Früheres bäuerliches Leben erkunden: Heimatmuseum Seebarn eröffnet zum internationalen Museumstag

Von Ralf Gohlke · 17. Mai 2024 um 11:00

Der Internationale Museumstag wird jährlich seit 1977 vom Internationalen Museumsrat ICOM (International Council of Museums) ausgerufen und mit einem Motto thematisch vertieft. Das Thema für 2024 lautet „Museen für Bildung und Forschung“. Damit soll unterstrichen werden, welche Rolle den Institutionen zur Bereitstellung eines ganzheitlichen Bildungserlebnisses zukommt.

Aktionen und Erlebnisse stehen auch im Heimatmuseum Seebarn im Mittelpunkt. Besucher können hier das frühere bäuerliche, handwerkliche und kulturelle Leben der Oberpfalz erkunden. Dem Heimatverein als Träger ist es wichtig, hier einen lebendigen Ort zu schaffen, der Geschichte erzählt und begreifbar macht.

Daher geht es nicht allein um die Präsentation von Alltagsgegenständen, Arbeitsgeräten und Mobiliar sowie Gegenständen des religiösen Brauchtums oder unterschiedlichster Haushaltsgeräte. Es vermittelt einen Blick in die Vergangenheit und offenbart dabei so manch rare Schätze.

Start in neue Saison

Der Ranklhof umfasst einen üppigen Gemüse- und Kräutergarten. Im sogenannten Spielzeugstadel werden Spielsachen und eine große Modelleisenbahn präsentiert. Der Museumstag am kommenden Sonntag stellt auch hier den Start in die neue Saison dar. „Aus verschiedenen Gründen haben wir aber heuer auf eine besondere Aktion verzichtet“, erklärt die Vorsitzende des Heimatvereins Monika Becher. Sehenswertes gäbe es aber trotzdem. Dazu gehöre der Kräutergarten der auch heuer wieder neu bepflanzt wurde. Dort grüne und blühe alles und locke viele Insekten an.

Zudem sei eine Totholzhecke eingerichtet worden, die vor allem Kleintieren Unterschlupf gewähren solle. Ersten Beobachtungen zufolge, werde sie gut angenommen. „Seit vielen Jahren lebt eine Ringelnatter in dem Biotop des Ranklhofes und hat sogar schon Nachwuchs bekommen“, erklärte die Vorsitzende. Zu tun gäbe es für die ehrenamtlichen Helfer immer etwas.

Momentan bereits abgeschlossen sei der Bau von Nisthilfen für Stare, Baumläufer und Halbhöhlenbrüter. „Damit bewerben wir uns im Rahmen des Wettbewerbs „Vogelfreundlicher Garten, der vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgeschrieben wurde“, sagt Becher. Zur Aufgabenstellung zum Schutz der Artenvielfalt gehörten spezielle Strukturen, die Nahrung, Deckung und Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten böten. Wichtig sei ebenso, dass die Samenstände heimischer Pflanzen über den Winter stehen blieben.

Seinem Anspruch als Erlebnis-Museum werde die Einrichtung wieder am 8. und 9.Juni gerecht. In Zusammenarbeit mit der Soldaten- und Kriegerkameradschaft werden die Kamine der drei Backöfen rauchen und in ihrer Glut verschiedene Backwaren entstehen. Die Premiere 2023 sei schon sehr vielversprechend und ein voller Erfolg gewesen, so die Vorsitzende.

Anfang mit Italien-Abend

Eröffnet werde am Samstag mit einem Italienischen Abend mit entsprechend Pizza und Lasagne aus dem Holzbackofen. Traditionell bayerische Schmankerl stehen dann am Sonntag auf der Speisenkarte, vom Schäuferl bis zum Kuchen, ebenfalls aus dem Backofen.

Weiter geht es dann im Jahresprogramm am 20. und 21.August mit der Museumskirchweih. Brotbacken im Holzofen ist erneut am 12. August im Rahmen des Jugendferienprogramms vorgesehen. Auch ein großes Schlachtfest ist wieder für den 9. November geplant, mit allem was dazu gehört, von Kesselfleisch bis zum selbst eingestampften Sauerkraut.

Zum Museumstag

Wann: Der internationale Museumstag wird seit 1977 jährlich vom internationalen Museumsrat ICOM (International Council of Museums) ausgerufen. Heuer findet er am 19.Mai statt.

Zweck: Ziel ist es, auf die Vielfalt und Bedeutung der Museen aufmerksam zu machen.

Motto: Das diesjährige Thema lautet „Museen für Bildung und Forschung“.