Höhle der Löwen: Kein Deal für Neutraublinger Crunchy Nudel – aber große Nachfrage

Von Christine Straßer · 30. Mai 2024 um 05:00

Eine Nudel, die nicht mehr im Wasser kochen muss? Robert Kaiser und Christian Zippel haben ihre Pasta-Kreation „Crunchy Padella“ in der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ präsentiert.

In der Vox-Sendung überzeugten die Erfinder aus Neutraubling (Landkreis Regensburg). Zwei Investoren bissen an. Nach der Show kommt es dann doch anders. Aber dafür gehen jetzt hunderte Bestellungen ein.

Kaiser und Zippel haben eine neuartige Pasta entwickelt, die nicht gekocht, sondern lediglich in Soße erwärmt wird. Die Nudel besteht zu 100 Prozent aus Hartweizengrieß. Das Geheimnis liegt den Gründern zufolge in dem patentierten Herstellungsverfahren.

Bisserlebnis für Investoren

Zippel erklärt in der Show: „Unsere Crunchy Padella wird direkt nach dem Trocknen in einem speziellen Verfahren geröstet. Durch dieses Röstverfahren bekommt sie den besonderen Crunch, Geschmack und Biss.“ Weitere Vorteile laut der Gründer: Zeitersparnis von 15 Minuten beim Kochen, Energieersparnis von bis zu 90 Prozent und Wasserersparnis von bis zu 2,5 Liter pro Kochvorgang. Für 100.000 Euro bieten Kaiser und Zippel 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Zippel kocht die Nudel im TV-Studio mit Tomatensoße. Nach zwei Minuten können die Löwen probieren. Nicht allen mundet das knackige Ergebnis. „Das Bisserlebnis ist nicht Nudel“, sagt Carsten Maschmeyer. Er ist nicht vollends überzeugt – und isst nicht auf. Anders geht es Tillmann Schulz. Der Foodexperte lässt sich nicht nur die Crunchy Padella schmecken, sondern beißt auch als Investor an. Dafür tut er sich mit Dagmar Wöhrl zusammen.

Zuschauer mit Probierlust

Da ist allerdings eine Bedingung: Die beiden Investoren fordern 25 Prozent der Anteile. Die Pastamacher schlagen ohne Beratung zu. Zustande kam der Deal im Nachgang dann aber doch nicht. Zippel schildert auf MZ-Nachfrage, dass man sich beidseitig so entschieden habe.

Investorin Dagmar Wöhrl lässt wiederum mitteilen: „Nach den Aufzeichnungen gehen wir immer in die Detailprüfung, die sogenannte Due Diligence. In diesem Prozess werden alle Angaben zu Unternehmen, Produkt und Strategie genauestens unter die Lupe genommen. Dies hat bei den Investoren Tillmann Schulz und Dagmar Wöhrl dazu geführt, vom Einlösen des Deals abzusehen.“ Das sei nicht ungewöhnlich, da man erst im Nachgang zur Aufzeichnung wirklich prüfen könne, ob eine Zusammenarbeit auch wirklich für beide Seiten gewinnbringend sein kann. In diesem Fall habe man sich dazu entschieden, nicht zu investieren.

Beide Investoren haben sich aber aktiv dafür eingesetzt, dass die Ausstrahlung des Pitches erfolgt, was in etwa einem Marktwert von circa 500.000 Euro entspricht. „Insofern hat sich die Vorstellung des Produktes bei Die Höhle der Löwen für den Gründer definitiv gelohnt“, betont Wöhrl.

Die Geschäftsidee lebt jedenfalls weiter – und bekam durch die Sendung ordentlich Auftrieb. Viele Zuschauer haben Lust bekommen, die Crunchy Padella zu kosten. Es sei gar nicht so einfach, alle Bestellungen jetzt schnell abzuarbeiten, schildert Zippel. Die Pasta mit Crunch, die direkt in der Lieblingssoße zubereitet wird, bietet Zippel auf der Webseite für sein anderes Produkt an: Knusperhalm. Knusperhalm ist ein essbarer Trinkhalm. 2021 ernannte Stiftung Warentest den Knusperhalm unter mehreren essbaren Trinkhalmen als „beste Alternative zum Plastikstrohhalm“. Geschäftsmann Zippel sagt: „Viele bestellen das jetzt als Kombi.“ Den Auftritt bei Vox sieht er positiv. Das Startup habe neue Kunden gewonnen.