Regen, Blasen und Begeisterung: Waldmünchens Trenckianer auf dem Weg nach Passau

Von Martin Hladik · 31. Mai 2024 um 17:00

190 Kilometer und rund 270000 Schritte haben die 21 Trenckianer seit letzten Freitag zurückgelegt. Reichlich Wasser von oben, Blasen und Knieschmerzen, aber auch absolute Begeisterung für die Landschaft und das Teamerlebnis haben sie dabei erlebt. Das berichtet jedenfalls Andreas Eisenhart am Freitag per Telefon bei der Rückfahrt aus dem Bus.

Höhepunkt und Abschluss der Wanderung war am Donnerstag der Empfang durch die Stadt Passau auf der Veste Oberhaus durch den 2. Bürgermeister der Stadt Passau, Andreas Rother. Vorher ging es aber in sieben Etappen um die 20 bis maximal 40 Kilometer von Waldmünchen bis Passau.

Empfohlene Wanderung

„Den Pandurensteig kann man nur empfehlen“, sagt Eisenhart und erzählt begeistert von der Landschaft an der Ilz, dem Weg vorbei am Rötelseeweiher und an den schmalen Felsensteigen am Pfahl. „Es ist einfach schön bei uns.“

„Selbst dann, wenn es regnet“, sagt er. Das war immerhin auf der Hälfte der Strecke der Fall. Trotz neuzeitlichen Regenschutzes über dem historischen Gewand war man abends schon nass bis auf die Haut. Die Laune ließen sich die Trenckianer trotzdem nicht vermiesen. Weder abends im Lager mit historischen Zelten, die wieder einmal ihre Regensicherheit bewiesen haben, noch wenn sie einmal zu Gast waren. Und das waren die Trenckianer mehrfach. Einmal in Spiegelau, wo sie schon am Ortsschild von Bürgermeister Karlheinz Roth empfangen und mit Leberkäs und Kartoffelsalat verproviantiert wurden. Ein besonderes Erlebnis war auch der Besuch bei der aus Waldmünchen stammenden Familie von Irmgard Weinrauch in Perlesreut.

Besonders interessant sei die Einkehr in der Schrottenbaummühle im Ilztal gewesen. Hier sei am 27. Mai 1984 der Pandurensteig eröffnet worden. Auch vor 40 Jahren seien hier schon die Trenckianer dabei gewesen. Einer von ihnen sei Alex Weingärtner gewesen, der auch diesmal mitgewandert sei.

Große Gastfreundschaft

Viel Gastfreundschaft durften die Trenckianer auf einem Bauerhof an der Strecke erleben. Hier wurden sie bei strömendem Regen spontan zu einer Kaffeepause in einer Scheune eingeladen.

Positiv in Erinnerung geblieben sind die Trenckianer den Wanderern auf dem Pandurensteig. Durch ihre historische Gewandung seien sie aufgefallen und bei Begegnungen leicht ins Gespräch gekommen. Dabei habe man auch Werbung für Waldmünchen und für das Festspiel machen können.

Reichlich zu tun hatte an den sieben Tagen die „medizinische Abteilung“ der Trenckianer. Zum Glück habe man Mitwanderer gehabt, die sich um die diversen Blasen an den Füßen, die Knieschmerzen und andere Probleme der Wanderer kümmern konnten. Die reichliche Ausstattung, die von der Apotheke Deml gestiftet worden sei, sei jedenfalls in Gänze aufgebraucht worden, berichtet Eisehart mit einem Schmunzelton in der Stimme. Nicht alle Wanderer hätten die ganze Strecke durchgehalten, aber bei den letzten beiden Etappen seien auch die Invaliden wieder dabei gewesen.

Wann es das nächste Mal wieder auf den Pandurensteig gehen wird, wissen die Trenckianer noch nicht. „Wir schau’n mal, was sich wieder entwicklelt“, sagt Eisenhart.

Trotz Regenschutz: Am Abend war man nass.
Gemütliches Abendlager der Trenckianer.
Pflege der Blessuren