Ungezwungen und erschwingliche Preise: Sankt Josef’s in Neumarkt verfolgt im Klostersaal besonderes Konzept

Der soziale Aspekt spielt eine bedeutende Rolle: Seit Ostern hat das neue Restaurant im historischen Speisesaal der Ordensschwestern im Kloster St. Josef geöffnet. Verwaltungsleiter Roman Salzer und Koch Dennis Stark setzen auf ungezwungene Atmosphäre und erschwingliche Preise und haben noch viele weitere Pläne.
Der Duft von frisch gebratenem Lamm zieht durch die Küche, es riecht nach Spargel und frischem Gemüse. Dennis Stark rührt am Herd eifrig in einem großen Topf. „Kochen ist meine Leidenschaft“, sagt der Küchenleiter des Klosters Sankt Josef. Das beflügelt ihn auch bei der Speisekarte für das neue Sankt Josef’s im ehemaligen Speisesaal. Hier geht das Kloster neue Wege.
„Wir wollen uns dem ursprünglichen Charakter wieder ein Stück weit nähern“, erläutert Roman Salzer, Verwaltungsleiter des Klosters, wissen. Bevor hier in den 1920er Jahren Klosterschwestern einzogen, war das Gebäude ein Kurhaus. Wegen der hier sprudelnden Heilquelle kamen die Leute von weit her nach Neumarkt, „zum Kuren, Essen und Trinken“, erklärt Salzer.
Später war hier der Speisesaal des Klosters untergebracht. Nachdem die Zahl der Klosterschwestern stetig sank und der Raum zu groß wurde, zogen diese in einen anderen um. So entstand die Idee, den historischen Speisesaal für Gäste von außerhalb zu öffnen und ihn wieder zum sozialen Treffpunkt zu machen – mit einem Restaurant mit besonderem Konzept: mit Selbstbedienung am Buffet und besonderen Themen-Specials.
Täglich rund 500 Essen aus der Klosterküche
„Wir wollten die Umstellung für unser Team so erträglich wie möglich machen“, erklärt Salzer. Weitere Aspekte seien gewesen, dass in der Gastronomie kaum Personal zu finden sei und durch den Self-Service die Preise niedriger gehalten werden könnten, damit sich auch Leute mit weniger Geld das Essengehen leisten könnten.
Acht Wochen nach der Eröffnung ziehen Salzer und Stark eine positive Bilanz: Insbesondere die Themen-Buffets seien gefragt und das wiederum bei Familien: „Eltern mit Kindern schätzen das Konzept“ – wegen der Ungezwungenheit.
Mit Blick darauf, dass die Klosterküche neben den Klosterschwestern auch Tagungsgäste und zahlreiche Einrichtungen täglich mit insgesamt rund 500 Mittagessen versorgt, habe man im neuen Restaurant erst einmal im kleinen Rahmen begonnen. Geöffnet ist Freitag und Samstag abends sowie Sonntagmittag: „Das muss wachsen“, sagt Salzer.
Küchenchef setzt auf regionale Produkte
Der Verwaltungsleiter bringt aus seiner Familie jahrzehntelange Erfahrung in der Gastronomie mit. Dennis Koch ist seit fast 30 Jahren Koch, seit fünf Jahren im Neumarkter Kloster. Sein Augenmerk im Sankt Josef’s liegt auf „bodenständiger, ehrlicher Küche“. Dabei setzt er vor allem auf die bayerisch-deutsche Küche und saisonale wie regionale Produkte.
So stehen regelmäßig Spezialitäten vom Jura-Distl-Fleisch in verschiedenen Variationen auf der Speisekarte, sonntags in der Regel Bratenbuffet. Samstags kredenzt Stark gerne Rippchen, freitags Schnitzel und Fisch. Selbstverständlich gebe es immer ein vegetarisches Gericht, betont er.
Den Menüplan erarbeitet er immer eine Woche im Voraus. Regelmäßig gibt es Themen-Buffets. Aus seiner Erfahrung in der internationalen Küche will der Koch das ein oder andere Gericht mit auf den Tisch bringen. Auch für Events und Familienfeiern könne das Sankt Josef’s genutzt werden, stellt sich Verwaltungsleiter Salzer vor. Und er hat noch viel mehr Ideen.
Pläne für die Zukunft
„Es ist ein Ort mit einer besonderen Ausstrahlung“, meint er. Das bestätigten ihm immer wieder auch Gäste. Salzer beflügelt das, weiter zu denken. Und mit Blick auf die großen alten Bäume im Garten sagt er: „Vielleicht gibt es hier irgendwann auch mal einen Biergarten.“
