Parken wird sich auf den neuesten Parkplätzen der Stadt Bad Kötzting schon in zehn Jahren rechnen

Von Stefan Weber · 5. Juni 2024 um 05:00

Bei seiner Sitzung am Dienstagabend beschäftigte sich der Stadtrat nicht nur mit zwei eigenen Bauprojekten, sondern auch damit, wie die sich in absehbarer Zeit rechnen sollen. Dafür trafen sich die Mitglieder vor Beginn der Sitzung im Rathaus auf dem BZ Alte Kaserne.

Dort, wo gleich nach der Einfahrt auf das Gelände noch vor wenigen Jahren das Hauptverwaltungs-Gebäude der Bundeswehr gestanden hatte, sind in den vergangenen Wochen 16 Stellplätze für Wohnmobile entstanden. Das hat zum Schluss immerhin 110 000 Euro anstatt der geplanten 70 000 Euro gekostet, erklärte Stadtbauamtsleiter Christian Kopf den Stadträten vor Ort.

Warum wurde es teurer?

Grund dafür sei gewesen, dass zum einen die Infrastruktur für Wasser, Abwasser und Storm teurer geworden sei, aber auch in den Untergrund und die optische Gestaltung des Umfeldes sei Geld geflossen. Darüber hinaus gibt es nun auch einen Lärmschutzwall – nicht für die Wohnmobil-Fahrer, sondern für die Anwohner im gegenüberliegenden Wohngebiet. „Obwohl das mit Blick auf die Platzordnung nicht wirklich ein Problem sein wird“, sagte Kopf.

Er rechnet auch vor, wie die Ausgaben wieder reinkommen sollen. 15 Euro kostet der Tag pro Wohnmobil, maximal sieben Tage darf ein Fahrzeug auf einem Platz stehen. Nach Erfahrungen von anderen Betreibern ähnlicher Plätze werde damit gerechnet, dass jeder Platz im Jahr 65 Tage belegt wird, was rund 20 Prozent Auslastung entsprechen würde. Die Kosten für Strom und Wasser kämen da noch obendrauf. Nur über die Stellplatz-Gebühren kämen so also rechnerisch 15 000 Euro zusammen, womit sich die Investition innerhalb von rund zehn Jahren amortisieren würde.

Die touristische Rechnung der Stadt sei aber noch eine ganz andere: Wenn im Schnitt ein Wohnmobil mit zwei Personen belegt sei und davon ausgegangen werden könne, dass jede Person rund 50 Euro pro Tag in der Stadt (oder auch der Region) ausgebe, stehe unterm Strich ein rechnerischer Mehrwert für die Stadt (oder eben die Region) in Höhe von 100 000 Euro pro Jahr. In rund zwei Wochen soll der Platz voll einsatzfähig sein. Bis dahin sollte dann auch rein formal das Landratsamt die Genehmigung erteilt haben, wie selbstverständlich bereits abgestimmt ist.

75 Wanderparkplätze

Nicht ganz so viel, nämlich „nur“ 85 000 Euro, hat der neue Wanderparkplatz in Reitenberg gekostet. Hier stehen nun 75 Parkplätze für Wanderer bereit, die zum Plattenstein, zur Räuber-Heigl-Höhle, auf den Kreuzfelsen oder auch bis zur Kötztinger Hütte gehen wollen. Im Vorfeld waren die Gebühren für das Tagesticket – das einzig mögliche Ticket – bereits auf zwei Euro festgelegt worden. Am Dienstag bestimmten die Stadträte die Kosten für das Jahres-Ticket nun auf 50 Euro.

Dieselbe Rechnung zugrunde legend wie bei den Wohnmobil-Stellplätzen ergäben sich bei 75 Parkbuchten mal 65 Tage zu je zwei Euro rund 10000 Euro an Einnahmen. Das würde wiederum bedeuten, dass in rund zehn Jahren die Investition abgezahlt sei. Dabei sei auch mit einbezogen, dass die Anlage ganzjährig gepflegt werden müsse.

Außerdem sei mittlerweile klar, wie Wanderer künftig werden bezahlen können. Die Parkautomaten, deren Aufbau für den 20. Juni geplant ist, sollen sowohl mit der Parkster-App, die auch bei den Innerstädtischen Parkplätzen Anwendung findet, funktionieren als auch mit Münzen.

Um dem Bauwerber, der das Areal auf einem Hügel hinter dem Kreisbauhof an der Pfingstreiterstraße erworben hatte, Baurecht schaffen zu können, geht der Stadtrat außerdem andere Wege. Anstatt den Bebauungsplan zu ändern – was sich als schwierig erwiesen hat – wird nun eine Ortsabrundungssatzung erlassen. Reine Formalität war die Satzungsänderung für den Kurpark, in der nun aufgenommen ist, dass nicht nur der Alkohol-Konsum, sondern auch der von Cannabis untersagt ist.

Erfolgte Straßensanierungen

Beendet sind die Arbeiten in Zeltendorf (100000 Euro), Lichtenegger Straße (50000 Euro), bei der ehemaligen Disco Flash an der Arnbruckerstraße (60000 Euro), an der Rieselhöhe (100 000 Euro) und in Leckern (10000 Euro).

Nicht in diesen Kosten enthalten sind die ebenfalls erfolgten Arbeiten an Kanal- und Wasserleitungen

Ausblick: Nächste Maßnahmen sind in Liebenstein, Niesassen und an der Bgm-Kroher-Straße

Ab Ende Juni wird Parken auf dem Reitenberg für Wanderer kostenpflichtig.