Eine Woche Festzelt in Bad Kötzting: Was ist der Wiesn-Hit dieses Jahr in der Pfingstritt-Stadt?

Von Maria Frisch · 24. Mai 2024 um 15:00

Eine „Wiesn“ ohne Stimmungsmusik? Undenkbar. Doch welche Lieder schallten heuer beim Pfingstfest besonders häufig durch das Zelt? Die Profis rund um die musikalische Unterhaltung in Bad Kötzting haben da eine klare Meinung.

„Eigentlich gibt es keine Favoriten“, waren sich alle befragten Insider einig, obwohl es alle Bands zuwege brachten, dass an jedem Abend ein „Rudelsingen“ einsetzte, das heißt, eine Bombenstimmung herrschte. Die Mischung macht’s, die die Leute zum Abfeiern wollen. Die Bandbreite reichte von zünftiger Blasmusik über Allzeit-Klassiker bis zu Malle-Hits. Da die Kapellen alles gaben, schmeckte auch die Maß besonders gut, und so wurden es ausnahmslos gelungene Abende.

Erst Blasmusik, dann Party

„Die Unterhaltung der Gäste ist nach meiner Ansicht erfolgreich verlaufen“, sagt einer, der es wissen muss, nämlich Sepp Pielmeier, Chef der Weißblau-Königstreuen, die bereits zum 39. Mal das Pfingstfest eröffneten. „Bis zum Spätnachmittag spielen wir bayerisch-böhmische Blasmusik – später wechseln wir zu Partymusik“, so der Kapellenleiter. Würde man abends nicht umstellen, wäre das Festzelt nicht zu füllen. Trotzdem bleiben sie die Weißblau-Königstreuen. „Für die Blasmusik sind bei uns 14 Mann dabei, dazu kommen abends noch ein Gitarrist und zwei Sänger, und dann geht es ab“, beschreibt Pielmeier, wie man in die Lage kommt, sämtliche Hits der Charts zu spielen. Den Leuten gefiel’s zweifellos. „Abends war kein Platz mehr frei“, schildert der Miltacher.

Auch Domml (Thomas Wöhrl), Sänger der Troglauer Buam, denen am Mittwoch die Festbesucher zu Füßen lagen, schlägt grundsätzlich in dieselbe Kerbe: „Wenn wir spielen, wünschen sich die meisten unsere Songs.“ Daher ist der „Haberfeldtreiber“ nach wie vor in ihrem Repertoire unverzichtbar. Die Post geht dann bei ihrem neuen Hit „Die ganze Hütte hüpft“ ab.

Die Troglauer Buam haben zweifellos ein „echtes Sportprogramm“ auf Lager. „Wir fangen mit Extremsport an, nämlich dem Bobfahrerlied“, erzählt Domml lachend, der bei der Gelegenheit nicht unerwähnt lässt, dass sie die höllische Fahrt im Eiskanal für den Videoclip schon in natura erlebt haben.

Troglauer feiern Kötztinger

Sie schätzen nach eigenen Worten die bombastische Stimmung in der Pfingstrittstadt. Dabei fehlt es ihnen nicht an Vergleich, denn die Band ist weltweit unterwegs, heuer noch in Ungarn und in Blumenau in Brasilien. Zudem haben die Musiker eine neue Version von „Bauer sucht Frau“ aufgenommen, die aktuell schon im österreichischen Fernsehen zur gleichnamigen Sendung läuft. Aufgrund ihres 20-jährigen Bestehens feiern sie am 13. Juli in ihrer Heimatstadt Kemnath ein Open-Air mit 5000 bis 6000 Besuchern.

Apropos „Wiesn-Hit“ 2024: In anderen Städten Bayerns, beispielsweise in Regensburg hat man den Eindruck, dass die italienischen Lieder wie „Sara Perche Ti Amo“ von Ricchi e Poveri eine Renaissance erleben. Chancen werden auch noch dem jungen Schlager-Rapper Tream mit „Denn mein Herz macht bamm“ eingeräumt. Auf Bad Kötzting färbt das nicht so ab. Stefan Steinkirchner, der beim Pfingstfest für die Tontechnik verantwortlich zeichnet und bei den Weißblau-Königstreuen abends als exzellenter Gitarrist mitgewirkt hat, ist gleichfalls der Meinung, dass der bunte Mix genau den Geschmack trifft, den das Kötztinger Publikum hören möchte.

„Die 1990er sind wieder im Kommen, und trotzdem fahren die meisten genauso auf Ballermann und Co. ab“, beschreibt er den Querschnitt, der am allerbesten im Zelt funktioniert. Die Weißblau-Königstreuen hält er für eine der flexibelsten Blaskapellen im Landkreis, weil sie neben der klassischen Blasmusik genauso etwas Jazziges oder Big-Band-Soundtypisches beherrscht. „Die Aufgabe der Musik ist, dass die Leute gut unterhalten werden“, bringt er den Auftrag der Bands auf der Bühne auf den Punkt. Und genau dafür hatten sie in den zurückliegenden Tagen das richtige Gespür.

Experten-Meinung

Querbeet: Natürlich wird der eine oder andere Titel häufiger gespielt. Aber ein Spitzenreiter lässt sich 2024 auf dem Pfingstfest nicht erkennen.

Repertoire: Die professionellen Party-Bands haben natürlich die einschlägigen Hits auf Lager, die das Stimmungsbarometer in die Höhe treiben. Das dürfte ihnen auch heuer wieder in der Badstadt gelungen sein.

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Ausgehen, um zu feiern: Im Festzelt herrschte die gesamte Woche über Partylaune. Foto: Frisch Maria