So viele Stimmberechtigte wie noch nie: Neue Rodinger Rekorde bei der Europawahl

Von Oliver Hausladen · 23. Mai 2024 um 17:00

Bei der Europawahl am Sonntag, 9. Juni, gibt es in Roding mehrere Rekorde. Dadurch, dass erstmals auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben können sowie durch den konstanten Anstieg der Bevölkerung der Stadt gibt es mit 9530 Wahlberechtigten so viele wie nie zuvor, informiert Wahlleiter Josef Köppl.

Und auch die Zahl der Personen, die nicht in den Wahllokalen, sondern per Brief ihre Unterlagen abgeben, werde einen neuen Höchststand erreichen, ist er sich sicher.

Rund 200 Wähler mehr sind es im Stadtgebiet im Vergleich zur letzten Wahl des Europäischen Parlaments, weiß Köppl nach einem kurzen Blick in seine Unterlagen. „Ich habe durch die Senkung des Wahlalters sogar mit noch mehr gerechnet“, erläutert Köppl, der bereits seit 2008 die Wahlen im Rodinger Rathaus federführend organisiert.

Dadurch, dass die Steigerung moderat ausgefallen sei, gäbe es keine Änderung in den Wahlbezirken. Insgesamt zwölf werden es wieder sein, neben den Wahllokalen in Roding (Grund- und Mittelschule, Pausenhalle sowie Mensa, Haus der Pfarrgemeinde, Rathaus und Kulturhaus Fronfeste) sowie in Altenkreith (Feuerwehrhaus), Fronau (Schützenheim), Mitterdorf (Grundschule, Neubäu am See (Schulhaus), Obertrübenbach (Schulhaus), Strahlfeld (Turnhalle), Trasching (Jugendheim) und Wetterfeld (Gasthaus Brey) wird es vier Briefwahlbezirke geben.

2400 haben schon gewählt

Dass die Zahl der Briefwahlbezirke im Vergleich zur letzten Europawahl verdoppelt wurde, sei aufgrund des großen Interesses der Bürger nötig, erläutert Köppl. Der Trend gehe weiter dahin, seine Stimme zu Hause abzugeben. 2400 Briefwähler haben ihr Kreuz bereits gemacht, das sind jetzt schon mehr als bei der letzten Europawahl, informiert der Wahlleiter. „Das hängt mit Sicherheit auch damit zusammen, dass eine starke Vereinfachung stattgefunden hat. Viele Bürger nutzen etwa die Möglichkeit, den QR-Code zu scannen, und bekommen dann ihre Unterlagen einfach zugeschickt“, so der Wahlleiter.

Dieser Trend könne jedoch auch einmal zu Problemen bei den Wahllokalen führen, sagt Köppl: Falls in einem der Wahllokale weniger als 50 Stimmberechtigte kommen, darf dort nicht ausgezählt werden. „Die Wahlhelfer dort müssten alles zusammenpacken und wir müssten entscheiden, in welches andere Lokal sie fahren. Dort muss gewartet werden, bis sie ankommen, dann wird gemeinsam ausgezählt“, erläutert er das Prozedere für diesen Fall, der gar nicht so unwahrscheinlich sei: „Wir waren schon mal nahe an der Grenze, und wenn der Trend weiter zur Briefwahl geht, ist das nicht ausgeschlossen.“

Ansonsten sieht Köppl der Europawahl gelassen entgegen. Das Auszählen der Stimmzettel gestalte sich bei einem Kreuz, das zu machen ist, sehr einfach, so dass auch nicht so viele Wahlhelfer benötigt werden wie etwa bei einer Kommunalwahl. „Da sind wir normalerweise gut aufgestellt“, ist der Wahlleiter überzeugt, in den einzelnen Lokalen seien oft eingespielte Teams im Einsatz.

Endspurt der Vorbereitung

Eine Neuerung im Vergleich zu den Vorjahren ist, dass die Stimmen der Briefwähler im Rathaus ausgezählt werden, da die Dreifachturnhalle wegen einer Veranstaltung belegt ist.

Bei den Vorbereitungen geht es nun in den Endspurt, so Köppl. Die Briefwahlunterlagen können noch bis Freitag, 7. Juni, im Rathaus abgeholt werden, an diesem Tag ist bis 18 Uhr geöffnet. Online können die Unterlagen noch bis Dienstag, 4. Juni, mittags bestellt werden, auch per Post sollte der entsprechende Brief bis zu diesem Tag im Rathaus ankommen, „ansonsten können wir nicht mehr garantieren, dass die Unterlagen rechtzeitig ankommen“, erläutert Köppl.

Wetterfeld ist „repräsentatives Wahllokal“

Vom Statistischen Bundesamt ausgewählt: Eine Besonderheit gibt es bei der Europawahl in Wetterfeld: Das Wahllokal im Gasthaus Brey wurde vom Statistischen Bundesamt als „repräsentatives Wahllokal“ ausgewählt.

Sechs unterschiedliche Altersgruppen für Männer und Frauen: Das bedeutet, dass es für Männer und Frauen jeweils sechs unterschiedliche Altersgruppen geben wird, die entsprechende Wahlzettel erhalten. „Ansonsten ändert sich an den Wahlzetteln aber nichts“, betont Köppl.

Auszählung in Wetterfeld ganz normal: Die Stimmzettel werden in Wetterfeld auch ganz normal ausgezählt. Danach werden sie an das Statistische Bundesamt nach Wiesbaden verschickt, das die Daten dann nach Altersgruppen und Geschlechtern auswertet.

Stadtgebiet war schon häufiger dabei: Die „repräsentativen Wahllokale“ werden zufällig vom Bundesamt ausgewählt, sagt Josef Köppl, das Rodinger Stadtgebiet sei aber schon häufiger dabei gewesen.