„Verlängerte Werkbank“ vieler Dax-Konzerne: Ministerin Scharf von SK Technology beeindruckt

Hoher Besuch und viel Lob für SK Technology: „Ich bin schwer beeindruckt“, sagte Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, am Donnerstagnachmittag nach einem Rundgang durch das Familienunternehmen, das derzeit etwa 330 Mitarbeiter beschäftigt.
Besonders angetan war die Ministerin, die unter anderem von Landtagsabgeordnetem Gerhard Hopp und Landrat Franz Löffler begleitet wurde, von den rund 30 Arbeitszeitmodellen und den modernen Fertigungsbedingungen.
Flexible Arbeitszeitmodelle
Den Begriff „Fachkräftemangel“ möge er nicht, sagte Senior-Chef Stefan Kulzer, „man muss Wege finden, damit umzugehen.“ Durch die flexiblen Arbeitszeitmodelle, das Eingehen auf die individuellen Wünsche (soweit möglich), das hohe Engagement auf dem Ausbildungssektor und gutes Betriebsklima sei es möglich, genügend Mitarbeiter zu bekommen – und auch zu halten. „Wir haben einen guten Ruf“, erläuterte Kulzer, was auch extern schon bestätigt wurde, etwa durch die Auszeichnung „Great Place to work“. Wichtig sei auch, dass die Geschäftsführer und die Abteilungsleiter für die Mitarbeiter immer ansprechbar seien, betonte er.
Der Senior-Chef und sein Nachfolger, sein Sohn Benedikt, hatten den Besuchern vorher kurz die Geschichte des Unternehmens und seine Entwicklung aufgezeigt. 1988 gründeten Stefan Kulzer und Hans Stangl die Firma und bauten sie in den Folgejahren gemeinsam weiter auf, bis Stangl 2017 verstarb. Damals lief gerade der Bau der neuen Gebäude in der Wernher-von-Braun-Straße, was 14 Millionen Euro kostete. Man müsse manchmal ins Risiko gehen und investieren, sagte Kulzer dazu, sonst gehe es irgendwann nicht mehr weiter.
Stetiges Wachstum
Das Unternehmen wuchs stetig, 2008 wurde in Waldmünchen ein weiterer Standort im Landkreis Cham gegründet, wo derzeit rund 60 Mitarbeiter tätig sind. Als strategischer Partner unterstütze die SK Technology GmbH ambitionierte Zukunftsprojekte von der Entwicklung bis hin zur Fertigung der Prototypen und Serien. Die Kunden kämen dabei aus unterschiedlichsten Branchen, wo teilweise absolute Präzision gefordert werde, etwa in Luft- und Raumfahrttechnik. Auch stellt das Rodinger Unternehmen unter anderem Gehäuse für Brennstoffzellen für Lastwagen oder Radlager für Formel-1-Autos her, erläuterte Benedikt Kulzer: „Wir sind quasi die verlängerte Werkbank vieler Konzerne, die im Dax notiert sind“.
„Zahlreiche Pilotprojekte werden bei uns zwei, drei Jahre vorher produziert, bevor sie auf dem Markt verwendet werden“, so der Junior-Chef weiter. Es gäbe aber auch „normale“ Aufträge mit etwas größeren Stückzahlen.
130 Maschinen besitzt das Unternehmen, darunter das genaueste Messgerät, das es derzeit überhaupt weltweit gäbe. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, erläuterte Benedikt Kulzer, einige Kunden würden diese Präzision einfordern. Genauigkeit sei auch in der Dokumentation gefragt, unter anderem bei den Projekten für die Luft- und Raumfahrtechnik, wo noch einmal strengere Standards zu beachten seien.
Benedikt Kulzer hatte sich früh entschlossen, die Nachfolge seines Vaters als Firmenchef anzutreten. Der 31-Jährige absolvierte nach seinem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker, studierte dann an der Technischen Hochschule Deggendorf Wirtschaftsingenieurswesen und hängte in Karlsruhe noch einen Master dran.
„Können stolz sein“
„Mir macht es total viel Spaß“, berichtete er, und sein Vater, „übergabewillig und fähig, in den Hintergrund zu treten“, wie er mit einem Schmunzeln sagte, freut sich, dass die Firma so auch weiter ein Familienunternehmen bleibt.
„Sie können stolz auf ihr Unternehmen sein“, sagte Scharf zu den beiden Chefs. Es sei insgesamt eine schwierige Zeit für Unternehmen, betonte sie, aber etwa beim Thema Fachkräftemangel zeige SK Technology, wie es gehen könne. „Das hilft am Ende dem Mitarbeiter, aber auch dem Unternehmen, wenn man flexibel ist und sich einigen kann“, ist die Ministerin überzeugt. Es gelte für die Politik, die Hürden für die Unternehmen aber auch auf anderen Bereichen wieder kleiner zu machen, etwa beim Abbau der Bürokratie oder der Bezahlbarkeit von Energie.
Landrat Löffler pflichtete bei: „Die Flexibilität muss da sein, dann geht es auch.“ SK Technology sei ein „Vorzeige-Unternehmen“ im Landkreis, wo „hochwertige Arbeit in der Region für die Region“ geleistet werde. Bei der Innovation sei die Firma immer am oberen Limit dessen, was möglich ist, was auch nötig sei, um mit den Mitbewerbern auf der ganzen Welt mithalten zu können.
„Ein Unternehmen, auf das man wirklich stolz sein kann“, nannte Landtagsabgeordneter Hopp die Firma. Allerdings zeige sich auch bei diesem gut laufenden Unternehmen, wie wichtig es etwa sei, den Bürokratie-Abbau anzugehen und bundesweit ein flexibleres Arbeitszeitgesetz zu schaffen.
Daten und Fakten
330 Mitarbeiter, 30 Millionen Euro Umsatz: Die SK Technology GmbH beschäftigt derzeit an den beiden Standorten in Roding und Waldmünchen etwa 330 Mitarbeiter. Das ist ebenso ein Rekordwert wie der Umsatz, der im vergangenen Jahr bei ungefähr 30 Millionen Euro lag.
Kundenspezifische Präzisionsbauteile: Als strategischer Partner unterstützt die SK Technology GmbH laut eigenen Angaben ambitionierte Zukunftsprojekte von der Entwicklung bis hin zur Fertigung der Prototypen und Serien. Kundenspezifische Präzisionsbauteile werden mittels modernster Technologien und ausgezeichnetem Know-how realisiert.
Große Fertigungsbreite und -tiefe: Das Unternehmen zeichne sich durch eine einzigartige Fertigungsbreite sowie Fertigungstiefe aus. In der Zerspanung gehören CNC-Drehen, CNC-Fräsen, Senk- und Drahterodieren sowie Rund-, Flach- und Profilschleifen zu den Hauptdisziplinen.
