Regensburger in Berlin kollabiert: Kanzler Scholz „sorgt sich“ – will sich aber nicht erpressen lassen

Von Jonas Raab · 5. Juni 2024 um 17:11

Die Lage im Berliner Invalidenpark spitzt sich zu: Seit 91 Tagen befindet sich der Regensburger Klima-Aktivist Wolfgang Metzeler-Kick im Hungerstreik. Anfang der Woche wurde er nach einem Kreislaufkollaps in ein Krankenhaus eingeliefert. Metzeler-Kick will bis zum Äußersten gehen. Wie lange hält er noch durch?

Wie die Aktivistengruppe rund um den 49-jährige Umweltingenieur mitteilte, stabilisierte sich Metzeler-Kicks Zustand nach einer stationären Behandlung wieder. Mittlerweile ist er zurück im Camp der Aktivisten. Dorthin musste er in einem Rollstuhl geschoben werden. „Ich werde weiter hungern, bis Scholz endlich ausspricht, was Fakt ist: Es gibt kein CO2-Restbudget“, lässt sich der Regensburger zitieren.

Metzeler-Kick und seine Mitstreiter fordern Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, er solle den Klimawandel „als größte Krise der Menschheit anerkennen“ und eine entsprechende Regierungserklärung abgeben. Seit dem 7. März befindet sich Metzeler-Kick deshalb im Hungerstreik, seit eineinhalb Wochen verzichtet er auch auf Säfte, trinkt nur noch Wasser mit Elektrolyten und Vitaminen. Knapp 30 Kilogramm hat er abgenommen. Gegenüber der Mediengruppe Bayern hatte Metzeler-Kick vergangene Woche angekündigt, bald in den trockenen Hungerstreik zu treten.

„Akute Lebensgefahr“: Reagiert Scholz noch auf den Hungerstreik?

Die Ärzte, die die Aktivisten betreuen, haben die Verantwortung für Metzeler-Kick bereits abgegeben. Es bestehe „akute Lebensgefahr“, heißt es vonseiten der Medizin. Sie seien auf kurzfristige Komplikationen an Organen oder auf einen weiteren Kreislaufzusammenbruch eingestellt. Eine Sprecherin der Aktivisten bezeichnet Metzerler-Kicks als „stabil kritisch“. Er selbst sagt am Telefon, dass es ihm seit dem Krankenhaus-Aufenthalt wieder „etwas besser“ geht – und kündigt an, heute in einen trockenen Hungerstreik zu treten. Dann werde auch nicht mehr sprechen, um Ressourcen zu sparen.

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Wie reagiert Scholz? „Der Bundeskanzler sorgt sich um diese Menschen“, teilte eine Regierungssprecherin auf Anfrage mit. Es sei sehr bedrückend, dass der Gesundheitszustand der Aktivisten Klinikaufenthalte notwendig mache. Sie verweist auf die „weitreichenden Entscheidungen“ der Regierung im Kampf gegen den Klimawandel. „Der Bundeskanzler und die Bundesregierung werden sich auch durch diesen Streik nicht erpressen lassen“, stellte die Sprecherin klar. Gewalt – auch wenn sie gegen sich selbst gerichtet ist – sei kein legitimes Mittel, um politische Forderungen durchzusetzen.

Wolfgang Metzeler-Kick im Hungerstreik: „Klar beschäftige ich mich mit dem Tod“

Die Hoffnung, dass Scholz einlenkt, hatte Metzeler-Kick vergangene Woche noch nicht aufgegeben. Doch auch auf das andere Szenario bereitet er sich vor. „Klar beschäftige ich mich mit dem Tod“, sagte er im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. „Wenn ich jetzt sterben würde, wäre das okay.“