenlohe oder Charlottenhof kommen, nicht einfach die Kreuzung in Freihöls passieren, ohne zu schauen. Die genauen Maßnahmen müssten aber noch bei einem Vor-Ort-Termin fixiert werden, meint Birol.
Der erste Polizist in der Familie
Der 31-Jährige ist der Erste in seiner Familie, der Polizist geworden ist. Seine Eltern seien anfangs nicht von seiner Berufswahl begeistert gewesen. Sie hatten sich Sorgen gemacht, weil sie im Fernsehen gesehen haben, das Polizisten ständig woanders eingesetzt werden, ob bei Fußballspielen oder Demonstrationen. „Ganz so schlimm ist es dann doch nicht“, sagt Deniz Birol. Seine Faszination für den Beruf hält bis heute an. Seine Eltern sehen natürlich, dass ihm die Arbeit Spaß macht – und sind deshalb nicht mehr ganz so besorgt.
