Krise als Chance sehen: SV Lohberg stellt Pläne für Sportplatz und Funktionsgebäude vor

Von Mittelbayerische Zeitung · 17. Mai 2024 um 19:00

SV-Vorsitzender Johannes Wellisch begrüßte am Mittwoch zu einer Versammlung der Abteilung Fußball im Gasthof „Finkenhof“ zwecks Vorstellung der Planungen zum Sportplatz und dem neuen Funktionsgebäude des SV Lohberg. Hierzu hieß er insbesondere Bürgermeister Franz Müller und Stellvertreterin Rita Wellisch sowie Josef Kaml willkommen, der bereits viel Aufwand mit der Vorarbeit betrieben hat.

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Kaml bestätigte, dass in den letzten Wochen von Seiten des SV eng mit der Gemeinde zusammengearbeitet wurde. Er hoffte, die Versammelten davon zu überzeugen, dass der SV mit den Vorhaben den richtigen Weg eingeschlagen habe. Ihm war es wichtig, diese Krise auch als Chance zu betrachten. Es sei normal, dass man Veränderungen skeptisch gegenüberstehe, aber er sei sich sicher, dass der SV hinterher besser aufgestellt sei.

Andererseits erinnerte Kaml an das Damoklesschwert, das etliche Monate über dem Verein schwebte. „Damals konnte ich mir niemals auch nur ansatzweise ein solches Szenario vorstellen, dass man sich nicht mit dem Grundstückseigentümer hätte einigen könnte“, blickte der Redner zurück und fügte hinzu: „Es ist nun einmal so und wir müssen damit umgehen.“ Die Kündigung des Pachtvertrages durch Anton Späth über seinen Anteil am Sportplatz sei legitim gewesen, aber ein Riesenschlag in die Magengrube. Andererseits war bekannt gewesen, dass der Vertrag abgelaufen und nur noch jährlich verlängert wurde. Stillhalten war in der Nachbetrachtung eben auch nicht die beste Lösung. Am 31. Dezember 2023 war dadurch das Hauptspielfeld gesperrt.

Viel Arbeit für die Task Force

„In der Januarsitzung hat der Gemeinderat entschieden, dass der von Anton Späth angebotene Mietvertrag in dieser Form nicht angenommen werden kann“, so Kaml, der auch treibende Kraft für die zeitnahe Gründung einer sogenannten Task Force war. In ihr sind alle Mannschaften vertreten. Dieses Gremium habe sich selbst in die Pflicht genommen, zum einen, so schnell wie möglich, die Bespielbarkeit des Sportplatzes herzustellen. Das zweite Vorhaben sei, ein neues Funktionsgebäude zu errichten und die Finanzierung zu sichern.

Den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten war relativ einfach, weil der SV über einen Ausweichplatz in der Nachbarschaft des Dorfstadls verfüge. „Es hat funktioniert, auch wenn wir nicht duschen konnten“, sagte Kaml. Der Spielbetrieb konnte in Lam stattfinden. „Ein herzliches Dankeschön an die SpVgg“, so der Redner.

Da ein Teil des Vordaches und der Freifläche des Kiosks auf dem Grundstück von Späth liegt, habe man diese Teile zurückgebaut. Ebenso entfernten die Freiwilligen den Zaun und die Werbetafeln, was nahezu abgeschlossen sei. Ein Dank galt Bürgermeister Müller und der Gemeinde, die übergangsweise Container beschafften, die die nächsten Tage in Betrieb genommen werden. Der Rathauschef organisierte ebenso 120 Meter Bauzaun, um das Spielfeld abzugrenzen. Der SV habe mit der Gemeinde einen Pachtvertrag zur Nutzung des Sportplatzgeländes abgeschlossen. „Damit haben wir für die nächsten 30 Jahre Zugriff auf dieses Gelände“, schilderte Kaml.

Mittlerweile sei die Vermessung erfolgt. Anfang Juni errichte die Firma Zankl einen zwei Meter hohen Zaun. Des Weiteren benötige man eine neue Zufahrt, die vom Kiosk vorbeiführe. Die Firma Pongratz aus Neukirchen werde diese in den nächsten zwei Wochen in einer Breite von über drei Metern herstellen. Dann sei die Trasse mit schwerem Gerät befahrbar, sodass die restlichen Arbeiten erledigt werden können. „Dies wird auch künftig die Zufahrt für unser geplantes Funktionsgebäude sowie für die Zuschauer“, erläuterte Kaml.

Für den Bau einer neuen Bewässerungsanlage – die bisherige liege zum Teil auf dem Grund von Anton Späth – gebe es einen Plan. Es werde versucht, die vorhandene Größe des Sportplatzes zu nutzen, um den Spielbetrieb so gut wie möglich weiterführen zu können. In den Reihen der Fußballer wurde dies diskutiert, weil der Platz kleiner werde. „Damit müssen wir uns zunächst abfinden“, so der Redner. Es gebe Überlegungen, das Gelände zu verbreitern. Aber das sei aktuell nicht Gegenstand der Planungen. Die Spiele müssen die nächste Zeit auf einem Fußballplatz mit 95 auf 53 oder 54 Meter ausgetragen werden. Dies sei vielleicht nicht die beste, aber die bestmögliche Lösung. Man sollte dem verkleinerten Areal eine Chance geben und nicht von vorne herein sagen, es funktioniert nicht. Er hoffe, dass bereits die nächste Vorrunde auf dem Platz ausgetragen werden könne.

Das neue Funktionsgebäude mit Maßen von 20 auf 10 Meter plante das Büro Ludwig Pongratz in Neukirchen. „Wir sind zu einem tollen Ergebnis gekommen“, so Kaml. Man könne die Planung an das Landratsamt senden. Es sei kein Luxusbau, aber der SV verfüge nach der Realisierung für die nächsten Jahrzehnte über ein Häuschen, auf das alle stolz sein können. Das Untergeschoß erstelle der Bauherr aus Fertigbetonteilen mit vier Lagerräumen für die Trainingssachen und die Mähgeräte sowie die Technik. Zugang bestehe vom Parkplatz. Ab dem Erdgeschoss gibt der SV der Holzständerbauweise den Vorzug. Lob galt in diesem Zusammenhang Eva Altmann, die sich in die Planungen eingebracht habe. Vorgesehen sind insgesamt vier Umkleiden, Herren- und Damen-WCs, ein Windfang mit großer Türe, ein Verwaltungsraum bzw. Sprecherkammer und eine Teeküche. Das Herzstück wird der Schulungsraum (Mannschaftsheim für Besprechungen). Es wird keine Gastronomie entstehen.

In der nächsten Gemeinderatssitzung wird darüber entschieden. Dann folge die Ausschreibung der einzelnen Gewerke. Ebenso bewerkstellige man die Erschließung mit Kanal, Wasser, Glasfaser und Strom. „Wir schließen an die Fernwärmeleitung von Phillip Mühlbauer an“, kündigte Kaml an.

Viel Eigenleistung nötig

Der Verein sei auf viel Eigenleistung angewiesen. „Wir werden uns an vielen Wochenenden oben treffen. Jeder kann sich einbringen“, betonte Kaml. Es sei beabsichtigt, drei Förderanträge zu stellen. Der Verein hoffe ebenso auf Sach-Spenden der örtlichen Firmen. Um eine Kreditaufnahme komme man nicht herum.

Der BLSV fördere nur das das Funktionsgebäude mit 55 Prozent der förderfähigen Kosten. Allerdings müsse die Erteilung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns abgewartet werden, die mindestens drei Monate dauert. In diesem Zeitraum müsse der SV die anderen Hausaufgaben erledigen. Von der UEFA gebe es ein Förderprogramm für PV-Anlagen bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Antrag sei bereits gestellt. Den dritten Förderantrag reiche Josef Kaml im Herbst beim Aktionsbündnis Künisches Gebirge für die Bewässerungsanlage ein. Dieser Topf schütte maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten aus.